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21.10.2013

07:21 Uhr

Zahlen im September

Japan mit neuem Rekordhandelsdefizit

Japans Exportmotor brummt dank des deutlich abgewerteten Yen wie geschmiert. Doch die Importe steigen wegen der hohen Öl- und Gaseinfuhren immer weiter. Mit deutlichen negativen Folgen für die Handelsbilanz.

Trotz guter Exporte: Japan schreibt rote Zahlen – und zwar im 15. Monat hintereinander. dpa

Trotz guter Exporte: Japan schreibt rote Zahlen – und zwar im 15. Monat hintereinander.

TokioJapan hat im September erneut ein Handelsdefizit in Rekordhöhe verzeichnet. Wie die Regierung am Montag bekanntgab, belief sich der Fehlbetrag auf 932,1 Milliarden Yen (rund sieben Milliarden Euro). Damit schreibt die drittgrößte Volkswirtschaft der Welt im nunmehr 15. Monat hintereinander rote Zahlen in seiner Handelsbilanz.

Bezogen auf die ersten sechs Monate des noch bis 31. März 2014 laufenden Steuerjahres belief sich der Fehlbetrag auf 4,9 Billionen Yen – auch dies ist ein Rekord. Zwar brummt Japans Exportmotor dank des deutlich abgewerteten Yen wie geschmiert. Doch steigen die Importe angesichts der hohen Öl- und Gaseinfuhren noch kräftiger.

Eckpunkte der neuen japanischen Geldpolitik

Festes Inflationsziel

Die Bank von Japan legt sich fest: Innerhalb von zwei Jahren wird sie eine Inflationsrate von zwei Prozent erreichen.

Verdoppelung der Geldbasis

Die Geldbasis soll von jetzt 138 Billionen Yen auf 270 Billionen Yen im Jahr 2014 steigen. Umgerechnet geht es um eine Steigerung von 1,05 Billionen Euro auf 2,05 Billionen Euro.

Kauf von Staatsanleihen

Die Bank von Japan will 77 Prozent des frischen Zentralbankgelds in Staatsanleihen mit langer Laufzeit investieren. Die durchschnittliche Laufzeit ihrer Staatsanleihen soll von drei auf sieben Jahre steigen.

Dauer der Maßnahmen

Die Zentralbank legt sich darauf fest, so lange an der expansiven Geldpolitik festzuhalten, bis sie ihr Inflationsziel erreicht hat.

Aussetzung des Banknoten-Prinzips

Die Bank von Japan setzt zeitweilig das Banknoten-Prinzip außer Kraft, wonach sie nicht den Wert der im Umlauf befindlichen Banknoten überschreiten darf.

Die Exporteinnahmen erhöhten sich im Berichtsmonat um 11,5 Prozent auf 5,9 Billionen Yen. Dazu tragen wesentlich die Amerikaner mit ihrer hohen Nachfrage nach japanischen Autos bei. Hintergrund ist, dass der Außenwert des Yen im September gegenüber dem Dollar um 25,8 Prozent unter dem Vorjahreswert lag. Dadurch erhöhen sich entsprechend die Exporterlöse der Japaner. Statt ihre Marktanteile durch Preiskürzungen im Ausland zu erhöhen, sind für die japanischen Exportunternehmen Steigerungen ihrer Gewinnmargen bislang wichtiger.

Der schwache Yen lässt jedoch auch die Importpreise anziehen. So erhöhten sich die Einfuhren nach Japan im September um 16,5 Prozent auf 6,9 Billionen Yen. Hierbei wirkte sich zum einen Japans weiterhin hoher Energiebedarf aus, da das Land angesichts der heruntergefahrenen Atommeiler deutlich mehr Öl und Gas importiert. Zum anderen spielte aber auch die hohe Nachfrage nach chinesischen Solarpanelen, Smartphones und Kleidung eine große Rolle. China ist Japans größter Handelspartner. Während Japans Ausfuhren ins Reich der Mitte um 11,4 Prozent zulegten, stiegen die Importe um 30,9 Prozent.

Japans Ausfuhren in die Europäische Union stiegen um 14,3 Prozent auf 645,5 Milliarden Yen und die Einfuhren aus der Region um 30,7 Prozent auf 669,9 Milliarden Yen. Die Lieferungen in Richtung USA, wo die Wirtschaft wieder anzieht, kletterten deutlich um 18,8 Prozent auf 1,1 Billionen Yen, während sich die Importe aus den USA um 13,8 Prozent auf 576,3 Milliarden Yen erhöhten, so die Regierung weiter.

Von

dpa

Kommentare (2)

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Account gelöscht!

21.10.2013, 10:07 Uhr

Tja, würde Japan mal versuchen seinen Strombedarf regenerativ selbst zu decken.
Keine Milliarden mehr für Terroristenausbildungsländer wie Saudi Arabien oder KGB-Konzerne wie Gazprom.

Account gelöscht!

21.10.2013, 19:52 Uhr

sehr richtig Goalharry,

dieses Land sitzt auf den größten geothermischen Energiequellen der Welt !
Da muß auch nicht tief gebohrt werden und damit keine Erdebeben rsikiert.

Die Japaner tun mir leid, sind sie eigentlich doch so intelligent und lassen sich so ver..

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