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28.01.2005

14:44 Uhr

Zahlen aus dem Handelsministerium

US-Wirtschaft wuchs 2004 um 4,4 Prozent

Die US-Wirtschaft ist 2004 um 4,4 Prozent gewachsen, so stark wie seit 1999 nicht mehr. Doch die hohe Nachfrage nach Importen dämpfte den Zuwachs des Bruttoinlandsprodukts im vierten Quartal stärker als von Volkswirten erwartet.

HB WASHINGTON. Die amerikanische Wirtschaftsleistung erhöhte sich im Schlussquartal 2004 aufs Jahr hochgerechnet um 3,1 % nach 4,0 % im dritten Quartal, wie das Handelsministerium am Freitag mitteilte. Die Importe wuchsen um 9,1 % nach einem Zuwachs von nur 4,6 % im Vorquartal. Die Exporte schrumpften trotz der Dollar-Schwäche um fast vier Prozent nach einem Plus von sechs Prozent im dritten Quartal. Von Oktober bis Dezember wuchs die US-Wirtschaft damit so langsam wie seit dem ersten Quartal 2003 nicht mehr. Die Rate lag deutlich unter der Prognose von Volkswirten, die mit 3,5 % gerechnet hatten. Analysten äußerten sich besorgt über das Ungleichgewicht in der US-Handelsbilanz, das auch der Hauptgrund der anhaltenden Dollar-Schwäche ist.

Der Dollar geriet etwas unter Druck, der Euro verteuerte sich kurzzeitig um fast einen halben US-Cent auf 1,3080 Dollar. Am Rentenmarkt stiegen die Kurse, da die Daten keinen schnelleren Anstieg der US-Leitzinsen als bisher angenommen erwarten lassen.

Das Defizit in der Handelsbilanz verringerte das Wachstum nach Schätzungen von Analysten etwa um anderthalb Prozentpunkte. Der BIP-Zuwachs von 3,1 % sei sehr enttäuschend angesichts des robusten Konsums, sagte Michael Woolfolk, Währungsexperte von der Bank of New York. So erhöhte sich der private Verbrauch um 4,6 %, die Investitionen nahmen um 10,3 % zu. David Resler, Chef-Volkswirt von Nomura Securities, hob dagegen hervor, dass die US-Wirtschaft nun schon fünf Quartale in Folge mit Raten um vier Prozent ein stabiles robustes Wachstum aufweise. „Die Zahlen sind wirklich nicht schlecht“, sagte auch Patrick Fearon, Volkswirt von A.G. Edwards & Sons.

Die Inflation beschleunigte sich zum Jahresende. Die Verbraucherausgaben ohne Lebensmittel und Energiekosten, die US-Notenbankchef Alan Greenspan häufig als Indikator für die Preisentwicklung nennt, erhöhten sich um 1,6 % nach nur 0,9 % im Vorquartal. Dennoch werde die US-Notenbank ihren Kurs zu höheren Leitzinsen nicht verschärfen, sagten Analysten. Die Federal Reserve Bank wird nach Erwartung der Finanzmärkten bei ihrem Zinstreffen in der kommenden Woche den Leitzins zum sechsten Mal in Folge um 25 Basispunkte auf dann 2,50 % erhöhen. Bis zum Jahresende erwarten Analysten einen weiteren Anstieg auf 3,75 % sowie weitere Zinserhöhungen um 100 Basispunkte im kommenden Jahr.

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