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16.10.2014

11:45 Uhr

Wie seit 2009 nicht mehr

Inflation in Euro-Zone niedrig

Die Inflation in der Euro-Zone ist deutlich eingedämmt worden: Sie ist auf 0,3 Prozent gesunken und damit niedriger, als der EZB lieb ist. Nach der Leitzinssenkung will die Zentralbank die Konjunktur auf Trab bringen.

Die Inflation in der Euro-Zone ist deutlich gesunken – und ist so niedrig wie seit Oktober 2009 nicht mehr. dpa

Die Inflation in der Euro-Zone ist deutlich gesunken – und ist so niedrig wie seit Oktober 2009 nicht mehr.

BrüsselDie Inflationsrate in der Euro-Zone ist im September auf das niedrigste Niveau seit rund fünf Jahren gefallen. Wie das europäische Statistikamt Eurostat in Brüssel am Donnerstag auf Basis endgültiger Berechnungen mitteilte, zogen die Preise im Vergleich zum Vorjahresmonat nur um 0,3 Prozent an. Im August hatte die Inflationsrate in den 18 Euro-Ländern noch bei 0,4 Prozent gelegen. In der gesamten EU stiegen die Preise im September um 0,4 Prozent.

Die Jahresteuerung wurde wie in den meisten zurückliegenden Monaten insbesondere durch fallende Energiekosten gedämpft. Sie sanken um 2,3 Prozent. Die Preise für Nahrungsmittel, Alkohol und Tabak stiegen hingegen um 0,3 Prozent. Die Inflationsrate insgesamt ist weit niedriger, als der Europäischen Zentralbank (EZB) lieb sein kann, die eine Jahresteuerung von knapp zwei Prozent anstrebt. Die EZB hatte den Leitzins für die Euro-Zone deshalb Anfang September auf das neue Rekordtief von 0,05 Prozent gekappt und will mit dem massenhaften Aufkauf von Kreditverbriefungen und Pfandbriefen die lahmende Konjunktur wieder auf Trab bringen.

Für und Wider staatlicher Konjunkturprogramme

Weltweite Krisen...

... und sozialpolitische Weichenstellungen der Bundesregierung haben nach Einschätzung von Ökonomen die deutsche Wirtschaft ausgebremst. Auf der IWF-Jahrestagung ist die weltweit lahmende Konjunktur eines der wichtigsten Themen. Soll der Staat bei uns oder anderswo mehr investieren, um gegenzusteuern?

Pro: Mehr Aufträge

Mehr öffentliches Geld etwa für die Sanierung maroder Straßen, den Ausbau moderner Datennetze oder die Energiewende würden Bauwirtschaft und Handwerk Aufträge verschaffen. Das sichert auch Arbeitsplätze.

Pro: Mehr Konsum

Der Staat könnte Steuern und Abgaben senken, damit Haushalte und Unternehmen mehr konsumieren und investieren.

Pro: Mögliche Initialzündung

Idealerweise wird ein staatlicher Investitionsschub zur Initialzündung für die gesamte Konjunktur und bringt den Wachstumsmotor in Schwung.

Contra: „Konjunkturelle Strohfeuer“

Ein Mehr an staatlichen Investitionen ist keine Gewähr für dauerhaftes Wachstum. Kritiker sprechen von „konjunkturellen Strohfeuern“.

Contra: Staat holt Geld an anderer Stelle

Gibt der Staat an einer Stelle mehr Geld aus, muss er dies an anderer Stelle wieder reinholen. Schließlich will die Bundesregierung schon 2015 möglichst keine neuen Schulden machen.

Contra: Steigende Kreditzinsen

Staatliche Konjunkturprogramme können sogar nach hinten losgehen: Die Aussicht auf einen Anstieg des Staatsdefizits könnte die Kreditzinsen steigen lassen und so private Investitionen vermindern.

Von

rtr

Kommentare (1)

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G. Nampf

16.10.2014, 13:40 Uhr

"Inflation in Euro-Zone niedrig"

@HB:

Mittlerweile glauben das so wenige Menschen, daß der Artikel nicht einmal kommentiert wird, obwohl das ein 1A-Troll-Thema wäre.

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