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27.11.2013

12:30 Uhr

Wirtschaftsinstitut

DIW rechnet mit Konjunktur-Beschleunigung

Die deutsche Konjunktur wird nach Prognosen des DIW-Instituts gegen Jahresende anziehen. „Die Stimmung ist allerdings derzeit besser als die harten Zahlen“, warnt Abteilungschef Fichtner.

Ein Bauarbeiter ist auf einer Baustelle in Düsseldorf: „Deutschland schaltet einen Gang hoch.“ dapd

Ein Bauarbeiter ist auf einer Baustelle in Düsseldorf: „Deutschland schaltet einen Gang hoch.“

BerlinDas DIW-Institut rechnet zum Jahresende mit einem Anziehen der deutschen Konjunktur. Zwischen Oktober und Dezember dürfte die Wirtschaftskraft um gut 0,4 Prozent zum Vorquartal zulegen, sagten die Berliner Forscher am Mittwoch voraus. Im dritten Quartal lag das Wachstum bei 0,3 Prozent. Zuletzt signalisierte schon das überraschend starke Ifo-Geschäftsklima eine deutlich aufgehellte Laune der Firmenchefs. „Die Stimmung ist allerdings derzeit besser als die harten Zahlen, etwa der magere Aufwärtstrend bei den Auftragseingängen“, warnte DIW-Konjunkturchef Ferdinand Fichtner. Für 2013 insgesamt reiche es wegen des schwachen Jahresauftakts nur zu einem Plus des Bruttoinlandsproduktes von 0,4 Prozent.

Für Schwung im nächsten Jahr werde die Belebung in den Industrieländern sorgen. Davon dürften laut DIW die Exporteure profitieren. Die staatliche KfW-Bank erwartet 2014 ein Wirtschaftswachstum von rund zwei Prozent. „Deutschland schaltet einen Gang hoch“, sagte KfW-Chefvolkswirt Jörg Zeuner. Dank der besseren Konjunktur in der Euro-Zone, der abnehmenden Unsicherheit und der guten Finanzierungsbedingungen dürften sich die Unternehmen wieder mehr Investitionen trauen. Es sei allerdings noch ein weiter Weg, bis die strukturelle Investitionsschwäche überwunden sei, ergänzte Zeuner. „Das Vorkrisenniveau bleibt auch 2014 noch außer Reichweite.“ Risiken sieht Zeuner vor allem für den Fall, dass die Euro-Länder auf der Rückkehr zu spürbarem Wirtschaftswachstum straucheln.

Die neuen Wachstumsmärkte der deutschen Exporteure

Malaysia

Fast fünf Prozent Wachstum jährlich werden dem aufstrebenden Land bis 2025 vorausgesagt. Im gleichen Zeitraum könnte sich das Bruttoinlandsprodukt verdoppeln. Ein Grund dafür ist die wachsende Wettbewerbsfähigkeit. Im internationalen Standort-Vergleich des World Economic Forum belegt Malaysia Platz 25, knapp hinter Deutschlands wichtigstem Handelspartner Frankreich (21), aber noch vor China (29) und Italien (42). "Malaysia ist eine der offensten Volkswirtschaften der Welt", lobt das Prognos-Institut.

Indonesien

Das muslimisch geprägte Land lockt mit einem riesigen Binnenmarkt: Indonesien ist gemessen an der Bevölkerung die Nummer vier der Welt. 240 Millionen Einwohner leben hier. Bis 2060 wird Indonesien zur sechstgrößten Volkswirtschaft der Welt aufrücken und Deutschland überholen, sagt die Industriestaaten-Organisation OECD voraus. "Das rohstoff- und bevölkerungsreiche Land wird 2012 und 2013 um mehr als sechs Prozent wachsen", prognostiziert der Deutsche Industrie- und Handelskammertag (DIHK). "Die Wirtschaft des Inselreichs profitiert von niedrigen Zinsen und einer niedrigen Inflation."

Kolumbien

Reiche Rohstoffvorkommen von Kohle über Öl und Gold bis zu Seltenen Erden, die Öffnung der Volkswirtschaft und nicht zuletzt eine deutlich verbesserte Sicherheitslage durch die Friedensgespräche mit den marxistischen FARC-Rebellen lassen auch hier ein jährliches Wirtschaftswachstum um die fünf Prozent erwarten. Für die Weltbank zählt Kolumbien zur Spitzengruppe in den lateinamerikanischen Staaten, wenn es um den Schutz geistigen Eigentums und Regulierung geht. "Das Land wird damit für ausländische Investoren interessanter", so der DIHK. Zusätzliche Impulse kommen von dem in Kraft getretenen Freihandelsabkommen mit der Europäischen Union. Der DIHK hält deshalb sowohl bei den Importen als auch bei den Exporten Steigerungsraten von mehr als 20 Prozent für möglich.

Peru

Noch mehr Wachstum wird Peru vorausgesagt: Sechs Prozent kann die Wirtschaftsleistung dort pro Jahr zulegen. Auch Peru hat ein Freihandelsabkommen mit der EU unterzeichnet und verfügt über viele Rohstoffe. Der DIHK hält deshalb ein Ausweitung des Handels um mehr als 20 Prozent für möglich. Besonders gefragt sein dürften Fahrzeuge. Dieser Markt lockt dem Prognos-Institut zufolge mit jährlichen Steigerungsraten von sieben Prozent.

Tunesien

Das World Economic Forum hält Tunesien, wo der arabische Frühling begann, für das wettbewerbsfähigste Land Afrikas. "Zu den größten Pluspunkten gehören die geografische Nähe zu Europa, eine belastbare Infrastruktur sowie die günstigen Lohnkosten", betont das Prognos-Institut. "Das Bildungssystem ist im regionalen Vergleich gut ausgebaut. Zudem haben zahlreiche Tunesier im Ausland studiert."

Vietnam

Schon jetzt zählt das asiatische Land mehr Einwohner als Deutschland, 2025 sollen es fast 100 Millionen sein. "Die konsumfreudige und zunehmend kaufkräftige Bevölkerung verspricht ein gewaltiges Absatzpotenzial: In kaum einem anderen Land Asiens wächst die Mittelschicht schneller als in Vietnam", so das Prognos-Institut. Mehr als sechs Prozent jährlich soll das Bruttoinlandsprodukt zulegen. Vietnam verfügt über unzählige billige Arbeitskräfte. Viele Unternehmen haben ihre Produktion deshalb schon aus dem teurer werdenden China in das Nachbarland verlagert.

Von

rtr

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