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04.07.2013

11:23 Uhr

Wegen Mini-Wachstum

Inflation frisst Lohnerhöhungen auf

Erstmals seit Ende 2009 sinken die Reallöhne wieder. Die Nominallöhne stiegen zwar um 1,4 Prozent. Die Lebenshaltung wurde aber 1,5 Prozent teurer. Bis Ende rechnen Experten wieder mit steigenden Reallöhnen.

Münzen in einem Geldbeutel. Real sind die Löhne gesunken. dpa

Münzen in einem Geldbeutel. Real sind die Löhne gesunken.

BerlinErstmals seit Ende 2009 frisst die Inflation in Deutschland die Lohnerhöhungen wieder auf. Die Reallöhne sanken zum Jahresauftakt verglichen mit dem Vorjahr um 0,1 Prozent, wie das Statistische Bundesamt am Donnerstag mitteilte. Das ist der erste Rückgang seit 13 Quartalen. Die Statistiker machen zwei Effekte dafür verantwortlich: Einerseits seien die Sonderzahlungen geringer ausgefallen. "Zum anderen ist die bezahlte Wochenarbeitszeit in diesem Zeitraum zurückgegangen", schrieben die Statistiker. Die deutsche Wirtschaft hatte zum Jahresauftakt nur ein Mini-Wachstum von 0,1 Prozent geschafft. Der lange und kalte Winter machte besonders dem Bau zu schaffen.

Insgesamt stiegen die Nominallöhne im ersten Quartal um 1,4 Prozent, die Lebenshaltung verteuerte sich mit 1,5 Prozent etwas stärker. Das größte Reallohn-Minus mussten Fachkräfte hinnehmen: Ihnen blieb nach Abzug der Inflation 0,6 Prozent weniger in den Taschen als vor Jahresfrist. Besser sieht es dagegen bei ungelernten Arbeitnehmern aus, die sogar real 1,5 Prozent mehr verdienten. Für das laufende Jahr rechnet das gewerkschaftsnahe WSI-Tarifarchiv aber mit insgesamt steigenden Einkommen: Die Tariflöhne und -gehälter dürften 2013 im Schnitt um 2,8 steigen und damit weitaus stärker als die Teuerungsrate. Allerdings sind Sonderzahlungen sowie Überstunden in dieser Berechnung nicht mit enthalten.

Erstmals seit drei Jahren: Deutsche Löhne steigen schneller als in Frankreich

Erstmals seit drei Jahren

Deutsche Löhne steigen schneller als in Frankreich

Die Löhne in Deutschland sind 2012 schneller gestiegen als in Frankreich. Dies gab es seit 2009 nicht mehr. Im Gegensatz zu Deutschland gibt es in Frankreich einen allgemeinen Mindestlohn.

Auf Sicht von fünf Jahren hatten die Arbeitnehmer in Deutschland real mehr Geld zur Verfügung: Die Nominallöhne stiegen von 2007 bis 2012 um 12,2 Prozent, die Lebenshaltungskosten um 8,3 Prozent. Dabei nahm das Lohngefälle aber zu. Leitende Angestellte konnten sich über deutlich höhere Lohnsteigerungen freuen als ungelernte Arbeitnehmer. Männer konnten ihre Realeinkommen stärker steigern als Frauen.

Dank der robusten Lage am Arbeitsmarkt und steigender Einkommen gilt der private Konsum als wichtige Stütze für das Wachstum der gesamten Wirtschaft. Denn wegen der Schuldenkrise fehlen wichtige Impulse vom Export.

Von

rtr

Kommentare (5)

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Vicario

04.07.2013, 11:55 Uhr

Zitat : Die Lebenshaltung wurde aber 1,5 Prozent teurer.

- das ist eine schlichte Lüge und Propagandameldung !

Die Lebenshaltung wurde mehr als 7 % teurer !

Die offizielle Inflationsrate ist durch Tricks schöngerechnent !

http://www.handelsblatt.com/meinung/kolumnen/kurz-und-schmerzhaft/b-wertet-inflation-ein-leerstueck-seite-all/6496168-all.html

http://www.shadowstats.com/alternate_data/inflation-charts

trobarie

04.07.2013, 12:43 Uhr

Danke Frau Merkel, danke Herr Schäuble, danke verlogene Opposition. Die Entwertung der Sparrücklagen, privaten Rentenvorsorgen und Lebensversicherungen beschleunigt sich für die deutschen Zahlbürger. Euch alle kann und darf man nicht mehr wählen. Ich säge mir den eigenen Ast nicht ab. Hoffentlich kapieren es viele Millionen Bürger! Wer jetzt noch wählt "weiter so", dem kann man nicht mehr helfen. Deutschlands Ausverkauf und die Aufgabe der eigenen Souveränität wäre perfekt.

aerzer

04.07.2013, 12:54 Uhr

Es wird mal wieder getrickst und betrogen. Inflationsrate offiziell 1,5 %, in der Realität über 7 %. Wer aufmerksam die Bedürfnisse einer vieköpfigen Familie verfolgt, sieht das klar bestätigt. Genauso bei der AfD: offiziell soll sie bei 2 % liegen, inoffiziell weiß man längst, dass sie in den Bundestag einzieht. Sie liegt zwischen 7 und 8 %. Und das kann noch besser werden, wenn man die Nachrichten über Portugal, Griechenland und Zypern liest. Der Einheitseuro bricht diesen Ländern das Genick. Sie müssen zur eigenen flexiblen Währung zurück. Genau das, was die AfD immer wieder verlangt.

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