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19.11.2013

11:43 Uhr

Wirtschafsausblick

Gute Aussichten für die deutsche Wirtschaft

Gute Zeiten für Deutschland in Sicht: Die OECD sagt stärkeres Wachstum der Wirtschaft und gut gefüllte Kassen des Staates voraus. Auch die Finanzprofis sind guter Laune – der ZEW-Index steigt weiter.

Container im Hamburger Hafen: der deutsche Export gilt als Konjunkturtreiber. dpa

Container im Hamburger Hafen: der deutsche Export gilt als Konjunkturtreiber.

ParisMehr Wachstum, weniger Arbeitslose, höhere Einkommen: Die Industriestaaten-Gruppe OECD sagt Deutschland gute Zeiten voraus. Das Bruttoinlandsprodukt werde 2014 um 1,7 und 2015 um 2,2 Prozent wachsen, erklärte die Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) am Dienstag. „Die Konjunktur gewinnt an Kraft, getrieben von der Binnennachfrage“, heißt es im Wirtschaftsausblick. „Die schrittweise Erholung der Euro-Zone dürfte aber auch die Exportaussichten verbessern.“ Auch wegen der zuletzt schwächelnden Exporte rechnet die OECD in diesem Jahr nur mit einem Wachstum von 0,4 Prozent.

Die Arbeitslosigkeit wird der Prognose zufolge weiter sinken. 2015 soll die Arbeitslosenquote – berechnet nach internationalem Standard – bei 5,2 Prozent liegen. 2011 waren es noch sechs Prozent. „Angesichts der niedrigen Arbeitslosigkeit und des Fachkräftemangels dürften die Löhne wieder stärker zulegen“, erwartet die OECD. Die verfügbaren Einkommen sollen im kommenden Jahr um 3,1 und 2015 sogar um 3,5 Prozent anziehen.

Auch die Finanzprofis sind bester Laune: Die ZEW-Konjunkturerwartungen stiegen verglichen mit Oktober im November um 1,8 Punkte auf 54,6 Zähler, wie das Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) am Dienstag in Mannheim mitteilte. Das ist der höchste Stand seit Oktober 2009. Indes trübte sich die Bewertung der aktuellen Lage zum zweiten Mal in Folge ein. Die Kennzahl fiel um einen Punkt auf 28,7 Zähler.

„Die deutsche Wirtschaft ist stark und solide, vor allem, wenn man bedenkt, dass das Wachstum sich hauptsächlich auf die Binnennachfrage stützt”, sagte Stefan Schneider, internationaler Chefvolkswirt bei der Deutschen Bank AG in Frankfurt. „Damit ist das Land etwas weniger abhängig vom Rest der Welt, und ich bin zuversichtlich, dass wir über das nächste Jahr hinweg ein stetiges Wachstum sehen werden.”

So stehen die Euro-Sorgenländer da

Frankreich

Deutschlands wichtigster Handelspartner wächst nicht mehr: Das Bruttoinlandsprodukt schrumpfte im Sommer überraschend um 0,1 Prozent. Die EU-Kommission traut dem Nachbarn nur einen blutleeren Aufschwung zu. 2014 soll es nur zu einem Plus von 0,9 Prozent reichen, was etwa halb so viel ist wie in Deutschland. "Steigende Arbeitslosigkeit und Steuererhöhungen wirken sich negativ auf die Einkommen aus", befürchtet die Kommission, was wiederum den Konsum bremst. Obwohl das Wachstum 2015 auf 1,7 Prozent anziehen soll, dürfte die Arbeitslosenquote bis dahin auf 11,3 Prozent zulegen.

Italien

Die drittgrößte Volkswirtschaft der Währungsunion schrumpfte im Sommer nun schon das neunte Quartal in Folge und steckt damit in der längsten Rezession seit Ende des Zweiten Weltkrieges. Während die Industrie zulegte, gingen die Geschäfte der Dienstleister und Landwirte zurück. Zwei Rezessionsjahren dürfte eine kraftlose Erholung folgen: 2014 wird ein Wachstum von 0,7 Prozent erwartet, das sich 2015 auf 1,2 Prozent erhöhen soll. Eine steigende Exportnachfrage dürfte die Unternehmen zwar zu mehr Investitionen ermutigen, erwartet die EU-Kommission. Die Arbeitslosenquote soll aber im kommenden Jahr weiter steigen.

Spanien

Die viertgrößte Volkswirtschaft der Euro-Zone hat sich im Sommer aus der Dauer-Rezession befreit. Anziehende Exporte und der boomende Tourismus ließen das Bruttoinlandsprodukt um 0,1 Prozent wachsen. Zuvor war es neun Quartale in Folge geschrumpft. 2014 könnte die spanische Wirtschaft nach zwei Rezessionsjahren in Folge erstmals wieder wachsen. Die EU-Kommission erwartet ein Plus von 0,5 Prozent, das sich 2015 auf 1,7 Prozent erhöhen soll. "Die großen Anpassungen werden die Erholung einschränken", befürchtet die Kommission. Das reicht nicht, um die Arbeitslosigkeit kräftig zu drücken. Die Quote soll von 26,6 Prozent in diesem Jahr lediglich auf 25,3 Prozent im übernächsten Jahr fallen.

Griechenland

Im Frühjahrsquartal – neuere Daten liegen noch nicht vor – ging es um 3,8 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum bergab. Das am schwersten von der Schuldenkrise betroffene Land wird aber für 2014 ein kleines Comeback zugetraut: Das Bruttoinlandsprodukt soll dann erstmals seit sechs Jahren wieder wachsen, wenn auch nur um 0,6 Prozent. Das reicht nicht annähernd aus, um den für 2013 erwarteten Einbruch von 4,0 Prozent auszugleichen. "2015 dürfte die Erholung an Kraft gewinnen, wenn die Investitionen zum Motor der Belebung werden", erwartet die EU-Kommission, die dann mit einem Plus von 2,9 Prozent rechnet. Allerdings bleibt die Arbeitslosigkeit hoch. Sie soll von rund 27 Prozent auf 24 Prozent im Jahr 2015 sinken.

Irland

Von allen Krisenländern steht Irland am besten da. Bereits im Frühjahr wurde die Rezession abgeschüttelt mit einem Wachstum von 0,4 Prozent. 2013 soll die Wirtschaft das dritte Jahr in Folge zulegen, wenn auch nur um 0,3 Prozent. Das Tempo dürfte sich 2014 auf 1,7 Prozent und 2015 sogar auf 2,5 Prozent beschleunigen. Sowohl Konsum als auch Exporte dürften immer besser in Schwung kommen. Bis 2015 soll die Arbeitslosenquote auf 11,7 Prozent fallen, nachdem sie 2012 noch bei 14,7 Prozent lag.

Portugal

Das kleine Land ist von Juli bis September bereits das zweite Quartal in Folge gewachsen - und zwar um 0,2 Prozent. 2014 soll nach drei Minus-Jahren wieder ein Plus folgen: Dann dürfte ein Wachstum von 0,8 Prozent herausspringen, das sich 2015 auf 1,5 Prozent nahezu verdoppeln soll. "Die Exporte sind der Wachstumstreiber, während die Binnennachfrage 2014 wieder anziehen wird", prophezeit die EU-Kommission. 2015 soll die Arbeitslosenquote mit 17,3 Prozent einen Tick unter den diesjährigen Wert fallen.

Zypern

Der Inselstaat steckt noch mitten im Abschwung: Im dritten Quartal 2013 brach die Wirtschaftsleistung mit 0,8 Prozent so stark ein wie in keinem anderen Euro-Land. Um 8,7 Prozent soll das Bruttoinlandsprodukt im gesamten Jahr 2013 zurückgehen. 2014 wird ein weiteres Minus von 3,9 Prozent erwartet. "Die zyprische Volkswirtschaft sieht sich starkem Gegenwind ausgesetzt", so die Kommission. Sowohl der Konsum als auch die Exporte dürften sinken. Erst 2015 wird wieder mit einem Wachstum gerechnet, das aber mit 1,1 Prozent dünn ausfallen soll. Die Arbeitslosenquote dürfte 2014 auf 19,2 Prozent hochschnellen und erst 2015 wieder leicht auf 18,4 Prozent nachgeben.

Der prognostizierte Aufschwung der OECD füllt auch die Kassen des Staates. Dieser werde 2014 das dritte Jahr in Folge einen Überschuss ausweisen. Er werde bei 0,2 Prozent der Wirtschaftsleistung liegen und 2015 auf 0,6 Prozent steigen. „Dies ist auf konjunkturelle Faktoren zurückzuführen“, so die OECD. Der Schuldenstand werde bis dahin auf 73,6 Prozent fallen, von 78,8 Prozent in diesem Jahr.

Allerdings warnt die Organisation auch vor Risiken. „Erneute Spannungen an den Finanzmärkten im Euro-Raum könnten zu einem Rückgang der Ausfuhren und der Investitionen führen und die Arbeitslosigkeit in die Höhe treiben“, hieß es.

Der deutsche Exportüberschuss wird nach Prognose der Industriestaaten-Gruppe OECD 2015 unter die von der EU gesetzten Obergrenze von sechs Prozent fallen. Die Leistungsbilanzüberschuss werde dann bei 5,6 Prozent des Bruttoinlandsproduktes liegen, sagte die OECD am Dienstag in ihrem halbjährlichen Wirtschaftsausblick voraus. In diesem Jahr sollen es 7,0 Prozent sein, 2014 dann 6,1 Prozent.

Kommentare (2)

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no_bebo

19.11.2013, 12:18 Uhr

Beitrag von der Redaktion gelöscht. Bitte bleiben Sie sachlich.

Der_Deutsche

19.11.2013, 13:43 Uhr

[...]
Anstatt D zu fragen, wie macht ihr das ... will man uns einbremsen. Widerspricht jeglicher Art von Leistungswillen u. Wettbewerb. Niemand würde Usain Bold sagen, Junge lauf langsamer. Alle wollen seine Weltrekorde sehen. Deutsche ... wehrt Euch!!

Beitrag von der Redaktion editiert. Bitte bleiben Sie sachlich.

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