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15.09.2016

07:52 Uhr

Weltbank

Präsident Kim steht vor zweiter Amtszeit

Weltbank-Chef Jim Yong Kim kann unangefochten für weitere fünf Jahre im Amt bleiben. Bis Ablauf der Bewerbungsfrist hat sich kein Gegenkandidat gemeldet, teilte die Washingtoner Finanzinstitution mit.

Jim Yong Kim kann weiter im Amt bleiben. dpa

Präsident der Weltbank

Jim Yong Kim kann weiter im Amt bleiben.

WashingtonWeltbank-Präsident Jim Yong Kim wird fünf weitere Jahre im Amt bleiben, weil sich bis zum Ablauf der Bewerbungsfrist kein Gegenkandidat gemeldet hat. Die Frist sei am Mittwoch (Ortszeit) ausgelaufen, ohne dass weitere Bewerbungen eingegangen seien, teilte der Exekutivrat der Washingtoner Finanzinstitution mit. Gemäß den internen Verfahrensregeln wolle sich der Rat nun mit Kim treffen und das Besetzungsverfahren bis zur Herbsttagung der Weltbank Anfang Oktober offiziell abschließen.

Die derzeitige Amtszeit des 56-Jährigen läuft noch bis Mitte 2017. Für eine zweite Amtszeit hatte er unter anderem die Unterstützung Deutschlands erhalten. Auch andere wichtige Anteilseigner der Weltbank wie die USA, China und Frankreich hatten ihre Unterstützung erklärt.

Der seit 2012 amtierende Kim ist nicht unumstritten. Anfang August hatte die Mitarbeitervereinigung der Weltbank in einem offenen Brief massive Kritik an ihm geübt. In der internationalen Finanzorganisation herrsche eine „Führungskrise“, welche die Weltbank auf längere Sicht irrelevant machen könnte, hieß es darin. Die rund 15.000 Mitarbeiter zählende Organisation beklagte Intransparenz bei der Postenbesetzung, Führungsschwäche, interne Unzufriedenheit und ein Übergewicht der USA.

Die Bundesregierung teilte diese Kritik nicht. Vize-Regierungssprecherin Ulrike Demmer sagte vergangene Woche in Berlin, Kim leiste an der Spitze der Weltbank „hervorragende Arbeit“, etwa beim Klimaschutz, bei der Bekämpfung von Pandemien und bei der Unterstützung von syrischen Flüchtlingen.

Einer informellen Regelung zufolge stellen die USA den Weltbankpräsidenten, während die Europäer den Chef des Internationalen Währungsfonds (IWF) bestimmen dürfen. Die USA hatten Kim nominiert.

Die Weltbank wurde wie ihre Schwesterorganisation IWF 1944 auf der Konferenz von Bretton Woods gegründet und sollte ursprünglich den Wiederaufbau Europas nach dem Zweiten Weltkrieg voranbringen. Heute ist die Kernaufgabe der Weltbankgruppe, die Armut in der Welt zu bekämpfen und die Lebensbedingungen der Menschen in den Entwicklungsländern zu verbessern.

Von

afp

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