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13.07.2014

17:41 Uhr

Wachstumsbremse

Jens Weidmann greift die Regierung an

Er spricht von „falschen Signalen“ und Rückschritten bei längst gelernt geglaubten Lektionen. Bundesbank-Chef Jens Weidmann kritisiert die große Koalition für ihre jüngsten Gesetzespakete scharf.

Er warnt davor, die Rentenstruktur in Deutschland anzugehen und der Frühverrentung die Tore weit zu öffnen: Bundesbankchef Jens Weidmann. Reuters

Er warnt davor, die Rentenstruktur in Deutschland anzugehen und der Frühverrentung die Tore weit zu öffnen: Bundesbankchef Jens Weidmann.

BerlinBundesbank-Präsident Jens Weidmann hat der großen Koalition vorgeworfen, mit Beschlüssen wie zur Rente mit 63 die deutsche Konjunktur zu bremsen. Die Maßnahmen seit der Bundestagswahl könnten das Wirtschaftswachstum bis 2016 bis zu einem halben Prozentpunkt verlangsamen, sagte Weidmann der „Welt am Sonntag“. Hauptgrund sei die Rente mit 63.

Der Behördenchef verwies dabei auf die Krisenstaaten der Euro-Zone, denen die Partnerländer mit Krediten geholfen haben. In drei von vier Staaten mit Hilfsprogrammen sei ein höheres Renteneintrittsalter Teil der geforderten Reformen gewesen. Deutschland sei diesen Schritt früher als andere gegangen, sagte Weidmann. „Diese Politik nun wieder zum Teil rückgängig zu machen, halte ich für ein falsches Signal.“ Ohnehin werde die deutsche Wirtschaft wegen der schrumpfenden Bevölkerung künftig nicht mehr so stark wachsen.

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Die Beschlüsse des Rentenpaketes der Koalition gelten seit dem 01. Juli. Darin sind die abschlagfreie Rente mit 63 nach 45 Beitragsjahren und höhere Zahlungen für viele Mütter vorgesehen. Die Reform bedeutet nach Berechnungen des Arbeitsministeriums bis zum Jahr 2030 Mehrausgaben von mindestens 160 Milliarden Euro.

Von

rtr

Kommentare (1)

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Herr Manfred Zimmer

14.07.2014, 18:31 Uhr

"Bundesbank-Präsident Jens Weidmann hat der großen Koalition vorgeworfen, mit Beschlüssen wie zur Rente mit 63 die deutsche Konjunktur zu bremsen."

Vielleicht liegt er richtig.

Ich hielt auch die Überschrift für schlecht gewählt. Statt "Rente mit 63" hätte oben drüber stehen müssen "Rente nach 45 Dienstjahren". Das wäre nicht nur klarer sondern im Sinne von Herrn Weidmann noch viel effizienter gewesen. Es hätte Durchschlagskraft bis in die politischen Reihen gehabt.

Akademiker, die mit 35 in den Beruf einsteigen hätten dann Rentenanspruch mit 35 + 45 = 80 Lebensjahren gehabt. Sie wären dann nach dem Gleichbehandlungsgrundsatz mit den Beschäftigten gleichgestellt worden, die mit 18 bereits ins Berufsleben eingestiegen wären.

Welcher Abgeordnete kommt schon auf 45 Dienstjahre?

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