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16.01.2014

14:18 Uhr

Weltwirtschaftsforum

Welche Krisen auf die Weltwirtschaft warten

Nicht die Finanzkrise, sondern die Kluft zwischen Arm und Reich ist die größte Gefahr für die Weltwirtschaft, so der Globale Risiken-Bericht 2014. Doch es drohen noch weitaus mehr Krisen.

Arbeiterinnen in China: Die große Schere zwischen den Einkommen birgt die größte Krisengefahr für die Weltwirtschaft, so der Globale Risiken-Bericht dpa

Arbeiterinnen in China: Die große Schere zwischen den Einkommen birgt die größte Krisengefahr für die Weltwirtschaft, so der Globale Risiken-Bericht

Die wachsende Kluft zwischen Arm und Reich ist nach Ansicht der Organisatoren des Weltwirtschaftsforums in Davos die größte Gefahr für die Weltwirtschaft. Von allen Risiken werde das starke Einkommensgefälle im kommenden Jahrzehnt am wahrscheinlichsten weltweit „schwerwiegenden Schaden“ verursachen, heißt im Bericht Globale Risiken 2014, den die Organisatoren des Forums am Donnerstag vorlegten. Als weitere wahrscheinliche Krisenszenarien nennt der Bericht Wetterextreme, Arbeitslosigkeit und Unterbeschäftigung, Klimawandel und Cyber-Attacken.

Für den Bericht wurden mehr als 700 Experten aus Wirtschaft, Politik, Wissenschaft und der Zivilgesellschaft befragt. Große Sorgen machen sich die Befragten demnach auch über weitere Finanzkrisen. Staatshaushaltskrisen stehen nach Meinung der Experten unter den Risiken mit den größten potenziellen Auswirkungen an der Spitze. Als Gründe werden etwa die anhaltende Schuldenkrise in der EU und die hohe Staatsverschuldung in den USA und Japan genannt.

Wo die meisten armen Kinder leben

Nordrhein-Westfalen

Die meisten armen Kinder leben in Nordrhein-Westfalen – und zwar 636.000. Doch es ist nicht das Land mit der höchsten Armutsgefährdungsquote für Kinder, denn in NRW liegt die bei 21,8 Prozent. Das Land auf dem traurigsten letzten Platz ist mit rund 33 Prozent Bremen.

Die Gewinner

Bayern (11,7 Prozent), Baden-Württemberg (13,2 Prozent) und Schleswig-Holstein (15,6 Prozent) kommen ganz gut weg, denn diese Länder liegen in Sachen Kinder-Armutsquoten unter dem bundesweiten Schnitt. Die wenigsten armen Kinder gibt es in der Oberpfalz in Bayern mit 9,9 Prozent.

Die Verlierer

Der traurige Spitzenplatz geht an Bremen mit 33,7 Prozent, gefolgt von Mecklenburg-Vorpommern (33,5 Prozent).

Der Osten

Vor allem im Osten sind die Quoten besonders hoch. An erster Stelle Mecklenburg-Vorpommern (33,5 Prozent), gefolgt von Sachsen-Anhalt und Sachsen (29,2 Prozent). Doch es gibt auch erfreuliche Beispiele im Osten Deutschlands. Zum Beispiel Thüringen. Dort ist die Entwicklung besonders positiv: Das Armutsrisiko ging seit 2005 stetig zurück – von 29,2 auf 21 Prozent.

Als bedrohlich wird außerdem das Risiko eines Zusammenbruchs in der Online-Welt eingeschätzt. Als Gründe werden die immer bedeutendere Rolle des Internets bei der Erledigung grundlegender Aufgaben und die weite Verbreitung internetfähiger Geräte genannt. Die internationale Gemeinschaft müsse sich besser auf ein solches Systemversagen vorbereiten, warnte das Weltwirtschaftsforum. Andernfalls drohten eine „Balkanisierung des Internets“ oder ein sogenanntes „Cybergeddon“, also eine Situation, in der Hacker-Attacken und massive Funktionsstörungen an der Tagesordnung seien.

Zum Weltwirtschaftsforum im schweizerischen Davos werden in der kommenden Woche rund 40 Staats- und Regierungschefs aus aller Welt erwartet. Neben dem britischen Premierminister David Cameron nehmen unter anderen der japanische Regierungschef Shinzo Abe, die brasilianische Staatschefin Dilma Rousseff und der iranische Präsident Hassan Ruhani dabei. Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU), die regelmäßig an der jährlichen Konferenz teilgenommen hat, wird dieses Mal nicht dabei sein.

Unter den erwarteten mehr als 2500 Teilnehmern aus rund hundert Ländern sind der Präsident der Europäischen Zentralbank, Mario Draghi, die Direktorin des Internationalen Währungsfonds, Christine Lagarde, und UN-Generalsekretär Ban Ki Moon. Aus der Wirtschaft kommen unter anderen Yahoo-Chefin Marissa Mayer und der Chef der Pharmagruppe Novartis, Joseph Jimenez, zu dem viertägigen Treffen, das am 22. Januar beginnt.

Von

afp

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