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10.07.2013

09:11 Uhr

Weniger als im Vorjahr

Millionenschaden durch Datenklau am Geldautomaten

Die Technik wird immer ausgefeilter, dennoch greifen Kriminelle am Bankautomaten weiterhin Daten von Kunden ab. Der deutschen Volkswirtschaft entsteht dadurch im ersten Halbjahr 2013 ein Schaden von acht Millionen Euro.

In Deutschland werden Daten an Geldautomaten am häufigsten in Nordrhein-Westfalen gestohlen. dpa

In Deutschland werden Daten an Geldautomaten am häufigsten in Nordrhein-Westfalen gestohlen.

FrankfurtMit Datendiebstahl an Geldautomaten in Deutschland haben Kriminelle im ersten Halbjahr 2013 rund acht Millionen Euro Schaden angerichtet. Ein Jahr zuvor waren es nach Angaben von Euro Kartensysteme noch 17 Millionen Euro. Euro Kartensysteme ist eine Einrichtung der deutschen Kreditwirtschaft, die sich um das Sicherheitsmanagement für Zahlungskarten kümmert.

Die Bankenverbände erklären den Rückgang damit, dass die Sicherheitstechnik EMV zunehmend auch außerhalb Europas genutzt wird. Damit wird es für Kriminelle schwieriger, mit Kartendubletten Geld abzuheben oder einzukaufen.

Dennoch wurden von Januar bis Ende Juni nach dpa-Informationen mit 251 Geldautomaten bundesweit fast so viele wie im Vorjahreszeitraum (253) manipuliert, um Kartendaten und Geheimnummern (PIN) auszuspähen („Skimming“). Zählt man manipulierte Türöffner von Bankfilialen und Kontoauszugsdrucker hinzu, kommt man auf 259 solcher Angriffe. Regionaler Schwerpunkt war erneut das bevölkerungsreichste Bundesland Nordrhein-Westfalen mit 90 Fällen, gefolgt von Baden-Württemberg (50 Fälle), Berlin (25) und Hessen (23).

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EMV-Karten haben eine Art Mini-Computer: Der Datensatz wird verschlüsselt, die Karte bei Gebrauch auf Echtheit geprüft. „Mit der vollständigen Umsetzung der EMV-Chiptechnologie im Girocard-System haben die kartenherausgebenden Kreditinstitute in Deutschland spürbar mehr Sicherheit erreicht“, erklärte ein Sprecherin des Deutschen Sparkassen- und Giroverbandes (DSGV). Der Verband ist derzeit Sprachrohr der Deutschen Kreditwirtschaft (DK), der Dachorganisation der Bankenverbände.

„Die Deutsche Kreditwirtschaft wird sich auch in Zukunft dafür stark machen, dass der EMV-Chipstandard weltweit möglichst breit genutzt wird“, sagte die Sprecherin. „Skimming“-Schäden übernehmen in der Regel die Banken.

In Deutschland gestohlene Kontodaten setzten Kriminelle in den ersten sechs Monaten des laufenden Jahres nach Erkenntnissen von Euro Kartensysteme vor allem in Ländern ein, die nach wie vor auf die veraltete Technologie der Magnetstreifen setzen: in den USA (rund 17 Prozent), Kolumbien (rund 13 Prozent), Indonesien (gut 12 Prozent). Auch in Ecuador, Thailand und Brasilien versuchten Betrüger vermehrt, mit Kartendubletten, Geld abzuheben oder einzukaufen. In Deutschland sind nach Branchenangaben inzwischen alle 94 Millionen umlaufenden Girocards mit einem EMV-Chip ausgestattet.

Von

dpa

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