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24.03.2014

10:32 Uhr

Wenig Wachstum für Arme

Gerade reiche Länder profitieren von Globalisierung

Globalisierung nützt allen, sagt eine neue Studie. Allerdings nutzt sie Industrienationen viel stärker als ärmeren Länder. Unter dem Strich öffnet sich die Schere zwischen Arm und Reich immer mehr.

Riesenfrachter „Hamburg Express“: „Wir müssen erkennen, dass die Globalisierung die Schere zwischen Arm und Reich eher noch weiter öffnet.“ dpa

Riesenfrachter „Hamburg Express“: „Wir müssen erkennen, dass die Globalisierung die Schere zwischen Arm und Reich eher noch weiter öffnet.“

GüterslohDie Exportnation Deutschland gehört wie viele Industriestaaten einer Studie zufolge zu den größten Gewinnern der Globalisierung. Rechnerisch nütze die Globalisierung allen Ländern, überall wachse das Pro-Kopf-Einkommen, heißt es in der am Montag veröffentlichten Prognos-Studie im Auftrag der Bertelsmann Stiftung. Allerdings wachsen die Industrienationen so schnell, dass sich der Abstand zu den Schwellen- und Entwicklungsländern noch vergrößert.

„Wir müssen erkennen, dass die Globalisierung die Schere zwischen Arm und Reich eher noch weiter öffnet“, sagte Stiftungsvorstand Aart De Geus. „Erst über einen längeren Zeitraum wird sie dazu beitragen, dass Schwellen- und Entwicklungsländer die Wohlstandslücke zu den Industrienationen verkleinern können.“

Größte Volkswirtschaften 2013 - 2028

Rang 10

2013
Kanada
1,8 Billionen Dollar
2028
Kanada
3,7 Billionen Dollar
Quelle: CEBR. Angaben beziehen sich auf das geschätzte Bruttoinlandsprodukt

Rang 9

2013
Italien
2,1 Billionen Dollar
2028
Mexiko
3,7 Billionen Dollar

Rang 8

2013
Russland
2,1 Billionen Dollar
2028
Russland
4,1 Billionen Dollar

Rang 7

2013
Brasilien
2,2 Billionen Dollar
2028
Großbritannien
4,3 Billionen Dollar

Rang 6

2013
Großbritannien
2,65 Billionen Dollar
2028
Deutschland
4,3 Billionen Dollar

Rang 5

2013
Frankreich
2,7 Billionen Dollar
2028
Brasilien
5,1 Billionen Dollar

Rang 4

2013
Deutschland
3,6 Billionen Dollar
2028
Japan
6,4 Billionen Dollar

Rang 3

2013
Japan
5 Billionen Dollar
2028
Indien
6,6 Billionen Dollar

Rang 2

2013
China
8,9 Billionen Dollar
2028
USA
32,2 Billionen Dollar

Rang 1

2013
USA
16,7 Billionen Dollar
2028
China
33,5 Billionen Dollar

42 Länder hatte Prognos genauer untersucht. Demnach hat sich die Wohlstandslücke in den letzten zwei Jahrzehnten nicht verkleinert, im Gegenteil: „Während durch Globalisierungseffekte das Bruttoinlandsprodukt pro Kopf in den Industrienationen um bis zu 1500 Euro jährlich stieg, wuchs es in Ländern wie Mexiko, China oder Indien um weniger als 100 Euro je Einwohner.“

Selbst der Abstand zwischen Deutschland und dem wegen seiner Wachstumsraten oft beneideten China hat sich vergrößert. Betrug der Abstand zwischen dem realen Bruttoinlandsprodukt pro Kopf 1990 der Studie zufolge 20.879 Euro, so waren es 2011 sogar 25.630 Euro.

Deutschland hat nach Finnland, Dänemark und Japan am stärksten von der Globalisierung profitiert. „So ließ die Globalisierung zwischen 1990 und 2011 das reale deutsche Bruttoinlandsprodukt (BIP) im Durchschnitt jedes Jahr um rund 100 Milliarden Euro wachsen“, haben die Autoren der Studie berechnet.

Die Verflechtung auf politischer, wirtschaftlicher und sozialer Ebene sei somit für 20 Prozent des Wachstums der deutschen Volkswirtschaft verantwortlich gewesen, hieß es. Der durchschnittliche jährliche Einkommensgewinn pro Kopf betrug in Deutschland demnach 1240 Euro. Am geringsten waren die absoluten Zuwächse der Pro-Kopf-Einkommen in den großen Schwellenländern Brasilien und Russland (je 120 Euro), Mexiko (100 Euro), China (80) und Indien (20).

Der Stiftungsvorsitzende de Geus forderte die Industriestaaten auf, ihre Entwicklungspolitik zu verstärken und ihre Märkte für Produkte aus weniger entwickelten Ländern zu öffnen.

Von

dpa

Kommentare (1)

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Account gelöscht!

24.03.2014, 11:14 Uhr

Mehr Geld, mehr Welt, mehr Waffen, mehr Macht.

Aber auch mehr soziales Elend, mehr Umweltzerstörung, mehr Gewalt, und, und, und.

Und das Alles aus Profitgier und im Zeichen eines verfehlten Wachstumsgedankens. Wem nützt das? Nur einigen Wenigen! Bescheidenheit ist angesagt, auch bei den Reichen. Aber Bescheidenheit steht im Kontrast zur ewigen neoliberalistischen Wachstumsdoktrin.

Legt TTIP und CETA ad ACTA !!!

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