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11.03.2014

12:48 Uhr

Wirtschaft besorgt

Deutsche Arbeitskosten steigen weiter

Deutsche Unternehmen sorgen sich um die Wettbewerbsfähigkeit. Der Anstieg der Arbeitskosten schwächte sich 2013 zwar auf 2,4 Prozent ab, in den umliegenden EU-Staaten fällt er aber deutlich niedriger aus.

Verliert die deutsche Wirtschaft den Anschluss an Europa? Andere Länder trumpfen mit niedrigeren Arbeitskosten auf. dpa

Verliert die deutsche Wirtschaft den Anschluss an Europa? Andere Länder trumpfen mit niedrigeren Arbeitskosten auf.

BerlinDie Arbeitskosten in Deutschland sind 2013 langsamer gestiegen als in den beiden Vorjahren - aber immer noch deutlicher als in den meisten anderen EU-Staaten. Die deutsche Wirtschaft schlägt deshalb Alarm: Sie fürchtet um ihre Wettbewerbsfähigkeit. Arbeit verteuerte sich vergangenes Jahr um durchschnittlich 2,4 Prozent, wie das Statistische Bundesamt am Dienstag mitteilte. 2012 hatte es noch ein Plus von 2,9 Prozent gegeben, 2011 von 2,8 Prozent. Besonders kräftig zogen dieses Mal die Bruttoverdienste mit 2,5 Prozent an, während die Lohnnebenkosten um 2,1 Prozent stiegen.

Damit kletterten die Kosten für Arbeitgeber fast doppelt so stark wie im EU-Schnitt. Darauf deuten Daten für das dritte Quartal 2013 hin, die für 26 der 28 EU-Staaten vorliegen. Demnach erhöhten sich die Kosten im Produzierenden Gewerbe und im Dienstleistungsbereich hierzulande um 1,9 Prozent, in der EU dagegen nur um 1,0 Prozent.

„Auch wenn sich das Tempo vermindert hat, der Anstieg der Arbeitskosten bleibt spürbar“, sagte die für den Arbeitsmarkt und Beschäftigungspolitik zuständige Bereichsleiterin des Deutschen Industrie- und Handelskammertages (DIHK), Sandra Hartig. Der aktuellen DIHK-Unternehmensumfrage zufolge sehen so viele Unternehmen wie noch nie in den Arbeitskosten ein Geschäftsrisiko. „Andere europäische Länder holen in Sachen Wettbewerbsfähigkeit hingegen auf“, warnte Hartig.

Größte Volkswirtschaften 2013 - 2028

Rang 10

2013
Kanada
1,8 Billionen Dollar
2028
Kanada
3,7 Billionen Dollar
Quelle: CEBR. Angaben beziehen sich auf das geschätzte Bruttoinlandsprodukt

Rang 9

2013
Italien
2,1 Billionen Dollar
2028
Mexiko
3,7 Billionen Dollar

Rang 8

2013
Russland
2,1 Billionen Dollar
2028
Russland
4,1 Billionen Dollar

Rang 7

2013
Brasilien
2,2 Billionen Dollar
2028
Großbritannien
4,3 Billionen Dollar

Rang 6

2013
Großbritannien
2,65 Billionen Dollar
2028
Deutschland
4,3 Billionen Dollar

Rang 5

2013
Frankreich
2,7 Billionen Dollar
2028
Brasilien
5,1 Billionen Dollar

Rang 4

2013
Deutschland
3,6 Billionen Dollar
2028
Japan
6,4 Billionen Dollar

Rang 3

2013
Japan
5 Billionen Dollar
2028
Indien
6,6 Billionen Dollar

Rang 2

2013
China
8,9 Billionen Dollar
2028
USA
32,2 Billionen Dollar

Rang 1

2013
USA
16,7 Billionen Dollar
2028
China
33,5 Billionen Dollar

Arbeit verteuerte sich am stärksten in Estland (plus 8,1 Prozent), Litauen (plus 6,2), Lettland (plus 5,9) und Rumänien (plus 4,2). In Zypern (minus 7,6 Prozent), der Tschechischen Republik (minus 2,5), Irland (minus 1,6) und Slowenien (minus 0,6) sanken die Arbeitskosten dagegen. In Frankreich - der nach Deutschland größten Volkswirtschaft der Euro-Zone - zogen sie wegen sinkender Lohnnebenkosten nur um 0,4 Prozent an.

Von

rtr

Kommentare (5)

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Account gelöscht!

11.03.2014, 13:21 Uhr

Steigende Energiekosten, Steigende Arbeitskosten, Steigende Abgaben- Steuerkosten.....es schaut von mal zu mal immer düsterer für unsere Volkswirtschaft und damit für unseren geschaffenen Wohlstand aus!
Energiewende/EEG = Armut und Mangel! EEG/Energiewende sofort abschaffen! Danke!

Account gelöscht!

11.03.2014, 13:47 Uhr

Exportweltmeister = hohe (steigende) Löhne. Finde den Fehler :D

Account gelöscht!

11.03.2014, 13:56 Uhr

So groß waren die Tariflichen Lohnsteigerungen nicht. Vielleicht gibt es auch wieder Auslastungsmangel, was die Produktivität nach unten zieht, was wiederum die Arbeitskosten nach oben treibt.

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