Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

29.01.2010

15:00 Uhr

Zeichen auf Erholung

US-Wirtschaft überrascht mit stärkstem Wachstum seit 2003

Mit einem kräftigen BIP-Anstieg meldet sich die US-Wirtschaft auf dem Wachstumspfad zurück. Die Zahlen für das letzte Quartal 2009 liegen deutlich über den Prognosen der Ökonomen, der Aufwärtstrend ist auch bei anderen Indikatoren unübersehbar.

Football-Produktion in den USA: BIP legt deutlich zu. ap

Football-Produktion in den USA: BIP legt deutlich zu.

HB WASHINGTON. In den USA hat das Wirtschaftswachstum im Schlussquartal 2009 kräftig angezogen. Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) sei von Oktober bis Dezember um annualisiert 5,7 Prozent gestiegen, teilte das US-Handelsministerium am Freitag in Washington in einer ersten Schätzung mit. Dies ist der stärkste Zuwachs seit über sechs Jahren. Volkswirte hatten mit einem Wachstum um 4,5 Prozent gerechnet. Im dritten Quartal lag die Rate noch bei 2,2 Prozent. Das vierte Quartal war das zweite Quartal mit einem Wachstum, nachdem die US-Wirtschaft zuvor vier Quartale in Folge geschrumpft war.

Führende Ökonomen weisen allerdings darauf hin, dass das Plus im Vergleich zu früheren Erholungsphasen verhalten ausfällt. Üblicherweise folge nach dem Ende einer tiefen Rezession eine Phase, in der die US-Wirtschaft mit rund zehn Prozent wachse, betont der frühere Chefökonom des Internationalen Währungsfonds, Michael Mussa. Er beruft sich auf die Lehren des New Yorker Ökonomen Victor Zarnowitz, der die US-Konjunkturzyklen zwischen den 50er- und 80er-Jahren studiert hat. Sein Fazit: Je tiefer der konjunkturelle Absturz, umso kräftiger der Aufschwung - vergleichbar mit einem Sprung ins Trampolin. Eine ähnliche Entwicklung war zuletzt im Zuge der zweiten Ölkrise zu begutachten: Nach Ende der langen Rezession 1981/82 wuchs die US-Konjunktur sieben Quartale in Folge im Durchschnitt um sieben Prozent.

Der ähnlich rasante Anstieg im Schlussquartal 2009 wird in erster Linie auf die erwartete Wende beim "Lagerzyklus" zurückgeführt: Auf dem Höhepunkt der Krise hatten Firmen ihre Bestände fast auf Null sinken lassen, aus Angst vor einem totalen Stillstand der Weltmärkte. Inzwischen werden die Lager aufgefüllt und die Produktion hochgefahren. Allein dieser statistische Effekt habe der US-Konjunktur im Schlussquartal wohl mehr als drei Prozentpunkte Wachstum gebracht, so das IHS.

Das starke Wachstum der US-Wirtschaft im vierten Quartal dürfte laut Landesbank Hessen-Thüringen (Helaba) auch dem Arbeitsmarkt zugute kommen. "Insbesondere die Zunahme der Ausrüstungsinvestitionen werten wir positiv und sehen uns bestätigt, dass die US-Jobkrise ausläuft", heißt es in einer Studie vom Freitag. Mit einer Beschäftigungswende dürften auch die Aussichten für den privaten Konsum aufgehellt bleiben. Ein Konsumboom sei gleichwohl nicht zu erwarten.

Kommentare (5)

Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.  Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.

aruba

29.01.2010, 16:14 Uhr

Guten Tag,....bitte. bitte. Mal langsam mit den jungen Pferden. besten Dank

k.-h.

29.01.2010, 17:33 Uhr

Nach Abzug des Lageraufbaueffektes von über 3% bleibt ein recht kümmerliches Wachstum von etwa 2-2,2% für das 4.Quartal 09. Gestiegene Arbeitkosten deuten an, daß der Abbau von Arbeitskräften weiter gehen wird und damit der private Konsum als Motor zusätzlich geschwächt wird. Für die Entwicklung an den börsen sieht es daher eher schlecht als gut aus, zumal viel zu hohe Gewinnvorausschätzungen entweder völlig falsch oder nur auf Rationalisierung gegründet waren.

Manfred

29.01.2010, 18:34 Uhr

ich bin nicht überrascht.
Es wird weitergelogen und manipuliert....bis zum Ende.

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×