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06.07.2012

12:24 Uhr

Weltkonjunktur

Lagarde warnt vor trüben Aussichten

IWF-Chefin Christine Lagarde sieht die Weltwirtschaft vor wachsenden Problemen. In Tokio kündigte sie angesichts „beunruhigender Aussichten“ an, dass der IWF seinen Wachstumsausblick binnen zehn Tagen senken werde.

Christine Lagarde bei ihrer Ankunft in Tokio. dapd

Christine Lagarde bei ihrer Ankunft in Tokio.

TokioAngesichts der Schwäche der Weltkonjunktur wird der Internationale Währungsfonds (IWF) nach Angaben von IWF-Chefin Christine Lagarde seine Prognosen für das globale Wirtschaftswachstum zurücknehmen. Das kündigte sie am Freitag in einer Rede in Tokio an und verwies zur Begründung auf die geringe Investitionsneigung sowie schwache Arbeitsmarkt- und Produktivitätsdaten in Europa, den USA und den so genannten BRICS-Staaten.

„Der globale Wachstumsausblick wird etwas schwächer als wir noch vor drei Monaten annahmen”, sagte Lagarde. „Und selbst diese niedrige Erwartung wird davon abhängen, dass die richtigen politischen Entscheidungen gefällt werden.” Der neue Ausblick werde in zehn Tagen vorgestellt, kündigte sie an. Im April war von der Sonderorganisation der Vereinten Nationen noch ein Plus von 3,5 Prozent prognostiziert worden.

Während in China und Europa die Leitzinsen gesenkt wurden und England weitere 50 Milliarden Pfund in das Wertpapierkaufprogramm investiert, fordert Lagarde zur Stärkung der Wirtschaft und Überwindung der Staatsschuldenkrise die europäische Fiskalunion. “Sie müssen sich auch in Richtung Fiskalunion bewegen”, empfahl sie der Politik in Brüssel, „aber sie bewegen sich gemeinsam in eine neue Richtung und das ist ein klares Zeichen, dass sich die Dinge ändern,” sagte sie.

„In den vergangenen Monaten ist der Ausblick leider zunehmend Besorgnis erregend geworden”, sagte Lagarde. Viele Wirtschafts- und Konjunkturindikatoren hätten sich verschlechtert. „Und nicht nur in Europa und den USA.” Für die Vereinigten Staaten hat der IWF seine Prognose für das Wirtschaftswachstum bereits von zuletzt 2,1 Prozent auf zwei Prozent gesenkt.

Die „wichtigsten Schwellenländer” wie Brasilien, China und Indien zeigten Anzeichen, dass sich das Wachstum verlangsame, sagte Lagarde. Diese drei Länder sind zusammen mit Russland für mehr als 20 Prozent der Weltwirtschaft verantwortlich, zeigen IWF Daten.

Kommentare (2)

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Inkompetente_ZK-Juristen

06.07.2012, 13:21 Uhr

Lagarde ist Juristin, und ebenso wie der Jurist Schäuble begreift sie die volkswirtschaftlichen Zusammenhänge nicht und versucht alles in ZK-Manier mit Gelddrucken, Demokratieabbau und Transferunion zu lösen. Wer aber ständig gegen marktwirtschaftliche Grundprinzipien verstößt, säht Ineffizienz, Korruption und Seilschaften und erntet Chaos und Zusammenbruch.

Markus.Ehrler

06.07.2012, 14:02 Uhr

Leider liegen Sie völlig richtig. Warum gibt es nur wenige die das erkennen und anprangern? Hat es mit demokratischen Erosionserscheinungen im Westen zu tun?

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