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28.02.2011

11:55 Uhr

Wirtschaftsministerium

Keine Engpässe bei Öl-Lieferung

Durch die Unruhen in Libyen hat der Ölmarkt Angebotsausfälle zu verzeichnen. Solange die Lage in Saudi-Arabien stabil bleibt, sehen aber weder das Bundeswirtschaftsministerium noch Ifo-Chef Sinn Engpässe im Verzug.

Tankstelle in München: Saudi-Arabien hat bereits seine Ölförderung hochgefahren. Quelle: dpa

Tankstelle in München: Saudi-Arabien hat bereits seine Ölförderung hochgefahren.

Brüssel/BerlinAuf dem angespannten Ölmarkt erwartet das Bundeswirtschaftsministerium derzeit keinen Engpass bei Lieferungen aus dem wichtigsten OPEC-Land Saudi-Arabien. „Ich komme gerade aus Riad und ich habe keine Anzeichen erkennen können, dass da eine Revolte bevorsteht“, sagte Wirtschafts-Staatssekretär Jochen Homann am Montag beim Treffen der EU-Energieminister in Brüssel.

Saudi-Arabien hat seine Ölförderung bereits hochgefahren, um Angebotsausfälle in Libyen auszugleichen. Sollten die Unruhen auf das ölreiche Königreich übergreifen, könnte der Ölpreis nach Ansicht von Experten Rekordhöhen erreichen.

Die gestiegenen Benzinpreise sind nach Ansicht Homanns nicht allein eine Folge der Lage in Libyen. Das Land habe lediglich einen Anteil an der Rohölversorgung Deutschlands von 7,8 Prozent. „Das hat sicherlich keine Auswirkungen auf die verfügbaren Mengen.“ Ursachen für den Preisanstieg seien auch das Anziehen der Weltkonjunktur sowie der Euro-Dollar-Kurs. Langfristig setze die Bundesregierung auf erneuerbare Energien, um sich von Öl und Gas unabhängig zu machen, betonte Homann.

Die EU-Minister besprachen bei ihrem Treffen in Brüssel unter anderem die Preisentwicklung beim Öl. Trotz Libyen-Krise rechnet die EU-Kommission damit, dass sich die derzeit hektisch ausschlagenden Ölpreise in Kürze wieder entspannen. „Entscheidend ist, dass wir keine Versorgungsengpässe haben“, hatte EU-Energiekommissar Günther Oettinger am Freitag in Berlin gesagt. Das libysche Öl habe mit zehn Prozent einen eher geringen Anteil an den europäischen Ölimporten.

Auch Ifo-Chef Hans-Werner Sinn sieht trotz der Lieferausfälle aus Libyen derzeit keine Engpässe beim Öl. Libyen alleine sei nicht das Problem, sagte Sinn am Montag im Deutschlandfunk. Die Ausfälle könnten leicht kompensiert werden, etwa wenn anderswo mehr gepumpt würde. Erst wenn auch andere Länder wie Katar oder Saudi-Arabien betroffen wären, würde die Lage schwierig. Mit einer Revolution beim weltgrößten Ölexporteur Saudi-Arabien rechnet Sinn aber nicht.

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