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29.12.2014

11:36 Uhr

Weltwirtschaft

China vor den USA neue Nummer eins

Der IWF sieht Chinas Wirtschaft erstmals vor den USA – dabei sind Zeiten des Turbo-Wachstums vorbei. Chinas Staatschef spricht von „neuer Normalität“, doch zu dieser gehören auch Risiken für die chinesische Wirtschaft.

Staats- und Parteichef Xi Jinping will mittleres, schnelles Wachstum, das sich stärker auf Qualität als Quantität konzentriert. Reuters

Staats- und Parteichef Xi Jinping will mittleres, schnelles Wachstum, das sich stärker auf Qualität als Quantität konzentriert.

PekingHat Chinas Wirtschaft die USA überholt und ist die neue Nummer Eins in der Welt? Ja und Nein. Kaufkraftbereinigt sieht der Internationale Währungsfonds (IWF) die chinesische Wirtschaft in diesem Jahr erstmals vor den USA.

Das heißt, wenn verglichen wird, was ein Chinese und ein Amerikaner für eine Tasse Tee oder Kaffee ausgeben muss. Also, was er tatsächlich mit seinem Geld kaufen kann – unabhängig vom unterschiedlichen Preisniveau und Wechselkurs. Wird aber alles in US-Dollar gerechnet, liegen die USA um satte 70 Prozent vor China und bleiben die größte Volkswirtschaft der Erde.

Pro Kopf gerechnet ist die Wirtschaftsleistung der USA mit 53.001 US-Dollar sogar viermal größer. Gerade deswegen tun viele Experten – gerade in den USA – die IWF-Berechnungen als „nicht so wichtig“ ab, während sich viele Chinesen gleichwohl nicht ohne Stolz freuen, die Supermacht USA zumindest in diesem Punkt überrundet zu haben.

Tatsache bleibt, dass China zulegt. Trotz schwächerer Konjunktur mit sieben Prozent, während die USA nur zwei Prozent erwarten können. Deswegen blicken alle nach China, das nach der kaufkraftbereinigten Berechnung des Währungsfonds jetzt einen Anteil von 16,5 Prozent an der Weltwirtschaft erreicht hat – gegenüber 16,3 Prozent der USA. Das Reich der Mitte ist damit wichtiger denn je für die Weltwirtschaft, die sich von der Finanzkrise immer noch nicht erholt hat.

Die fünf großen Gefahren für Chinas Wirtschaftswachstum

Immobilienblase

Seit Jahren schießen die Immobilienpreise in Chinas Großstädten in ungeahnte Höhen - seit Monaten mehren sich jedoch Zeichen für einen Kollaps.

Schattenbanken

Neben den trägen Staatsbanken hat sich in China ein großer Markt von nicht-registrierten Geldinstituten etabliert, die der Staat bislang nicht kontrollieren kann.

Faule Kredite

Banken haben ohne genaue Prüfung Firmen immense Kredite für unproduktive und verschwenderische Investitionen gegeben.

Überkapazitäten

Mit Subventionen der Regierung haben viele Branchen gewaltige Überkapazitäten aufgebaut, beispielsweise die Solarindustrie. Aber sie werden ihre Produkte nicht los.

Internationale Krisen

Chinas Wirtschaft hängt vom Export ab. Geraten wichtige Abnehmerländer in Krisen, hat auch China Probleme.

Aber auch China wächst nicht mehr ganz so schnell. Die Zeiten mit zweistelligen Wachstumsraten sind vorbei. Heute spricht Staats- und Parteichef Xi Jinping von der „neuen Normalität“. In diesem Jahr dürfte die Wirtschaft nur noch mit 7,3 oder 7,4 Prozent wachsen, so langsam wie seit den 90er Jahren nicht mehr. Das liegt am unteren Ende der ursprünglichen Zielvorgabe von „rund 7,5 Prozent“ für 2014. Für das neue Jahr könnten nur noch sieben Prozent vorgegeben werden.

Was heißt „neue Normalität“? Es bedeutet ein Wandel von rasantem Wachstum zu mittlerem, schnellem Wachstum, das sich stärker auf Qualität als Quantität konzentriert. Statt die Produktion auszuweiten, soll sie verbessert werden. Statt Verschwendung geht es heute stärker um Effizienz. Konventionelle Wachstumsmotoren sollen durch neue Triebkräfte für die Wirtschaft ersetzt werden.

Kommentare (1)

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29.12.2014, 18:26 Uhr

China vor den USA neue Nummer eins

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Kauft weiterhin 1 €uro Schnäppchen aus CHINA. :-)))





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