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18.02.2004

14:37 Uhr

Weltwirtschaftsklima-Index steigt

Ifo: Aufschwung der Weltwirtschaft gewinnt an Fahrt

Die Weltwirtschaft wird einer Umfrage des Ifo-Instituts zufolge in diesem Jahr kräftig wachsen, Europa allerdings anderen Regionen hinterherhinken. Das weltweite Wirtschaftsklima sei zu Jahresbeginn so gut wie seit dem Boomjahr 2000 nicht mehr, teilte das Münchner Institut für Wirtschaftsforschung (Ifo) am Mittwoch mit.

HB MÜNCHEN. Der Weltwirtschaftsklima-Index stieg seit der vergangenen Befragung vor drei Monaten von 100,2 auf 111,0 Punkte. Das Ifo-Institut ermittelt das Weltwirtschaftsklima vier Mal im Jahr durch eine Befragung von mehr als 1100 Experten aus 92 Staaten.

Das Klima in der Weltwirtschaft hellt sich nunmehr seit mehr als einem Jahr kontinuierlich auf. Bei der jüngsten Befragung beurteilten die Experten vor allem die aktuelle Geschäftslage besser. Der entsprechende Index verbesserte sich sprunghaft von 76,7 auf 93,2 Punkte. Die bisher schon optimistischen Geschäftserwartungen für die kommenden Monate legten noch einmal von 122,8 auf 128,1 Punkte zu. „Insgesamt sind die neuen Umfrageergebnisse ein weiteres Indiz dafür, dass der Konjunkturaufschwung weltweit Tritt gefasst hat und in den nächsten Monaten weiter an Stärke gewinnen wird“, sagte Ifo-Präsident Hans-Werner Sinn.

Der Aufschwung wird von den Experten in allen Regionen als robust eingeschätzt. Die Aufwärtstendenz werde sich in den nächsten ein bis zwei Jahren fortsetzen. Die Angst vor terroristischen Anschlägen werde das Wachstum dabei 2004 nur geringfügig verlangsamen.

Die Verbraucherpreise werden nach Einschätzung der Experten im Weltdurchschnitt 2004 um 2,7 % steigen. Im Euro-Raum werde die Teuerungsrate knapp unter der Zwei-Prozent-Marke liegen. In den USA werde der Preisanstieg bei 2,2 % liegen und damit unter der 2,5-Prozent-Grenze, die von der US-Zentralbank als noch akzeptabel angesehen werde.

Den Euro sehen dem Ifo zufolge immer mehr Experten als überbewertet an, der Dollar gilt zunehmend als unterbewertet. Die Inflation bleibt in den wichtigsten Wirtschaftsräumen der Welt nach Ansicht der Experten unter Kontrolle. „Im Euroraum wird mit einem Preisanstieg knapp unter der Zwei-Prozent-Marke gerechnet, was ziemlich genau den Zielvorstellungen der Europäischen Zentralbank (EZB) entspräche“, erklärte Sinn. Die EZB richtet ihre Zinspolitik maßgeblich an einem stabilen Preisniveau aus.

Ein Thema für die Wirtschaftsexperten bleibt dem Ifo zufolge auch die Angst vor Anschlägen. „Die Angst vor terroristischen Angriffen wird das weltweite wirtschaftliche Wachstum in 2004 nur geringfügig verlangsamen“, erklärte Sinn. Diese Angst sei im Nahen Osten, in Russland und den USA überdurchschnittlich ausgeprägt. „Die damit zusammenhängenden Sicherheitsauflagen belasten die Unternehmen mehr als in anderen Regionen."

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