Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

14.11.2014

11:12 Uhr

Wachstum im dritten Quartal

Griechenland schlägt Deutschland

Die Euro-Zone ist im dritten Quartal einer Rezession entgangen, wächst aber nur schwach. Deutschland gehört dabei zu den Wachstumsbremsen – vorne hingegen gibt es eine Überraschung.

Wichtige Tourismusbranche im Aufwind

Urlauber kehren nach Griechenland zurück!

Wichtige Tourismusbranche im Aufwind: Urlauber kehren nach Griechenland zurück!

Ihr Browser unterstützt leider die Anzeige dieses Videos nicht.

BrüsselDie Wirtschaft in der Euro-Zone ist im dritten Quartal dank der Erholung von Krisenstaaten wie Spanien etwas kräftiger als erwartet gewachsen. Das Bruttoinlandsprodukt legte von Juli bis September um 0,2 Prozent zum Vorquartal zu, wie das Statistikamt Eurostat am Freitag in einer ersten Schätzung mitteilte. Von Reuters befragte Ökonomen waren davon ausgegangen, dass es wie schon im Frühjahr nur zu einem Plus von 0,1 Prozent reicht.

Angeschoben wurde die Konjunktur von Frankreich. Die zweitgrößte Volkswirtschaft der Währungsunion legte um 0,3 Prozent zu und wuchs damit nach der Flaute im ersten Halbjahr erstmals wieder. Spanien schaffte mit 0,5 Prozent ebenfalls ein überdurchschnittliches Plus. Ebenso Griechenland, dass mit 0,7 Prozent den kräftigsten Zuwachs aller Euro-Länder meldete.

Die langjährige Konjunkturlokomotive Deutschland erwies sich dagegen erneut als Bremse: Europas Nummer eins gelang nur ein Mini-Wachstum von 0,1 Prozent, nach einem Minus von 0,1 Prozent im Vorquartal. Italien glitt dagegen in die Rezession ab: Das Bruttoinlandsprodukt schrumpfte um 0,1 Prozent und damit das zweite Quartal in Folge.

Jugendarbeitslosigkeit in Krisenländern Europas

Frankreich

Die Perspektivlosigkeit von jungen Menschen ohne Job gilt in Frankreich als eine der größten Gefahren für den sozialen Zusammenhalt. Die Arbeitslosenquote der unter 25-Jährigen lag zuletzt (Juni) bei 22,4 Prozent. Die Regierung von Präsident François Hollande finanziert mit Milliardenbeträgen Eingliederungsprogramme sowie sogenannte „Zukunftsarbeitsplätze“ für gering qualifizierte Jugendliche. Zudem wurde das System sogenannter „Generationenverträge“ geschaffen. Es bietet kleinen Unternehmen finanzielle Anreize, die sich gleichzeitig für den Nachwuchs und für alte Arbeitnehmer einsetzen.

Griechenland

Nach Angaben vom Mai sind in Griechenland 53,1 Prozent der unter 25-Jährigen ohne Job. Im Vorjahr waren es 59,6 Prozent. Die leichte Verbesserung liegt nach Angaben der Gewerkschaft des privaten Bereichs am boomenden Tourismus. In Griechenland sollen nach den Worten von Regierungschef Antonis Samaras in den kommenden Monaten 145.000 neue Arbeitsplätze geschaffen werden. Sie sollen mit Hilfe von EU-Mitteln und dem für 2014 erwarteten zaghaften Wirtschaftswachstum entstehen. In den nächsten Monaten sollen 600 Millionen Euro EU-Subventionen für neue Jobs – vornehmlich Ausbildungsplätze – nach Griechenland fließen.

Italien

43,7 Prozent der jungen Italiener sind arbeitslos, Schüler und Studierende nicht eingerechnet. Das nationale Statistikamt Italiens (Istat) sieht die Jugendlichen als „am stärksten von der Krise betroffen“. Der sozialdemokratische Regierungschef Matteo Renzi bemüht sich – bisher erfolglos – um eine Entspannung der Lage. Zeitarbeitsverträge sollen leichter verlängert, der Kündigungsschutz in den ersten drei Jahren ausgesetzt werden. So – und mit Steuererleichterungen – möchte er die Arbeitgeber entlasten. Durch EU-Gelder, 1,5 Milliarden in den kommenden zwei Jahren, erhofft sich Renzi eine bessere Grundlage zur Bekämpfung von Jugendarbeitslosigkeit.

Spanien

Die Arbeitslosenquote beträgt in Spanien bei den unter 25-Jährigen 53,5 Prozent. Schon seit Jahren bezeichnen spanische Politiker aller Parteien die hohe Jugendarbeitslosigkeit als eines der größten Probleme. Dennoch geschah relativ wenig, um das Problem zu lösen. Die Regierung beschloss im Juli Hilfen für Unternehmer, die junge Leute einstellen. Politiker aus Deutschland warben in Spanien für eine Übernahme des deutschen Systems der dualen Berufsausbildung. Die Traditionen des spanischen Bildungssystem verhinderten jedoch, dass diese Idee sich in größerem Umfang durchsetzen konnte.

Die Konjunkturaussichten bleiben für die Euro-Zone wegen der hohen Arbeitslosigkeit in vielen Ländern und dem Sparzwang der Regierungen mau. Die EU-Kommission senkte erst vor wenigen Tagen ihre Wachstumsprognose für 2014 von 1,2 auf 0,8 Prozent und für 2015 von 1,7 auf 1,1 Prozent. 2016 erwartet die Behörde dann ein Plus von 1,7 Prozent.

Bei den Verbraucherpreisen gab es hingegen einen leichten Aufwärtstrend. Sie erhöhten sich um 0,4 Prozent im Vergleich zum Vorjahresmonat, wie das Statistikamt Eurostat am Freitag auf basis endgültiger Daten mitteilte. Im September war die Teuerungsrate mit 0,3 Prozent noch einen Tick geringer ausgefallen - es war zugleich der niedrigsten Wert seit fünf Jahren. Die Europäische Zentralbank (EZB) spricht nur bei Werten von knapp unter zwei Prozent von stabilen Preisen. Um einen für die Wirtschaft schädlichen Preisverfall auf breiter Front zu verhindern, hat sie ihren Leitzins auf ein Rekordtief gesenkt. Außerdem pumpt sie Milliarden an billigem Geld in die Wirtschaft. Wie die Daten von Eurostat zeigen, fallen die Preise in einigen Ländern: so in Griechenland mit minus 1,8 Prozent und in Spanien mit minus 0,2 Prozent. Gedämpft wurde die Inflation im Oktober erneut von fallenden Energiepreisen. Diese gaben um 2,0 Prozent nach. Dagegen stiegen die Preise für Lebensmittel, Alkohol und Tabak um 0,5 Prozent, die für Dienstleistungen um 1,2 Prozent.

Von

rtr

Kommentare (18)

Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.  Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.

Account gelöscht!

14.11.2014, 12:01 Uhr

Da scheint in Griechenland, Frankreich und allg. in Südeuropa wieder das Geschäft mit der Prostitution, dem Drogenhandel und Zigarettenschmuggel aufschwung zu haben.
Ist das nicht schön, wie man seit diesem Jahr EU-weit sein BIP mit solchen "Geschäften" aufhübschen kann. Die EU betrügt sich jetzt schon selber und baut ihre Scheinwelt einer Mafiaorganisation weiter aus. Fehlen nur noch die Bestechnungsgelder in der neuen BIP Berechnung. Nur damit der schöne Schein gewährt werden kann und das Schulden machen und die Reformverweigerung weiter politisch betreiben werden kann. Gute Ncht EU-Deeutschland!

Herr Werner Müller

14.11.2014, 12:11 Uhr

Was für eine BLÖD-Überschrift! Man könnte meinen, zwei gleichstarke Athleten werden hier gemessen und der eine bleibt hinter dem anderen zurück. Griechenland ist ein lahmer Gaul, der halt nochmal seinen Kopf hebt (durch Trickserei beim BIP, Prostitztion, Urlauber, etc) und wird vom HB allen Ernstes mit GER verglichen. Da reicht nichtmal der Vergleich zwischen Äpfeln und Birnen, das ist so ein absoluter Schwachsinn...

Herr J.-Fr. Pella

14.11.2014, 12:17 Uhr

Griechenland schlägt Deutschland......

Pommesbude in Schalke übernimmt Burger King....

Armes Deutschland!!!!

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×