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15.04.2014

14:20 Uhr

Wirtschaftsausblick

Bundesregierung hält an Konjunkturprognose fest

Bundeswirtschaftsminister Gabriel geht davon aus, dass die deutsche Wirtschaft 2014 um 1,8 Prozent wächst. Daran ändert auch die Ukraine-Krise nichts. Auch für 2015 ist Gabriel optimistisch.

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BerlinDie deutsche Wirtschaft befindet sich nach Einschätzung der Bundesregierung in einem soliden Aufschwung. Für das laufende Jahr erwartet der Bund unverändert ein Wirtschaftswachstum von 1,8 Prozent und im nächsten Jahr von 2,0 Prozent. Wirtschaftsminister Sigmar Gabriel (SPD) bestätigte damit seine Prognose aus dem Februar. „Vor Deutschland liegen zwei wirtschaftlich erfolgreiche Jahre“, sagte Gabriel am Dienstag in Berlin. Getragen werde der Aufschwung durch die Konsumfreude der Bürger. Die Einkommen der privaten Haushalte würden kräftig zunehmen. Die Frühjahrsprognose ist die Grundlage für die nächste Steuerschätzung im Mai.

Derweil ist der ZEW-Index über die Konjunkturerwartungen der Finanzprofis im April gefallen. Das Barometer ging um 3,4 auf 43,2 Punkte zurück, wie das Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) am Dienstag zu seiner monatlichen Umfrage unter 238 Anlegern und Analysten mitteilte. Ökonomen hatten nur einen Rückgang auf 45,0 Zähler erwartet.

"Dass die Finanzmarktexperten im April vorsichtigere Prognosen abgeben, dürfte mit dem Ukraine-Konflikt zusammenhängen, der nach wie vor für Verunsicherung sorgt", erklärte das ZEW. Dort droht der Konflikt mit dem benachbarten Russland zu eskalieren, was Wirtschaftssanktionen des Westens nach sich ziehen könnte. Diese würden vermutlich beide Seiten hart treffen.

Konjunkturaussichten für die Euro-Länder

Spanien

Spanien könnte 2014 wieder um ein Prozent wachsen. Die Arbeitslosigkeit soll jedoch mit 25,7 Prozent hoch bleiben. Das Haushaltsdefizit wird auf 5,8 Prozent der Wirtschaftsleistung geschätzt.

Frankreich

Frankreichs Wachstum dürfte 2014 mit 1,0 Prozent unter dem Durchschnitt der Euro-Zone bleiben. Die Arbeitslosigkeit soll auf elf Prozent steigen.

Griechenland

Die griechische Wirtschaft soll 2014 erstmals seit sechs Jahren wieder um 0,6 Prozent wachsen. Trotz der erwarteten Besserung dürfte die Arbeitslosigkeit mit 26 Prozent vergleichsweise hoch bleiben. Bei der Verschuldung werden 177 Prozent der Wirtschaftsleistung erwartet.

Italien

Italiens Wirtschaft soll 2014 um 0,6 Prozent wachsen. Die Arbeitslosigkeit dürfte hingegen auf einen Rekord von 12,6 Prozent klettern. Der Schuldenstand bleibt hartnäckig hoch: 2015 soll er mit 132,4 Prozent des Bruttoinlandsprodukts leicht unter dem diesjährigen Niveau liegen.

Zypern

Um 4,8 Prozent soll das Bruttoinlandsprodukt einbrechen. Die Arbeitslosigkeit dürfte auf den Rekordwert von 19,2 Prozent steigen.

Portugal

Für Portugal erwartet die EU-Kommission 2014 ein Wachstum von 0,8 Prozent. 2015 soll die Arbeitslosenquote mit 16,5 Prozent einen Tick unter den diesjährigen Wert fallen. Der Schuldenstand dürfte nach dem Rekordwert von 129,4 Prozent im vorigen Jahr bis 2015 wieder auf 125,8 Prozent zurückgehen.

Irland

Irlands Wirtschaft dürfte 2014 mit 1,8 Prozent deutlich stärker wachsen als der gesamte Währungsraum. Bis 2015 soll die Arbeitslosenquote auf 11,2 Prozent fallen, nachdem sie 2013 noch bei 13,1 Prozent lag. Das Defizit soll 2015 auf 4,3 Prozent sinken.

Quelle

EU-Kommission

Dafür beurteilten die Experten die aktuelle Lage so gut wie seit zweieinhalb Jahren nicht mehr: Dieses Barometer kletterte um 8,2 auf 59,5 Punkte. "Die Wirtschaft in Deutschland brummt und ist damit auch ein wesentlicher Grund dafür, dass die Konjunkturerwartungen sinken", sagte DekaBank-Ökonom Andreas Scheuerle. "Klingt seltsam, ist aber so, denn es fehlt den Finanzmarktanalysten schlichtweg die Fantasie, dass es noch besser kommen könnte." Dazu trage neben der Ukraine-Krise auch die Schwäche vieler Schwellenländer und der starke Euro bei.

Die meisten Experten rechnen aber wegen steigender Konsumausgaben und Investitionen mit einem anhaltenden Wachstum. "Die deutsche Konjunktur läuft ganz ordentlich, und es spricht nichts dagegen, dass sich die Erholung fortsetzen wird", sagte Commerzbank-Ökonom Ralph Solveen.

Kommentare (3)

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15.04.2014, 14:32 Uhr

Zahlen lassen sich leicht korrigieren, wie es immer war. Am Ende zählen die Realitäten. Vor den Europawahlen lügt sich gut.

Account gelöscht!

15.04.2014, 14:40 Uhr

Diese Gabriel Konjunktur-Prognosse wird krachend an der Energiewende Wand zerschellen!
Das EEG reißt nicht nur die wirtschaftlichen und wertschöpfenden Energiekonzerne (Kraftwerke) von EON,RWE,ENBW zu Boden, sondern auch die sog. Erneuerbare Energiebranche wird mit Insolvenzen und unwirtschaftlichen Produkten überflutet. Der Abbau von wertschöpfenden (wirtschaftlichen) Arbeitsplätzen werden die Folge der Energiewende/EEG in Deutschland sein. Die Verschuldung durch die EURO-Krise wird sein übriges dazu tun.
Die deutsche Volkswirtschaft wird durch das EEG und dem ESM geplündert und ausgesaugt. Übrig wird ein Minus Wachstum und Wohlstandverlust sein.

Account gelöscht!

15.04.2014, 15:46 Uhr

Derzeit ist es in den privaten Konzernmedien sehr ruhig geworden um die wirtschaftlichen Probleme in der EUDSSR.

Aber die Frage ist wie lange noch?

Kommt das böse Erwachen nach der Europawahl?

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