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13.05.2011

10:33 Uhr

Wachstum fast vervierfacht

Deutsche Wirtschaft wächst über sich hinaus

Die deutsche Wirtschaft brummt ohne Ende und legt beim Wachstum kräftig zu. Im Vergleich zum Vorjahreszeitraum gab es sogar den größten BIP-Schub seit der Wiedervereinigung. Experten warnen jedoch vor Konjunkturrisiken.

Ein Werbeplakat zum Ende der Krise. Quelle: dpa

Ein Werbeplakat zum Ende der Krise.

Die deutsche Wirtschaft hat die Krise abgehakt: Sie wuchs im ersten Quartal mit 1,5 Prozent fast viermal so schnell wie am Jahresende 2010 mit 0,4 Prozent. „Damit wurde das Vorkrisenniveau von 2008 bereits jetzt wieder erreicht“, teilte das Statistische Bundesamt am Freitag mit. Dafür sorgte vor allem der brummende Binnenmarkt: Investitionen und Konsum schoben die Konjunktur kräftiger an als die Exporte. Experten rechnen nun damit, dass die Wirtschaft in diesem Jahr zum zweiten Mal in Folge mit mehr als drei Prozent wächst. Das hat es seit der Wiedervereinigung noch nie gegeben.

Das Wachstum übertraf selbst die optimistischsten Erwartungen. Die 38 von Reuters befragten Analysten hatten im Schnitt nur ein Plus von 0,9 Prozent im Vergleich zum Vorquartal erwartet, wobei die Prognosen von 0,4 bis 1,3 Prozent reichten. Verglichen mit dem Vorjahreszeitraum gab es mit 5,2 Prozent sogar das stärkste Wachstum seit der Wiedervereinigung. „Deutschland ist der Wachstumsmotor unter den Industrieländern - und das nicht nur in Europa“, sagte der neue Wirtschaftsminister Philipp Rösler.

Analysten sehen das ähnlich. „Deutschland bewegt sich auf ein zweites Wirtschaftswunder zu“, sagte Carsten Brzeski von ING. „Wir sind sehr schnell aus der Krise des Jahres 2009 herausgekommen - unerwartet schnell, unerwartet kräftig“, sagte der Chef der Wirtschaftsweisen, Wolfgang Franz, in der ARD. „Und so geht es in diesem Jahr weiter.“

Kommentar

Ein Kraftpaket Deutschland ist nicht ohne Risiko

Die deutsche Wirtschaft liefert rosige Nachrichten. So rosig, dass es schon unheimlich wirkt. Zumal mit dem Kraftpaket Deutschland keiner in der Euro-Zone mithalten kann. Das könnte zum Bumerang werden.

Getragen wurde der Boom von Januar bis März vor allem von der Binnenwirtschaft. „Sowohl die Investitionen in Ausrüstungen und in Bauten als auch die Konsumausgaben konnten zum Teil deutlich zulegen“, hieß es. Die Baubranche profitierte dabei von Nachholeffekten, weil am Jahresende viele Arbeiten wegen Schnee und Frost liegen geblieben waren. „Die Expansion von Exporten und Importen setzte sich ebenfalls fort“, schrieben die Statistiker. Der Außenhandel habe aber weniger zum Wachstum beigetragen als die Binnenwirtschaft. Details wollen die Statistiker am 24. Mai nennen.

Kommentare (7)

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Propaganda

13.05.2011, 08:19 Uhr

Aufschwungpropaganda..
Das kann sich von heute auf morgen verändern !
Und das wird es auch bald - dafür sorgen unsere korrupten und verlogenen Politiker....
Die Schulden sind ausserdem nach wie vor da und unzurückzahlbar !
Die Inflation liegt bei vielen Gütern im 2stelligen Bereich !

Tilly

13.05.2011, 08:34 Uhr

Noch wächst die deutsche Wirtschaft. Die sprudelnden Steuerquellen werden für den Erhalt des Euros verschenkt. Dabei wird der Steuerzahler bestohlen für ein politisches Projekt. Das sollte jeder wissen, der was davon erzählt, der Euro kostet die Deutschen nichts.
Der Export geht vor allem in die BRIC-Staaten - die EU wird relativ gesehen weniger wichtig. Mit einer eigenen Währung wäre der Wohlstand in Deutschland geblieben!

Account gelöscht!

13.05.2011, 08:53 Uhr

Irrtum - der größte Teil der Exporte geht in die EU.

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