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04.12.2014

14:45 Uhr

Wirtschaftskriminalität

Die Täter kommen meist aus den eigenen Reihen

Rund 80 Milliarden Euro – so hoch ist der Schaden für deutsche Unternehmen durch Wirtschaftskriminalität. Jedes Jahr. Die Unternehmen müssten endlich in Prävention investieren, meint die Beratungsgesellschaft KPMG.

Kriminelle im Unternehmen: Häufigste Delikte waren Diebstahl und Unterschlagung. dpa

Kriminelle im Unternehmen: Häufigste Delikte waren Diebstahl und Unterschlagung.

FrankfurtDurch die wachsende Wirtschaftskriminalität entsteht deutschen Unternehmen einer Studie zufolge in diesem Jahr ein Schaden von rund 80 Milliarden Euro. „Das ist ein massiver Anstieg - jedes dritte Unternehmen in Deutschland war in den letzten zwei Jahren Opfer wirtschaftskrimineller Handlungen, bei den großen Unternehmen sogar jedes zweite“, sagte Alexander Geschonneck, Kriminalistik-Experte bei der Beratungsgesellschaft KPMG, am Donnerstag bei der Vorstellung der Studie in Frankfurt. Häufigste Delikte waren Diebstahl und Unterschlagung mit 63 Prozent sowie Betrug und Untreue (54 Prozent).

Dennoch ist laut Geschonneck die Bereitschaft der Unternehmen gering, sich gegen wirtschaftskriminelle Angriffe zu wappnen. Nur jedes neunte Unternehmen sei gewillt, 500.000 Euro oder mehr in vorbeugende Maßnahmen wie Meldestellen oder Schulungen zu stecken.

„Das ökonomische Prinzip ist damit auf den Kopf gestellt: Man akzeptiert Schäden, die um ein Vielfaches höher sind als das, was eine gezielte Investition in Prävention gekostet hätte“, sagte der KPMG-Partner. Oder bildlich gesprochen: „Man ruft lieber die Feuerwehr, wenn etwas passiert ist, anstatt vorher in Brandmelder und Fluchtwege zu investieren.“

„Die meisten Täter kommen mit 55 Prozent aus den eigenen Reihen“, sagte Geschonneck. Innerhalb der Gruppe der internen Täter sei der Prozentanteil von Mitarbeitern unterhalb der Topmanagement-Ebene 2014 auf 66 (2012: 56) Prozent gestiegen. Die Anzahl der Täter aus dem Topmanagement sei hingegen auf fünf (18) Prozent gesunken.

Von Personen außerhalb des Unternehmens seien 45 Prozent der Delikte begangen worden. In 16 Prozent der Fälle seien sowohl interne wie externe Täter an einer wirtschaftskriminellen Handlung beteiligt gewesen.

Kartellrechtsverstöße verursachen der Studie zufolge die höchsten Schäden. Fast drei Viertel der befragten Unternehmen bezifferten ihren individuellen Schaden auf mehr als eine Million Euro. Jede zweite der von Kartellrechtsdelikten betroffenen Firma habe angegeben, dass mindestens 500.000 Euro allein auf Ermittlungskosten entfielen - mehr als bei jedem anderen wirtschaftskriminellen Delikt.

Dazu kämen Bußgelder und Geldstrafen. „Das kann im Einzelfall dazu führen, dass Kartellrechtsverstöße ein Unternehmen an seine existenziellen Grenzen bringt“, sagte KPMG-Experte Geschonneck.

TNS Emnid hatte im Auftrag der Beratungsgesellschaft 400 repräsentativ nach Branchen, Mitarbeiterzahl und Umsatz ausgewählte Unternehmen zu ihren Erfahrungen mit Wirtschaftskriminalität befragt.

Datenklau

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Datenklau: Jede dritte Firma Opfer von Wirtschaftskriminalität

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rtr

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