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26.01.2009

07:35 Uhr

Wirtschaftskrise

Bundesbankchef erwartet Wende im Herbst

Ein Optimist in Zeiten pessimistischer Prognosen: Bundesbank-Präsident Axel Weber setzt auf ein Ende der Rezession in Deutschland noch in diesem Herbst.

Bundesbankpräsident Axel Weber rechnet nicht mit Massenarbeitslosigkeit in Deutschland. Foto: dpa Quelle: dpa

Bundesbankpräsident Axel Weber rechnet nicht mit Massenarbeitslosigkeit in Deutschland. Foto: dpa

HB BERLIN. Die Rettungspakete der Regierung zur Stabilisierung der Finanzinstitute und der Konjunktur könnten das Wachstum kräftigen und die Folgen der globalen Finanzkrise abmildern, sagte er der „Bild“-Zeitung vom Montag laut Vorabbericht. „Es braucht Zeit, bis alle Maßnahmen wirken“, sagte Weber. „Ich rechne aber damit, dass die Wirtschaft schon im Herbst wieder leicht wachsen kann und sich die Konjunktur 2010 weiter erholt.“

Es bereite ihm aber Sorge, „dass es noch nicht gelungen ist, die Krise an den Finanzmärkten einzudämmen“, sagte der Bundesbankchef. „Es gibt derzeit immer neue Verwerfungen, mehr betroffene Segmente und neue Verluste, die zu weiterem Abschreibungsbedarf führen.“ Er denke, dass es sich gegenwärtig um die schlimmste Wirtschaftskrise der Nachkriegsgeschichte handle. „Die Probleme an den Märkten und auch die Heftigkeit des Einbruchs hat es in dieser Dimension in den letzten Jahrzehnten noch nicht gegeben.“

Hoffnung mache ihm aber vor allem der Arbeitsmarkt. „Ich rechne nicht damit, dass die Arbeitslosenzahlen 2009 dramatisch ansteigen“, sagte Weber. Alle Vergleiche mit der Weltwirtschaftskrise der 30er-Jahre seien übertrieben. „Die gegenwärtige Krise wird nicht zu neuer Massenarbeitslosigkeit führen. Die Unternehmen sind gut gerüstet für schwere Zeiten und haben auf den Einbruch bislang auch nicht in größerem Maß mit Entlassungen reagiert.“

Positiv sei zudem, dass die Inflationsrate im Gefolge der Krise drastisch gesunken sei, sagte Weber. Dadurch würden die Verbraucher spürbar entlastet. Es sei denkbar, „dass die Inflationsrate dieses Jahr sogar kurzzeitig negativ werden könnte“.

Mit Blick auf die Diskussion über die Einrichtung einer sogenannten Bad Bank sagte Weber: „Ich sehe derzeit keine Notwendigkeit dafür und die Bundesbank bereitet auch keine Bad Bank vor.“ Die vereinbarten Maßnahmen im Stabilisierungspaket reichten aus, um Banken – wenn erforderlich – von Risikopapieren zu befreien.

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