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05.09.2012

13:09 Uhr

Wirtschaftsstudie

Deutschland schlägt USA bei der Wettbewerbsfähigkeit

VonHans Christian Müller-Dröge

Das Weltwirtschaftsforum hat jährliche Rangliste der globalen Wettbewerbsfähigkeit veröffentlicht. Deutschland schneidet gut ab, offenbart aber noch Schwächen. Die USA rutschen ebenso wie die Euro-Krisenländer weiter ab.

Das WEF-Logo an einer Scheibe des Congress Centrums im schweizerischen Davos. dpa

Das WEF-Logo an einer Scheibe des Congress Centrums im schweizerischen Davos.

DüsseldorfDer Standort Deutschland baut seine Wettbewerbsfähigkeit weiter aus. Das geht aus dem aktuellen „Global Competitiveness Index“ hervor, den das Weltwirtschaftsforum in Davos einmal jährlich für mehr als 140 Staaten berechnet.

Deutschland liegt demnach weiter auf dem sechsten Rang, konnte seinen Indexwert allerdings leicht verbessern. Gleichzeitig ist das Land erstmals wettbewerbsfähiger als die USA, die vom fünften auf den siebten Rang abfielen. Am besten aufgestellt im globalen Wettbewerb ist weiterhin die Schweiz. Dahinter folgen Singapur und Finnland, das Schweden vom Bronzerang verdrängen konnte.

Deutschland verdankt seine Top-Platzierung vor allem seiner starken, mittelständisch geprägten Wirtschaft. „Deutsche Firmen gehören zu den innovativsten in der Welt“, heißt es dazu im Bericht des neunköpfigen Forscherteams. Aber auch der starke Wettbewerb auf den heimischen Märkten, wo verhältnismäßig viele Konkurrenten um die Gunst der Kunden buhlen, bringt dem Land Pluspunkte.

Weniger gut schneidet Deutschland dagegen in den Bereichen ab, die vom Staat geregelt werden: So klagen verhältnismäßig viele Firmen über die hohen bürokratischen Hürden, die sie überspringen müssen. Auch die sonst so starke Infrastruktur bröselt zunehmend: Von der Qualität des deutschen Schienennetzes etwa sind die für das Ranking befragten Manager immer weniger überzeugt.

Konjunkturprognosen der vergangenen Monate

DIHK

Der Deutsche Industrie- und Handelskammertag (DIHK) geht von einem Wachstum von 0,3 Prozent aus. Bislang waren 0,7 Prozent erwartet worden. "Der Aufschwung in Deutschland ist vorerst verschoben", sagte Hauptgeschäftsführer Martin Wansleben. "Die Unternehmen schätzen ihre Lage deutlich schlechter ein als zu Beginn des Jahres." Für 2014 geht das DIHK von einem Wachstum von mehr als einem Prozent aus.

BDI

Der Präsident des Bundesverbands der Deutschen Industrie (BDI), Ulrich Grillo, rechnet mit robustem Wachstum von bis zu 0,8 Prozent. Er ist damit weit optimistischer als die Bundesregierung.

Bundesregierung

Die Bundesregierung geht für 2013 von einem Wachstum von 0,4 Prozent aus.

Sachverständigenrat

Genau wie die Bundesregierung rechneten auch die "fünf Weisen" aus dem Sachverständigenrat zuletzt mit einem Wachstum von 0,8 Prozent. Wegen des starken Einbruchs im vierten Quartal 2012 haben sie den Wert jedoch auf 0,3 Prozent mehr als halbiert.

RWI

Das Rheinisch-Westfälische Institut für Wirtschaftsforschung rechnet für 2013 mit einem Wachstum von 0,3 Prozent. Im Vergleich zur Herbstprognose wurde die Schätzung um 0,7 Punkte zurückgenommen.

Internationaler Währungsfonds

Der Internationale Währungsfonds (IWF) sagt für 2013 ein Plus von 0,3 Prozent voraus. Im Oktober 2012 war er für 2013 noch von einem Wachstum von 0,9 Prozent ausgegangen.

EU-Kommission

Zum Lager der Optimisten gehört die EU-Kommission. Für Deutschland erwartet sie 2013 ein Wachstum von 0,5 Prozent. Das ist besser als die Erwartung für den Euroraum. Hier rechnet sie sogar mit einem Rückgang von 0,3 Prozent. Grund für die langsame Entwicklung sind die schlechte Binnennachfrage einiger Länder und große konjunkturelle Unterschiede zwischen den EU-Mitgliedstaaten.

Bundesbank

Die Deutsche Bundesbank rechnet in ihrem Monatsbericht vom Dezember für 2013 mit einem Wachstum von 0,4 Prozent. 2014 soll dies auf 1,9 Prozent steigen.

DIW

Das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) rechnet für 2013 mit einem Wachstum von 0,7 Prozent. Damit hat es seine Erwartungen nach unten korrigiert. Zuvor war es von einem Plus von 0,9 Prozent ausgegangen. Für 2014 rechnet das DIW mit einem Wachstum von 1,6 Prozent.

Ifo-Institut

Das Münchner Ifo-Institut geht für 2013 von einem Wachstum von 0,7 Prozent aus. Die Spanne der Schätzung reicht von minus 0,6 bis plus 2,0 Prozent.

In ihrer Untersuchung betrachten die Davoser Forscher regelmäßig mehr als 110 Einzelwerte. Zum einen sind das Indikatoren, die den Erfolg einer Volkswirtschaft im weltweiten Wettbewerb messen – wie etwa die Entwicklung der Produktivität oder die innovativen Leistungen der Firmen.

Der größte Teil sind aber Werte, die angeben, wie gut die Bedingungen für Firmen in einem Land strukturell sind – etwa Umfragedaten zur Qualität der Infrastruktur, des Bildungssystems oder der Hilfsbereitschaft von Behörden.

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Für den Report lassen die Organisatoren der Studie regelmäßig rund 14.000 Manager von Mittelständlern oder Großkonzernen interviewen. Ein Drittel der Daten stammt darüber hinaus von Statistikbehörden oder aus anderen Studien wie etwa dem „Doing Business“-Projekt der Weltbank.

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