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03.09.2014

08:03 Uhr

WEF-Wettbewerbsindex

USA überholen Deutschland

Die Euro-Lokomotive Deutschland galt lange als konkurrenzfähiger als die USA. Doch die Amerikaner haben aufgeholt. Im Wettbewerbsindex 2014 des Weltwirtschaftsforums stehen sie nun vor den Deutschen. Das hat Gründe.

Deutsche und amerikanische Flagge: Deutschland müsse sich mehr bemühen, Ausländer und Frauen dauerhaft auf den Arbeitsmarkt zu integrieren, so das WEF. dpa

Deutsche und amerikanische Flagge: Deutschland müsse sich mehr bemühen, Ausländer und Frauen dauerhaft auf den Arbeitsmarkt zu integrieren, so das WEF.

Die USA haben deutlich an Wettbewerbsfähigkeit zugelegt und Deutschland in der WEF-Rangliste der konkurrenzfähigsten Volkswirtschaften überholt. Im Wettbewerbsindex 2014, den das Weltwirtschaftsforum (WEF) in der Nacht zum Mittwoch in Genf veröffentlichte, verbesserten sich die USA um zwei Plätze auf Rang 3, während Deutschland um einen Platz auf Rang 5 zurückfiel. 2012 waren die USA erstmals hinter Deutschland zurückgeblieben; nach zwei Jahren stehen sie nun wieder besser da.

Als das konkurrenzfähigste Land der Welt weist die WEF-Studie zum sechsten Mal hintereinander die Schweiz aus, gefolgt von Singapur. Finnland verlor ebenfalls eine Position und landete als wettbewerbsfähigste Volkswirtschaft der Eurozone auf Rang 4.

Bei der Vorstellung des neuen Wettbewerbsberichts am WEF-Sitz in Cologny nahe Genf wurden auch Sorgen über den Ukraine-Konflikt laut. „Mögliche weitere Sanktionen gegen Russland würden wegen der Größe und Bedeutung der russischen Volkswirtschaft nicht nur Auswirkungen auf die russische Wettbewerbsfähigkeit, sondern auch für die Wirtschaftspartner Russlands haben“, sagte der Mitautor der Studie, Beñat Bilbao-Osorio.

Die leichte Abstufung Deutschlands hängt dem WEF zufolge mit instutionellen Rahmenbedingungen zusammen. Deutschland müsse sich mehr bemühen, Ausländer und Frauen dauerhaft auf den Arbeitsmarkt zu integrieren, um der Alterung der Gesellschaft zu begegnen. Zudem müsse beobachtet werden, inwiefern die Einführung des Mindestlohns die Flexibilität des Arbeitsmarkts beeinflussen werde, sagte die WEF-Deutschlandexpertin Caroline Galvan der Nachrichtenagentur dpa.

Größte Volkswirtschaften 2013 - 2028

Rang 10

2013
Kanada
1,8 Billionen Dollar
2028
Kanada
3,7 Billionen Dollar
Quelle: CEBR. Angaben beziehen sich auf das geschätzte Bruttoinlandsprodukt

Rang 9

2013
Italien
2,1 Billionen Dollar
2028
Mexiko
3,7 Billionen Dollar

Rang 8

2013
Russland
2,1 Billionen Dollar
2028
Russland
4,1 Billionen Dollar

Rang 7

2013
Brasilien
2,2 Billionen Dollar
2028
Großbritannien
4,3 Billionen Dollar

Rang 6

2013
Großbritannien
2,65 Billionen Dollar
2028
Deutschland
4,3 Billionen Dollar

Rang 5

2013
Frankreich
2,7 Billionen Dollar
2028
Brasilien
5,1 Billionen Dollar

Rang 4

2013
Deutschland
3,6 Billionen Dollar
2028
Japan
6,4 Billionen Dollar

Rang 3

2013
Japan
5 Billionen Dollar
2028
Indien
6,6 Billionen Dollar

Rang 2

2013
China
8,9 Billionen Dollar
2028
USA
32,2 Billionen Dollar

Rang 1

2013
USA
16,7 Billionen Dollar
2028
China
33,5 Billionen Dollar

Den USA bescheinigt die Studie Verbesserungen auf breiter Front. Auch in den Krisenländern Europas geht es nach Einschätzung des WEF aufwärts. Portugal arbeitete sich mit seinem ambitionierten Reformprogramm um 15 Positionen auf Rang 36 hoch. Griechenland, das allerdings bis in den Bereich armer Entwicklungsländer abgerutscht war, konnte immerhin um zehn Plätze auf Rang 81 klettern. Trotz der Fortschritte gebe es aber in beiden Ländern immer noch erhebliche Probleme, warnte der WEF.

China verbesserte sich um einen Platz und wurde auf Rang 28 verzeichnet. Andere Schwellenländer, unter ihnen die Türkei, Südafrika und Brasilien, fielen dagegen zurück.

Gleichzeitig warnten die Ökonomen, die Umsetzung struktureller Reformen sei entscheidend, um eine neue Krise der Weltwirtschaft zu vermeiden. „Die Grenze der Wettbewerbsfähigkeit in Europa wird künftig nicht mehr zwischen Nord und Süd verlaufen, sondern zwischen denen, die nötige Reformen umsetzen, und denen, die das nicht tun“, sagte Beñat Bilbao-Osorio.

Von

dpa

Kommentare (14)

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Account gelöscht!

03.09.2014, 08:19 Uhr

ES ist auch kein Wunder, dass die USA und die Weltwirtschaft die EU überholt und hinter sich lässt.
Mit dieser Finanz-EURO-Wirtschaftspoltiik und dieser verichtenden Energiepolitik einer Energiewende per EEG Zwangsgesetz ala Öko-Sozialisten im schwarzen Ehtik-Merkel-Gewnand.

Herr Michael Rensler

03.09.2014, 08:31 Uhr

Haben Sie den Artikel überhaupt gelesen?
"2012 waren die USA erstmals hinter Deutschland zurückgeblieben; nach zwei Jahren stehen sie nun wieder besser da."
Den Euro gab es übrigens schon vor 2012 und trotzdem waren wir vor den USA.
"Öko-Sozialisten im schwarzen Ehtik-Merkel-Gewnand."
Der Verzicht auf Atomkraft war Fraktionsübergreifen. Mir ist das nicht klar was es nun genau mit Frau Merkel zu tun hat.

Account gelöscht!

03.09.2014, 08:36 Uhr

Einer der wichtigsten Gründe für das Zurückfallen Deutschlands ist natürlich die Energiewende. Die ständige Verteuerung des Stroms zerschlägt die Kaufkraft von Millionen von Menschen.

Dass Einzelhandel und Automobilabsatz schrumpfen, ist nur die logische Folge davon.

In jüngster Zeit kommen zu diesem Bremseffekt noch die warhhaft selbstmörderischen Russlandsanktionen hinzu. Diese dürften sich in den aktuellen Zahlen noch kaum auswirken, haben aber das Potential, die deutsche Wirtschaft in eine veritable Rezession zu stürzen.

Vielen Dank, Frau Merkel, vielen Dank all ihre Vasallen, die dieser Wahnsinnspolitik in den Parlamenten zur Mehrheit verhelfen!

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