Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

22.05.2013

18:17 Uhr

Wirtschaftskrise

Zyprische Zentralbank sieht Risiko für tiefere Rezession

Zyperns Wirtschaft könnte stärker schrumpfen als bislang angenommen: Die Zyprische Zentralbank warnt vor einem erhöhten Risiko, noch tiefer in die Rezession abzurutschen. Das Ausmaß der Rezession bleibt ungewiss.

Eine zypriotische Zwei-Euro Münze. Zyperns Wirtschaft könnte weiter stark schrumpfen. dpa

Eine zypriotische Zwei-Euro Münze. Zyperns Wirtschaft könnte weiter stark schrumpfen.

NikosiaDie Wirtschaft in Zypern läuft nach Angaben der Zentralbank des Landes Gefahr, noch tiefer in die Rezession zu rutschen als bisher angenommen. Zentralbank-Chef Panikos Demetriades sagte am Mittwoch laut vorab verbreitetem Redetext, die makroökonomischen Risiken seien „ungewöhnlich hoch“. Zum Ausmaß der Rezession machte der Zentralbank-Gouverneur keine Angaben. Der zyprische Finanzminister Charis Georgiades hatte am Dienstag gesagt, sie könne sich im zweistelligen Bereich bewegen.

In der vergangenen Woche hatte der Internationale Währungsfonds (IWF) einen Rückgang von Zyperns Bruttoinlandsprodukts um 8,7 Prozent im laufenden Jahr und 3,9 Prozent im Jahr 2014 prognostiziert. Der Fonds warnte zugleich vor einer noch stärkeren Rezession.

Eckpunkte des Zypern-Hilfspakets

Finanzbedarf

Hier gab es zuletzt Irritationen. Im Juni vergangenen Jahres hatte Zypern Hilfen von gut 17 Milliarden Euro beantragt. Nach langen Verhandlungen steht nun fest, dass die internationalen Geldgeber „nur“ bis zu zehn Milliarden Euro Hilfskredite bereitstellen werden bis zum ersten Quartal 2016. Bis zu neun Milliarden kommen aus dem Euro-Rettungsfonds ESM, eine Milliarde will der Internationalen Währungsfonds (IWF) zur Verfügung stellen.

Beitrag der Banken

Eigentümer und andere Gläubiger zyprischer Banken und deren Anleger mit Guthaben über 100.000 Euro werden zur Kasse gebeten. Die Laiki Bank wird abgewickelt, die Bank of Cyprus saniert. Allein über die Beteiligung ungesicherter Einlagen beider Banken sollen zur Rekapitalisierung schätzungsweise 8,3 Milliarden zusammenkommen. Der endgültige Betrag ist aber noch offen.

Weitere Einnahmen und Reformen

Die Unternehmens- und Zinsertragsteuer in Zypern steigen, Betriebe sollen privatisiert und Gold verkauft werden. Inländische Anleger sollen zu längeren Laufzeiten bei den von ihnen gehaltenen Staatsanleihen bewegt werden. Gefordert sind ferner auch eine Rentenreform, ein höheres Pensionsalter, Einschnitte beim Renteneintrittsalter und Kürzungen im Gesundheitssystem. Zypern soll zudem den Kampf gegen Geldwäsche verstärken.

Wirtschaftswachstum

Unterstellt wird, dass die zyprische Wirtschaft ab 2015 wieder mit positiven Wachstumsraten anzieht – nach einem Einbruch beim Bruttoinlandsprodukt um 8,7 Prozent in diesem und 3,9 Prozent im nächsten Jahr.

Schuldenabbau und Etatsanierung

Der Schuldenstand wird nach fast 87 Prozent der Wirtschaftsleistung nach der Projektion bis zum Jahr 2015 auf den Spitzenwert von 126 Prozent klettern. Danach soll er sinken – auf 122 Prozent bis Ende 2016 und 2020 auf 104 Prozent.

Haftungsanpassung

Deutschland muss etwas mehr beim auslaufenden Rettungsfonds EFSF absichern. Zypern hatte beantragt, bei den Garantieleistungen für den EFSF entlastet zu werden. So ein „Stepping Out“ wurde auch anderen Ländern gewährt. Der deutsche Haftungsanteil erhöht sich damit von 29,07 auf 29,13 Prozent.

Portugal und Irland

Die Laufzeiten der Hilfskredite an beide Länder sollen um sieben Jahre verlängert werden. Das mindert Ansteckungsgefahren. Volumen und Auflagen ändern sich nicht.

Der IWF, die Europäische Kommission und die Europäische Zentralbank haben Zypern angesichts einer drohenden Staatspleite Finanzhilfen in Höhe von zehn Milliarden Euro zugesagt. Die erste Tranche erhielt der Inselstaat in der vergangenen Woche. Im Gegenzug verpflichtete sich Zypern zu einer Umstrukturierung seines Bankensektors, zu drastischen Kürzungsmaßnahmen und zur Privatisierung von Unternehmen.

Von

afp

Kommentare (5)

Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.  Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.

Account gelöscht!

22.05.2013, 18:32 Uhr

"Zyperns Wirtschaft könnte stärker schrumpfen als bislang angenommen"

LOOOOOOOOOL wer hat es denn anders erwartet? Die "Experten"? LOOOL sorry, ich hau mich vom Stuhl. Allein schon das Wort Wirtschaft in einem Satz mit Zypern zu bringen lässt doch jeden Witz des JAhrhunderts alt aussehen :D

hagenvontronje

22.05.2013, 18:58 Uhr

Karsten zurück vom Pfingsturlaub da beginnen die flachgeistigen Senftexte wieder, die in "das war zu erwarten" oder "das habe ich gewusst" oder "das war doch klar" oder "...und...nebeneinander zu setzen" gipfeln.

undertaker

22.05.2013, 19:08 Uhr

Das überrascht mich aber sehr, ich dachte in Zypern herrscht ein starker Fachkräftemangel; so kann man sich täuschen ...

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×