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09.10.2015

16:38 Uhr

Weltwirtschaft

Fitschen findet Sorge um Schwellenländer übertrieben

Als „normale Korrektur vorangegangener Überhitzung“ bezeichnet Bankenpräsident Fitschen die Konjunkturabkühlung Chinas und anderer Schwellenländer. Er kritisierte übertriebene Panikmache bei Wirtschaftsprognosen.

Der Chef des Bankenverbands BdB und Co-Chef der Deutschen Bank findet die Sorge um eine weltweite Rezession übertrieben. dpa

Jürgen Fitschen

Der Chef des Bankenverbands BdB und Co-Chef der Deutschen Bank findet die Sorge um eine weltweite Rezession übertrieben.

BerlinBankenpräsident Jürgen Fitschen sieht in der Wachstumsschwäche von Schwellenländern wie China keine allzu große Gefahr für die globale Konjunktur. „Die Sorge vor einem Abrutschen der Weltwirtschaft in eine neuerliche Krise ist überzogen“, sagte der Chef des Bankenverbands BdB und Co-Chef der Deutschen Bank am Freitag anlässlich der Jahrestagung des Internationalen Währungsfonds (IWF) und der Weltbank in Lima.

„Dass sich das konjunkturelle Klima in den Schwellenländern abkühlt, ist zum Teil eine normale Korrektur vorangegangener Überhitzung“, betonte Fitschen, der an der Konferenz in Peru teilnimmt. Die Schwellenländer dürften dennoch weiter wachsen – allerdings mit etwas weniger Tempo als zuletzt.

Eines der zentralen Themen in Lima ist die Konjunkturabkühlung in den „Emerging Markets“. Denn China wächst derzeit zwar im internationalen Vergleich immer noch kräftig, aber deutlich langsamer als in der Vergangenheit. Brasilien und Russland stecken in der Rezession.

Der IWF hatte in seinem Weltwirtschaftsausblick jüngst die Prognose für das globale Wachstum in diesem und im nächsten Jahr gesenkt und dies mit der Verlangsamung in den Schwellenländern begründet.

Fitschen geht nicht davon aus, dass die erwartete Zinswende in den USA zu abrupten Kapitalbewegungen führt und die schwierige Lage der Schwellenländer weiter verschärfen könnte.

Die Verlierer der Weltwirtschaft

Großbritannien

2014: 2,435 ; 2030: 3,586 ; 2050: 5,744 (BIP in Milliarden US-Dollar, gewichtet nach Kaufkraftparität in Dollar)

Zwar wird Großbritannien auch 2030 noch im Ranking der Top-Volkswirtschaften mit Platz zehn in der Top Ten sein. Doch 2050 sieht das anders aus: Rang elf.

Italien

2014: 2,066 ; 2030: 2,591 ; 2050: 3,617 (BIP in Milliarden US-Dollar, gewichtet nach Kaufkraftparität in Dollar)

Italien wird in 35 Jahren auf Rang 18 zurückfallen. Die Prognose zeigt deutlich, dass Europa im weltweiten Vergleich weiter an wirtschaftlichem Gewicht verliert.

Frankreich

2014: 2,587; 2030: 3,418; 2050: 5,207 (BIP in Milliarden US-Dollar, gewichtet nach Kaufkraftparität in Dollar)

Frankreich kommt schafft es bereits 2030 auf Rang elf und rutscht bis 2050 auf Platz 13.

Russland

2014: 3,559 ; 2030: 4,854 ; 2050: 7,575 (BIP in Milliarden US-Dollar, gewichtet nach Kaufkraftparität in Dollar)

Russland wird bis 2050 auf Platz acht verdrängt.

Deutschland

2014: 3,621 ; 2030: 4,590 ; 2050: 6,338 (BIP in Milliarden US-Dollar, gewichtet nach Kaufkraftparität in Dollar)

Drei europäische Staaten gehören derzeit zu den zehn größten Volkswirtschaften der Welt: Deutschland, Frankreich und Großbritannien. 2050 wird nur noch die Bundesrepublik in den Top Ten der wirtschaftlich leistungsfähigsten Staaten vertreten sein. Deutschland wird bereits 2030 auf Rang acht zurückfallen.

Japan

2014: 4,788 ; 2030: 6,006 ; 2050: 7,914 (BIP in Milliarden US-Dollar, gewichtet nach Kaufkraftparität in Dollar)

Während Japan auch 2030 den vierten Platz verteidigt, wird das Land bis 2050 drei Ränge abrutschen und auf Rang sieben landen.

USA

2014: 17,416 ; 2030: 25,451 ; 2050: 41,384 (BIP in Milliarden US-Dollar, gewichtet nach Kaufkraftparität in Dollar)

Auch wenn die USA 2020 den zweiten Platz noch verteidigen können, werden sie 2050 von Indien auf Platz drei verdrängt. Dann wird drittstärkste Volkswirtschaft USA fast zweieinhalbmal so groß sein wie Indonesien (2050: Rang vier).

Er sei zuversichtlich, dass es US-Notenbank Fed gelinge, die Anpassung der Geldpolitik in den USA behutsam und umsichtig zu steuern, sagte Fitschen. „Ein Zinsschritt wäre in dieser Hinsicht keine Gefahr.“ Die von der Fed in Aussicht gestellte Zinserhöhung wäre ein Beleg dafür, dass „die US-Wirtschaft inzwischen so robust ist, dass sich auch die Geldpolitik allmählich aus dem Krisenmodus verabschieden kann“.

Von

rtr

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