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02.07.2014

13:41 Uhr

Wirtschaft wächst zaghaft

DIW plädiert für Investitionsfonds in Europa

Die Euro-Staaten lassen das tiefe Tal der Krise hinter sich. Doch bergauf geht es ganz langsam. Deshalb plädiert das DIW für ein Investitionsfonds. In Deutschland wuchs die Wirtschaft zu Jahresbeginn hingegen kräftig.

Während Deutschlands Wirtschaft kräftig wächst, kommt Wirtschaft in den 18 Ländern mit der Euro-Währung nur langsam voran. dpa

Während Deutschlands Wirtschaft kräftig wächst, kommt Wirtschaft in den 18 Ländern mit der Euro-Währung nur langsam voran.

Luxemburg/BerlinDie Wirtschaft in den 18 Ländern mit der Euro-Währung nimmt nur langsam wieder Fahrt auf. Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) legte im ersten Quartal des laufenden Jahres um 0,2 Prozent gegenüber dem Vorquartal zu. Die Europäische Statistikbehörde Eurostat in Luxemburg bestätigte damit am Mittwoch zwei Schätzungen aus den Vormonaten. In den letzten drei Monaten des Jahres 2013 hatte das Wirtschaftswachstum in der Eurozone bei 0,3 Prozent gelegen.

Besonders robust präsentierte sich Deutschland: Hier zog die Wirtschaft zu Jahresbeginn um 0,8 Prozent an, so stark wie seit drei Jahren nicht mehr. Gründe dafür waren der milde Winter und die starke Inlandsnachfrage. Für Frankreich vermeldeten die EU-Statistiker hingegen Stagnation. Die Wirtschaftsleistung von Italien, der drittgrößten Volkswirtschaft des Euroraums, ging um 0,1 Prozent zurück.

Konjunkturaussichten für die Euro-Länder

Spanien

Spanien könnte 2014 wieder um ein Prozent wachsen. Die Arbeitslosigkeit soll jedoch mit 25,7 Prozent hoch bleiben. Das Haushaltsdefizit wird auf 5,8 Prozent der Wirtschaftsleistung geschätzt.

Frankreich

Frankreichs Wachstum dürfte 2014 mit 1,0 Prozent unter dem Durchschnitt der Euro-Zone bleiben. Die Arbeitslosigkeit soll auf elf Prozent steigen.

Griechenland

Die griechische Wirtschaft soll 2014 erstmals seit sechs Jahren wieder um 0,6 Prozent wachsen. Trotz der erwarteten Besserung dürfte die Arbeitslosigkeit mit 26 Prozent vergleichsweise hoch bleiben. Bei der Verschuldung werden 177 Prozent der Wirtschaftsleistung erwartet.

Italien

Italiens Wirtschaft soll 2014 um 0,6 Prozent wachsen. Die Arbeitslosigkeit dürfte hingegen auf einen Rekord von 12,6 Prozent klettern. Der Schuldenstand bleibt hartnäckig hoch: 2015 soll er mit 132,4 Prozent des Bruttoinlandsprodukts leicht unter dem diesjährigen Niveau liegen.

Zypern

Um 4,8 Prozent soll das Bruttoinlandsprodukt einbrechen. Die Arbeitslosigkeit dürfte auf den Rekordwert von 19,2 Prozent steigen.

Portugal

Für Portugal erwartet die EU-Kommission 2014 ein Wachstum von 0,8 Prozent. 2015 soll die Arbeitslosenquote mit 16,5 Prozent einen Tick unter den diesjährigen Wert fallen. Der Schuldenstand dürfte nach dem Rekordwert von 129,4 Prozent im vorigen Jahr bis 2015 wieder auf 125,8 Prozent zurückgehen.

Irland

Irlands Wirtschaft dürfte 2014 mit 1,8 Prozent deutlich stärker wachsen als der gesamte Währungsraum. Bis 2015 soll die Arbeitslosenquote auf 11,2 Prozent fallen, nachdem sie 2013 noch bei 13,1 Prozent lag. Das Defizit soll 2015 auf 4,3 Prozent sinken.

Quelle

EU-Kommission

Die schwächelnden Volkswirtschaften Südeuropas geben kein einheitliches Bild ab. Während die Wirtschaftsleistung Zyperns zu Jahresbeginn um 0,7 Prozent schrumpfte, legte Spanien um 0,4 Prozent zu. Jüngste Zahlen für Portugal stammen aus dem dritten Quartal 2013 (0,2 Prozent). Für Griechenland lagen keine Daten vor. In allen 28 EU-Ländern lag das Wachstum im ersten Vierteljahr 2014 bei 0,3 Prozent. Starke Zahlen meldete hier das Nicht-Euro-Land Großbritannien mit 0,8 Prozent Zuwachs.

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