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28.08.2012

16:12 Uhr

Wirtschaftskrise

Spanien rutscht in die Rezession

In Spanien werden die Auswirkungen der Krise immer deutlicher: Das Bruttoinlandsprodukt ist geschrumpft, der Konsum sinkt in den Keller. Ganzen Regionen stehen vor der Pleite und bitten die Regierung um Finanzhilfe.

Eine spanische 1-Euro-Münze. dpa

Eine spanische 1-Euro-Münze.

MadridDas krisengeplagte Spanien kommt nicht zur Ruhe. Die wirtschaftlich stärkste Region Katalonien will die Zentralregierung in Madrid um Finanzhilfe in Milliardenhöhe bitten. Auch konjunkturell rutscht das Land weiter ab: Die Rezession verschärfte sich im zweiten Quartal, weil die Rekordarbeitslosigkeit den Konsum abwürgt. Entspannt hat sich dagegen die Finanzierungssituation des Staates. Er musste Anlegern für frisches Geld deutlich weniger Zinsen zahlen.

Über den staatlichen Hilfsfonds will Katalonien mehr als fünf Milliarden Euro abrufen, sagte eine Sprecherin der Regionalregierung am Dienstag. "Politische Bedingungen für die Hilfe werden wir nicht akzeptieren", sagte sie. Von den 17 Regionen haben bereits Valencia und Murcia Finanzbedarf angemeldet.

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Die Nachricht schickte die Aktienmärkte auf Talfahrt. Der europäische Leitindex EuroStoxx50 verlor 0,8 Prozent auf 2441 Zähler. Auch an den US-Börsen ging es zum Handelsstart nach unten. "Durch das Hilfsgesuch Kataloniens wird ein Antrag Spaniens auf Gelder aus dem europäischen Rettungsfonds wahrscheinlicher", sagte Aktienstratege Jörg Rahn von Marcard Stein & Co. "Immerhin muss der Staat jetzt Gelder aufbringen, die nicht eingeplant waren. Außerdem schürt der Antrag aus Katalonien die Erwartung, dass da womöglich noch andere Regionen folgen werden."

Nach den Worten von Ministerpräsident Mariano Rajoy verhandelt Spanien derzeit nicht mit seinen europäischen Partnern über neue Hilfen. Er werde erst abwarten, welche Maßnahmen die Europäische Zentralbank (EZB) plane, um die hohen Zinsen für spanische Staatsanleihen zu drücken.

In Katalonien wird etwa ein Fünftel des spanischen Bruttoinlandsproduktes erwirtschaftet. Die Region hat aber auch den höchsten Schuldenberg. Er beläuft sich auf rund 42 Milliarden Euro. Im zweiten Halbjahr muss sich Katalonien 5,755 Milliarden Euro leihen, um seinen Finanzbedarf zu decken. Den hoch verschuldeten Regionen ist wegen der schlechten Bonität der Zugang zum Kapitalmarkt praktisch verschlossen. Die Regierung will den klammen Gebieten deshalb mit einem Fonds im Volumen von 18 Milliarden Euro unter die Arme greifen. Er speist sich zu einem Drittel aus Lottomitteln.

Kommentare (2)

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Lilly

28.08.2012, 15:41 Uhr


Nicht verzweifeln. Alles wird gut. Gestern im Heute-Journal, ZDF: "Positive Signale aus den Krisenländern"

http://www.zdf.de/ZDFmediathek/beitrag/video/1717538/ZDF-heute-journal-vom-27.-August-2012#/beitrag/video/1717538/ZDF-heute-journal-vom-27.-August-2012

so_what

28.08.2012, 16:16 Uhr

"Verschärft wird die Lage dagegen durch die Bankenkrise. Die verunsicherten Spanier ziehen weiter Geld von den Instituten ab. Ihre Einlagen schrumpften im Juli um fast fünf Prozent auf 1,509 Billionen Euro. Die Regierung verhandelt Kreisen zufolge über Hilfen von bis zu 100 Milliarden Euro aus dem Euro-Rettungsschirm für die angeschlagene Finanzbranche."

Abgehoben haben spanische Privat- und Geschäftsleute im Juli 73 MRD Eur, wieder aufgefüllt werden darf dies dann von der EZB, also von uns allen Steuerzahlern??

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