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08.06.2011

03:57 Uhr

Weltkonjunktur

Weltbank sieht Wachstum, aber auch Gefahren

Die Weltkonjunktur nimmt nach Einschätzung der Weltbank nächstes Jahr neue Fahrt auf, doch droht der Boom der Schwellenländer zum ernsten Problem zu werden.

Shwellenländer wie China treiben die Weltkonjunktur an. Quelle: dapd

Shwellenländer wie China treiben die Weltkonjunktur an.

WashingtonNach 3,2 Prozent in diesem Jahr sei 2012 und im Jahr darauf global sogar mit jeweils 3,6 Prozent Wachstum zu rechnen, heißt es im jüngsten Bericht der Organisation zu den weltweiten Wirtschaftsaussichten, der am Dienstagabend (Ortszeit) in Washington vorgelegt wurde. Mit Blick auf Boom-Regionen wie Fernost oder Lateinamerika verschärfte die Weltbank jedoch ihre schon sei einiger Zeit geäußerten Warnung vor Überhitzung.

Risiken sieht die Organisation vor allem durch einen neuen Ölpreisschock, sollte sich die Lage im Nahen Osten und in Nordafrika verschlimmern. Auch könnten neue Fehlernten die angezogenen Preise der Nahrungsmittel noch weiter in die Höhe treiben, mit verheerenden Folgen für die Armen.

Beim globalen Wachstum preschen die Schwellen- und Entwicklungsländer weiterhin voran: Die Weltbank prognostiziert für sie ein jährliches Plus von 6,3 Prozent bis 2013, nachdem sie 2010 satt um 7,3 Prozent zugelegt hatten. Für die reichen Länder rechnet die Entwicklungshilfeorganisation derweil mit vergleichsweise mageren 2,2 Prozent dieses Jahr, dafür 2012 und 2013 schon wieder mit um die 2,6 Prozent.

Die Euro-Zone sieht die Weltbank indes bei lediglich 1,7 bis 1,9 Prozent Wachstum zwischen diesem Jahr und 2013. Auf den Industrienationen laste weiterhin hohe Arbeitslosigkeit, hohe Schulden und aus dem Lot geratene Staatsfinanzen. „In vielen aufstrebenden Nationen bewegt sich die Wirtschaft jenseits ihrer Kapazitäten und riskiert Überhitzung“, sagte Weltbank-Ökonom Hans Timmer bei der Vorlage des jüngsten Berichts.

Das starke Wachstum habe zu einer Reihe neuer globaler Herausforderungen geführt, darunter höhere Rohstoffpreise und steigende Inflation. Nicht auszuschließen sei die Rückkehr destabilisierender Kapitalströme, wenn das Zinsniveau steige. „Die Finanzkrise ist für die meisten Entwicklungsländer vorbei“, sagte der Hauptautor des Berichts, Andrew Burns. Diese Staaten müssten sich nun darum kümmern, ihre während der Turbulenzen geschmolzenen Finanzreserven wieder aufzubauen.“ Den langfristigen Ausblick für aufsteigende Nationen bewertete er positiv. Diese Länder hätten in den vergangenen zehn Jahren ein starkes Wachstum an den Tag gelegt. „Es gibt jeden Grund anzunehmen, dass sie dies fortsetzen.“

Von

dpa

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