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15.02.2012

11:34 Uhr

Wachstum im 4. Quartal

Deutsche Wirtschaft schrumpft weniger als befürchtet

Ökonomen hatten für den Winter einen deutlichen Dämpfer für die deutsche Wirtschaft erwartet. Dieser fiel nun aber doch nicht so stark aus. In der Eurozone konnte auch Frankreich positiv überraschen.

Ein Arbeiter schweisst bei der Hüttenwerke Krupp Mannesmann GmbH (HKM) in Duisburg. dapd

Ein Arbeiter schweisst bei der Hüttenwerke Krupp Mannesmann GmbH (HKM) in Duisburg.

Wiesbaden/LuxemburgDie deutsche Wirtschaft ist zum Jahresende 2011 wie erwartet geschrumpft. Insbesondere die Unsicherheiten infolge der Euro-Schuldenkrise und der weltweite Konjunkturabschwung brachten der Wirtschaft einen Dämpfer ein. Allerdings fiel das Minus etwas geringer aus als ursprünglich vermutet. Im vierten Quartal 2011 sank das Bruttoinlandsprodukt (BIP) preis-, saison- und kalenderbereinigt um 0,2 Prozent zum Vorquartal, wie das Statistische Bundesamt am Mittwoch in Wiesbaden mitteilte.

In einer ersten Schätzung vom Januar hatten die Statistiker einen Rückgang der Wirtschaftsleistung um 0,25 Prozent erwartet. Für das Gesamtjahr 2011 bestätigte das Statistische Bundesamt das BIP-Wachstum von 3,0 Prozent.

Der Rückgang der Wirtschaftsleistung in der Euro-Zone fiel mit 0,3 Prozent etwas stärker aus als in Deutschland, wie die europäische Statistikbehörde Eurostat am Mittwoch in Luxemburg mitteilte. Im dritten Quartal 2011 war die Wirtschaft noch um 0,1 Prozent gewachsen. Besonders stark war der Rückgang in Portugal wo das Bruttoinlandsprodukt im vierten Quartal um 1,3 Prozent gegenüber dem Vorquartal schrumpfte. Überraschend positiv entwickelte sich dagegen die Wirtschaft in Frankreich. Zwischen Oktober und Dezember legte die französische Wirtschaftsleistung um 0,2 Prozent
gegenüber dem Vorquartal zu, wie die französische Statistikbehörde Insee am Mittwoch in Paris mitteilte. Volkswirte hatten zuvor einen Rückgang um 0,2 Prozent erwartet. Im dritten Quartal hatte das BIP den Angaben zufolge um 0,3 Prozent zugelegt. Im Jahresvergleich zeigte sich die französische Wirtschaft im vierten Quartal ebenfalls stärker als erwartet. Laut Insee betrug das Wachstum zum Vorjahr 1,4 Prozent. Hier
hatten Ökonomen zuvor nur mit einem Zuwachs von 1,1 Prozent gerechnet.

In Deutschland kamen die positiven Impulse im Schlussquartal vor allem von den Investitionen. Der Bausektor investierte deutlich mehr als im Vorquartal. Hingegen wirkte sich der Außenhandel insgesamt negativ auf das BIP-Wachstum aus, und auch die zuletzt starken Konsumausgaben waren leicht rückläufig. Anfang 2012 hat der Aufschwung nach Einschätzung von Volkswirten aber wieder etwas an Fahrt gewonnen. „Das 4. Quartal 2011 dürfte den Tiefpunkt markiert haben“, glauben etwa Experten der Unicredit. Darauf deuteten starke Daten vom Arbeitsmarkt hin. Der Inlandskonsum dürfte deshalb wieder anziehen, zumal sich die Verbraucherstimmung zuletzt aufhellte. Auch die Exporterwartungen hätten wich wieder deutlich verbessert, betonte Unicredit-Ökonom Alexander Koch.

Damit würde vermieden, dass die bisherige Konjunkturlokomotive Europas in eine „technische Rezession“ schlittern könnte, bei der das BIP in zwei aufeinanderfolgenden Quartalen schrumpft. Allzu große Sprünge dürfte die deutsche Konjunktur zum Jahresbeginn aber noch nicht machen. „Ein schwacher Start in das Jahr und der frostige Februar werden die Wirtschaftsleistung wohl auch im ersten Quartal belasten“, betont DIW-Konjunkturexperte Simon Junker.

Kommentare (27)

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15.02.2012, 08:19 Uhr

Wäre vielleicht mal angebracht wenn man in den Medien endlich mal über die Tatsachen berichten würde. Ich selbst kenne noch ganz andere Zahlen durch meine Tätigkeit und wundere mich wie die öffentliche Berichterstattung aussieht. Die Wahrheit ist, dass wir vor einer Katastrophe stehen wie sie sich so mancher noch nicht zu träumen wagt und die sog. Volksvertreter mit allen Mitteln versuchen diesen Knall herauszuzögern ohne dabei zu merken dass eine gerechte Aufklärung dem Volk gegenüber besser und vorbeugsamer wäre als das was hier gerade passiert. Der Knall kommt zu 100% und zwar mit voller Härte und wahrscheinlich total überraschend wenn das so weiter gespielt wird.

denk.mal

15.02.2012, 08:44 Uhr

Ich würde das sofort unterschreiben, wenn ich mir sicher wäre, dass wir vom selben Knall sprechen. Dürfte ich also fragen, welchen sie meinen?

denk.mal

15.02.2012, 08:48 Uhr

Eigenartig, warum hier nur die Quartalszahl genannt wird und nicht der Umstand, dass die deutsche Wirtschaftsleistung verglichen mit dem Vormonat im Dezember um 2,7% gesunken ist.

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