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09.04.2011

18:02 Uhr

Wachstumsprognosen

Deutschlands Wirtschaft läuft und läuft und läuft

Der XXL-Aufschwung fällt noch größer aus: Die Regierung wird die Konjunkturprognosen für dieses und nächstes Jahr anheben, berichten Medien übereinstimmend. Die Kehrseite der Medaille: die stärker steigende Inflation.

Containerschiffe im Hafen von Hamburg. Quelle: ap

Containerschiffe im Hafen von Hamburg.

Berlin, HamburgNach den führenden Wirtschaftsforschungsinstituten wird auch die Bundesregierung Medienberichten zufolge ihre Konjunkturprognose anheben.

Wirtschaftsminister Rainer Brüderle gehe in der Frühjahrsprognose nun von einem Wirtschaftswachstum in diesem Jahr von mindestens 2,5 statt bislang 2,3 Prozent aus, berichteten die Magazine „Focus“ und „Spiegel“ am Samstag vorab unter Berufung auf Regierungskreise. Für das kommende Jahr rechne die Regierung nun mit einem Plus von rund 2,0 Prozent statt wie bislang mit 1,8 Prozent.

Ein Sprecher des Wirtschaftsministeriums wollte sich zu den Zahlen nicht äußern und verwies auf die Bekanntgabe der Frühjahrsprognose am Donnerstag. Die endgültigen Schätzwerte lägen erst Anfang der Woche vor, sagte er. Sie werden noch mit dem Kanzleramt und dem Finanzministerium abgestimmt. Den Magazinberichten zufolge sind die gestiegenen Auftragseingänge in der Industrie Hintergrund für die Anhebung der Prognose.

Der Internationale Währungsfonds (IWF) rechnet laut „Spiegel“ mit einem Wirtschaftswachstum in Deutschland von 2,5 Prozent in diesem und von 2,2 Prozent im kommenden Jahr. Das gehe aus dem jüngsten Weltwirtschaftsbericht hervor.

Die führenden Wirtschaftsinstitute hatten am Donnerstag ihre Wachstumsprognose für dieses Jahr um fast die Hälfte auf 2,8 Prozent nach oben geschraubt. Für 2012 erwarten die Forscher ein Plus von zwei Prozent. Nach einem Rekordzuwachs von 3,6 Prozent 2010 hatte die Regierung erst im Januar ihre Prognose angehoben. Im Zuge der Erholung von der globalen Wirtschaftskrise gab es im vorigen Jahr das stärkste Wachstum seit der Wiedervereinigung.

Der kräftige Aufschwung hilft auch dem Arbeitsmarkt. Bis Ende 2012 sollten nach Schätzung der Regierungsexperten rund 600.000 neue Jobs entstehen, schreibt der „Spiegel“. Die Institute erwarten, dass
die Arbeitslosigkeit bereits 2011 im Jahresdurchschnitt unter die Drei-Millionen-Marke fallen könnte. Demnach wird die Arbeitslosenzahl im Jahresdurchschnitt von gut 3,2 Millionen im vergangenen Jahr auf knapp 2,9 Millionen 2011 und auf 2,7 Millionen 2012 sinken. Allein in diesem Jahr könnten 430.000 neue Jobs entstehen.

Kommentare (19)

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Manu

09.04.2011, 13:20 Uhr

Dumme Propaganda
Mit dem "Aufschwung" wird es über Nacht wieder vorbei sein.
Unseren Politikern und globaler Vernetzung sei Dank......
Die Wochen und Monate bis zum geplanten Big Bang sind gezählt....
Aber viele Menschen schlafen noch und lassen sich von dümmlicher Propagand einlullen....

no.7

09.04.2011, 14:21 Uhr

wir werden dieses durch viel zu niedrige zinsen und schuldenmache provozierte Wachstum später verdammt teuer bezahlen. aber das interessiert brüderle nicht, der denkt nur an heute, nicht weiter. Gas geben, gas geben, zu mehr reicht es bei ihm nicht. mehr kann man da nicht erwarten. außerdem was soll dieses wachstumsgerede, wenn wir 4% Inflation bekommen, und danach sieht es ja aus ? wo ist denn dann wachstum ?!

Account gelöscht!

09.04.2011, 18:37 Uhr

Destatis hat Ende März 2011 eine Steigerung von 2,1 % p.a. für die Verbraucherpreise gemeldet. Der für die EU harmonisierte Index (HVPI) wurde mit 2,2 % angegeben. In erster Linie ist dies durch höhere Energiekosten bedingt. Wir wissen ja, wer durch Abgaben und Steuern erheblich dazu beiträgt - bei Strom und Benzin hat unser lieber Staat jüngst wieder hingelangt. Die Ölwirtschaft ist ebenfalls kräftig beteiligt.

Recht unerfreulich, jedoch noch kein Grund zur Besorgnis. Die 2 % der EZB sind eine Warnschwelle, aber noch keine Katastrophenmeldung.

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