Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

13.01.2016

07:30 Uhr

Wirtschaftsentwicklung stabil

ZEW sieht Deutschlands Konjunktur auf Kurs

Clemens Fuest ist positiv gestimmt, was die Entwicklung der deutschen Wirtschaft betrifft. Der Leiter des ZEW sieht die hiesige Konjunktur stabil, trotz ökonomischer Belastungen durch Krisen.

Der ZEW-Chef ist optimistisch. Reuters

Clemens Fuest

Der ZEW-Chef ist optimistisch.

MannheimDer Leiter des Zentrums für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW), Clemens Fuest, glaubt trotz weltweiter Krisen und Flüchtlingsströme nicht, dass auf die deutsche Konjunktur schlechte Zeiten zukommen. Die Wirtschaftsentwicklung in Deutschland sei nach wie vor sehr stabil, sagte er. Allerdings verlagere sich der Schwerpunkt derzeit vom Export hin zum Binnenmarkt.

„Die Beschäftigung ist hoch, der Staat gibt mehr Geld aus, die privaten Haushalte haben höhere verfügbare Einkommen, die Renten sind gestiegen - all das sorgt dafür, dass das Wachstum stärker von der Binnennachfrage getrieben ist“, sagte Fuest. Bei den Exporten laufe es hingegen nicht so gut. Dort mache sich unter anderem die Konjunkturschwäche in den Schwellenländern bemerkbar, vor allem in China. „China ist sicherlich ein Risiko für die deutsche Wirtschaft“, sagte der ZEW-Chef. Wenn es dort einen konjunkturellen Einbruch gebe, werde das in Deutschland zwar keine Rezession auslösen, aber dem Wachstum einen Dämpfer aufsetzen.

Wirtschaftliche Gewinne für Deutschland durch die steigenden Flüchtlingszahlen erwartet Fuest nicht. Die Zuwanderung sei zunächst einmal eine finanzielle Belastung für den deutschen Staat, sagte er. Es sei richtig, Menschen zu helfen, die vor Krieg fliehen. Aber von Zuwanderung unabhängig von der Qualifikation der Zuwanderer einen Gewinn zu erwarten, sei ökonomisch nicht sinnvoll. Der Präsident des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung, Marcel Fratzscher, hatte die Milliardenausgaben des deutschen Staates für Flüchtlinge in diesem Jahr als „massive Konjunkturstütze“ bezeichnet, ohne die es eine deutliche Abschwächung des Wachstums in Deutschland gäbe.

Fuest betonte, die Ausgaben wirkten zwar wie ein Konjunkturprogramm, doch das allein sei weder positiv noch eine Chance. „Konjunkturimpulse und ökonomische Gewinne für Deutschland sind zwei verschiedene Dinge, die man auseinanderhalten muss“, sagte er. „Deutschland braucht derzeit keine Konjunkturstütze, die Wirtschaft läuft gut.“ Für eine Abschwächung des Wachstums gebe es keine Anzeichen. Deutschland sei ein stabiles Land mit stabilen Staatsfinanzen. „Wenn uns die Flüchtlingswelle schon trifft, dann ist jetzt allerdings ein guter Moment. Wir können es uns leisten zu helfen“, sagte Fuest.

Exportweltmeister im Umbruch: Deutschland braucht ein neues Geschäftsmodell

Exportweltmeister im Umbruch

Premium Deutschland braucht ein neues Geschäftsmodell

Deutschland galt lange als Exportweltmeister. Doch das tradierte Geschäftsmodell gerät ins Wanken. Die Wirtschaft muss endlich stärker von innen heraus wachsen. Die Flüchtlingswelle kommt zur rechten Zeit. Eine Analyse.

Auf dem Arbeitsmarkt rechnet der Volkswirt in diesem Jahr mit einer weiteren Erholung. Da sich die Wirtschaft sehr solide entwickle und die deutsche Wettbewerbsfähigkeit durch die niedrige Bewertung des Euro noch verbessert werde, sei die Nachfrage nach Arbeitskräften weiterhin groß. „Wir erreichen bei der Beschäftigung wohl neue Höchststände“, prognostizierte Fuest.

Von

dpa

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×