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03.08.2012

14:54 Uhr

Zahlen für Juli

Steigende Arbeitslosigkeit schadet Obamas Wahlchancen

Trotz mehr Jobs ist die Arbeitslosenquote in den USA im Juli erneut leicht gestiegen. Die Zahlen zeigen die Machtlosigkeit Obamas – und könnten für ihn im Wahlkampf gegen Romney zum Problem werden.

Da hilft auch alles Händeschütteln nichts: Die Zahl der Arbeitslosen ist in den USA erneut gestiegen. Reuters

Da hilft auch alles Händeschütteln nichts: Die Zahl der Arbeitslosen ist in den USA erneut gestiegen.

Washington/NürnbergDie US-Wirtschaft hat im Juli überraschend viele Jobs geschaffen. Die Zahl der Beschäftigten stieg um 163.000, teilte das Arbeitsministerium in Washington mit. Von Reuters befragte Ökonomen hatten ein Plus von 100.000 erwartet. Gleichzeitig haben sich aber mehr Menschen für den Arbeitsmarkt zurückgemeldet, wodurch die Quote anstieg.

So kletterte die Arbeitslosenquote von 8,2 auf 8,3 Prozent. Sie verharrt damit seit mehr als zwei Jahren über der Marke von acht Prozent - das hat es seit der Großen Depression in den Dreißiger Jahren nicht mehr gegeben.

"Es gibt keine großen Entlassungen", sagte der Chefvolkswirt von Raymond James & Associates, Scott Brown. "Das Problem ist die Zurückhaltung bei Neueinstellungen." Die werde angesichts des ungewissen Ausgangs der US-Präsidentschaftswahlen im November und der Schuldenkrise in Europa anhalten.

Im Juni waren nach revidierten Daten nur 64.000 neue Stellen geschaffen worden, was nach ebenfalls schwachen Daten im April und Mai für das schlechteste Quartal für den US-Arbeitsmarkt seit 2010 gesorgt hatte.

Die US-Wirtschaft steckt damit auch drei Jahre nach der schlimmsten Rezession der Nachkriegszeit in der Klemme. Trotz staatlicher Spritzen in Milliardenhöhe springt die Konjunktur nicht richtig an und die Arbeitslosigkeit bleibt hoch. Die lag in der Spitze im Herbst 2009 bei zehn Prozent. Aktuell hält sich die Arbeitslosenquote hartnäckig oberhalb von acht Prozent, ein Wert, der Präsident Barack Obama bei der Wahl im November seinen Job kosten könnte. Die Spannbreite innerhalb der USA ist allerdings riesig - im Pazifikstaat Kalifornien liegt die Quote zum Beispiel bei fast elf Prozent, in North Dakota nur bei drei.

Editor-in-chief Gabor Steingart

"Obama missed the point"

Editor-in-chief Gabor Steingart: "Obama missed the point"

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Im Wahlkampf spielt das Thema Arbeitsplätze eine entscheidende Rolle. Obama und sein Herausforderer Mitt Romney haben indes völlig unterschiedliche Vorstellungen, wie Millionen arbeitsloser Amerikaner in Lohn und Brot zu bringen sind.

Obama verweist darauf, dass er gleich zum Beginn seiner Amtszeit - inmitten der tiefen Rezession - begonnen habe, der Wirtschaft auf die Beine zu helfen. Zu den Maßnahmen gehörte das größte Konjunkturprogramm in der US-Geschichte mit einem Volumen von fast 800 Milliarden Dollar - außerdem Steuererleichterungen für Durchschnittsverdiener und kleinere Unternehmen, Beschäftigungsprogramme und ein riesiges Rettungspaket für die schlingernde Autoindustrie. Unter dem Strich rechnet sich Obama 27 Monate in Folge mit Beschäftigungsaufbau an. Insgesamt, so seine Bilanz, habe die Wirtschaft nunmehr rund 4,3 Millionen Arbeitsplätze geschaffen - und eine noch schlimmere Krise sei verhindert worden.

Romney kritisiert Obamas Vorgehen gegen die Krise scharf, nicht nur weil die Konjunkturspritzen das Ziel verfehlt hätten, die Arbeitslosigkeit deutlicher zu senken. Seine Philosophie entspricht dem Staatsbild der neoliberalen Ökonomie: Die Wirtschaft und der freie Markt können es am besten - und der Staat kann helfen, indem er möglichst wenig eingreift. Sein Plan „verspricht nicht die sofortige Schaffung einer imaginären Zahl von Jobs, weil die Regierung keine Jobs schaffen kann - zumindest keine produktiven, die langfristig zu unserem Wohlstand beitragen“, heißt es in seinem Wahlprogramm.

Kommentare (6)

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Ben-Wa

03.08.2012, 15:06 Uhr

Welche Chancen hat eine Volkswirtschaft, die mit 15 Billionen US$ verschuldet ist? Bei der über 80% der Staatsanleihen von der eigenen Privatnotenbank gekauft werden? Bei der bald 50 Millionen von Lebensmittelkarten abhängen? Einer Volkswirtschaft, die keine einzige Jeans selbst im Land herstellt? Die jeden Monat Importe von feinster Hardware mit noch nicht mal bunt bedrucktem Papier - Glasperlen gleich - bezahlt.

Das ist der Ausverkauf des Geldsozialismus mit der FED an der Spitze. Mit Kapitalismus hat das nichts zu tun!

Account gelöscht!

03.08.2012, 15:30 Uhr

Holt den Romney ausm Sack, dann gehen die noch schneller unter als die EU. Vorher werden sie noch ein bisschen andere Länder überfallen aber das geht 100% nicht mehr lange gut. US-Vorstädte sind bereits ein reines Desaster und es geht dort zu wie bei den Wilden. Auch dort werden die Bürger irgendwann die NAse voll haben...mit einem Unterschied zu hier....dort sind sie bewaffnet!

Account gelöscht!

03.08.2012, 16:02 Uhr

Warum fliegt Romney in der Welt herrum und redet mit allen wichtigen Staatspersonen?

Weil es schon feststeht, dass Romney das Präsidentenamt übernimmt?

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