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01.11.2011

13:33 Uhr

Wachstum

Britische Wirtschaft mit düsteren Aussichten

Zwar konnte die Wirtschaft in Großbritannien im vergangenen Quartal stark wachsen, das bringen Experten allerdings zumeist mit dem Mini-Plus des Frühjahrs in Verbindung. Die Aussichten sind weiter trübe.

Die St. Pauls Cathedral in London. AFP

Die St. Pauls Cathedral in London.

LondonDie britische Wirtschaft kann trotz eines starken Wachstums im dritten Quartal das Rezessionsgespenst nicht vertreiben. Das Bruttoinlandsprodukt stieg zwar um 0,5 Prozent, überzeichnet Experten zufolge aber wegen statistischer Verzerrung den wahren Zustand der gebeutelten Wirtschaft. Die meisten Ökonomen sagen zum Jahresende erneut Stagnation voraus, manche befürchten sogar eine Rezession. „Die britische Wirtschaft hat natürlich noch einen schwierigen Weg vor sich“, räumte auch Finanzminister George Osborne am Dienstag ein.

Daten aus der Industrie belegen die düsteren Aussichten: Der Sektor schrumpfte im Oktober so stark wie seit Juni 2009 nicht mehr, wie aus einer Markit/CIPS-Umfrage hervorgeht. Das Stimmungsbarometer sackte um 3,4 auf 47,4 Punkte und rutschte damit unter die Wachstumsschwelle von 50 Zählern. Das Neugeschäft der Industrie lief so schlecht wie zuletzt im März 2009, als Großbritannien noch mitten in der tiefsten Wirtschaftskrise seit Jahrzehnten steckte.

Das Wachstum von 0,5 Prozent liegt zwar deutlich über dem Plus von 0,1 Prozent im Frühjahr. Damals hatten aber Sondereffekte eine große Rolle gespielt wie eine geringere Industrieproduktion wegen des Extra-Feiertags zur Hochzeit von Prinz William und wegen der unterbrochenen Lieferketten nach dem Japan-Erdbeben. Analysten bezeichneten nun den BIP-Anstieg als überzogen. „Die Daten übertreiben die zugrunde liegende Stärke der Wirtschaft, sie werden für einige Zeit nicht mehr so gut werden“, sagte Howard Archer von IHS Global Insight. Er rechnet mit einem Stillstand Ende 2011 und Anfang 2012. James Knightley von Global Economics erwartet sogar eine schrumpfende Konjunktur für das vierte Quartal: „Wegen des Rückgangs des Verbrauchervertrauens und Sorgen, was die Schuldenkrise in der Euro-Zone für die globale Nachfrage bedeutet, steigt die Wahrscheinlichkeit einer Rückkehr zur Rezession deutlich.“

Knightley geht davon aus, dass die Britische Zentralbank deshalb ihre Notenpresse wieder beschleunigt und ihr Programm zum Ankauf von Staatsanleihen auf bis zu 300 Milliarden Pfund ausweiten könnte. Anfang Oktober hatte die Bank beschlossen, ihr Programm zur Stütze der Konjunktur wieder aufzunehmen und ein Volumen von 75 Milliarden Pfund angepeilt.

Finanzminister Osborne gewann den BIP-Daten auch Gutes ab: „Es ist ein positiver Schritt, die Wirtschaft wächst“, sagte er im Fernsehen. Die Erholung der Wirtschaft werde aber erschwert „durch die Art von Ereignissen, wie wir sie heute zum Beispiel an den Börsen erleben“, fügte Osborne hinzu. Mit der Ankündigung einer Volksabstimmung über das Sanierungspaket löste der griechische Ministerpräsident Giorgos Papandreou am Dienstag ein Beben an den internationalen Finanzmärkten aus. Allein der deutsche Aktienleitindex Dax büßte bis Mittag fast fünf Prozent ein.

Von

rtr

Kommentare (4)

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Account gelöscht!

01.11.2011, 12:29 Uhr

Woher soll die Wirtschaft wachsen? Binnennachfrage ist wie bei uns sehr niedrig. Das Geld haben - wie bei uns - wenige, und die geben es nicht aus.
Die Schere zwischen Arm und Reich schlägt eben überall zu .
Das System ist am Ende.

Morchel

01.11.2011, 13:13 Uhr

Wo du Recht hast, hast du recht. Es ist nur noch Zeitschinden so jedes Monatsgehalt mitnehmen und dann den Rest einklagen aller Eichel wir haben nähmlich zum Whle des deutschen Volkes gedient ohne eingezahlt zu haben. Das steht mir zu das will ich haben. Woher nur diese Krise kommt, xperten haben uns beraten, also es gibt garkeine Krise.

anonym

01.11.2011, 13:14 Uhr

Nichts als altkommunische Platitüden. Du bist am Ende.

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