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18.10.2013

14:29 Uhr

Weltwirtschaft

China und Euroländer lassen hoffen

Die Aussichten für die Weltwirtschaft haben sich in diesem Jahr stetig eingetrübt. Doch nun kommt neue Zuversicht auf: China und – ausgerechnet – der krisengeplagte Euroraum machen wieder Mut.

Chinas Handelsminister zwischen der Flagge Chinas und der der EU: Die Wirtschaft des Reichs der Mitte und die der Eurozone wachsen wieder stärker. ap

Chinas Handelsminister zwischen der Flagge Chinas und der der EU: Die Wirtschaft des Reichs der Mitte und die der Eurozone wachsen wieder stärker.

PekingNeue Hoffnung für die Weltwirtschaft: China kommt als Konjunkturlokomotive wieder in Fahrt, in der Eurozone steigt der Optimismus und in den USA dürfte die Notenbank das Wachstum vorerst weiter ungebremst mit ultrabilligem Geld ankurbeln. Profitieren könnte vor allem das exportabhängige Deutschland. Die Europäische Zentralbank (EZB) rechnet 2014 laut Ratsmitglied Ewald Nowotny mit einem „sehr starken Aufschwung“ in der größten Euro-Volkswirtschaft.

„Die Weltwirtschaft gewinnt derzeit neuen Schwung“, sagt Chefökonom Thomas Gitzel von der VP Bank. Rund um den Globus hätten zuletzt wichtige Frühindikatoren zugelegt. Am Freitag hoben neue Konjunkturdaten aus China die Stimmung an den Finanzmärkten: Die zweitgrößte Wirtschaftsmacht der Welt konnte im dritten Quartal mit kräftigem Wachstum punkten. „China ist wieder in der Spur“, kommentiert Experte Erik Welne vom Devisenhändler Forex Capital Markets.

Doch nicht nur im Reich der Mitte schwinden die Konjunktursorgen, auch die Eurozone ist nach Einschätzung von Ökonomen auf einem gutem Wege. Zwar hat der krisengeplagte Währungsraum gerade erst die tiefe, eineinhalb Jahre andauernde Rezession hinter sich gelassen. Doch nun steigt die Zuversicht. „Überall“ in der Eurozone sei im nächsten Jahr mit Wachstum zu rechnen, sagt der hochrangige EZB-Vertreter Nowotny. Vor allem Deutschland dürfte einen kräftigen Schub erhalten - Nowotny rechnet mit einem Anstieg des Bruttoinlandsprodukts zwischen 1,8 und 2,0 Prozent. Für die Weltwirtschaft insgesamt zeigte sich der österreichische Notenbankchef ebenfalls zuversichtlich.

Der Baltic Dry Index, der die Entwicklung der Frachtraten in der Containerschifffahrt misst und als zuverlässiger Konjunkturindikator gilt, gibt Optimisten wie Nowotny Recht. In den vergangenen Monaten sind die Charterraten kräftig gestiegen. Das ist ein Zeichen dafür, dass der Welthandel stärker in Gang kommt. Der Index bewegt sich mittlerweile auf dem höchsten Niveau seit Ende 2011. „Hier werden Daten geliefert, die die Zuversicht bezüglich der weiteren Konjunkturentwicklung auf globaler Ebene untermauern“, sagt Experte Folker Hellmeyer von der Bremer Landesbank.

Schützenhilfe beim Anfeuern der Weltwirtschaft könnte auch die US-Notenbank liefern: Immer mehr Volkswirte rechnen damit, dass die Fed in diesem Jahr noch nicht mit dem Abbau ihrer Stützen für die US-Konjunktur beginnen wird. Der Grund: Die USA leiden unter den Folgen der vorübergehenden finanziellen Lähmung, die das politische Gezerre um Haushalt und Schuldengrenze verursacht hatte. Die geplante geldpolitische Wende der Fed dürfte deshalb aufgeschoben werden, so Ulrich Wortberg, Analyst der Landesbank Hessen-Thüringen.

Allerdings: Auch wenn die positiven Anzeichen sich mehren, kann beim Blick auf die Weltwirtschaft bislang nur von Hoffnungsschimmern die Rede sein. Im Laufe des Jahres hatten sich die Aussichten immer weiter eingetrübt. Der Internationale Währungsfonds (IWF) senkte seine globale Wachstumsprognose für 2014 erst vor kurzem auf 3,6 Prozent. Im Januar hatte der IWF noch mit 4,1 Prozent gerechnet. Besonders die Perspektiven in großen Schwellen- und Entwicklungsländern wie Indien, Mexiko oder Russland, aber auch China und Brasilien bewertet der Währungsfonds jetzt deutlich kritischer.

Von

dpa

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