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12.06.2011

08:47 Uhr

Zentralbankchef

Auch Israel will an IWF-Spitze

Auch der Gouverneur der israelischen Zentralbank, Stanley Fischer, hat sich offiziell um die Nachfolge von Dominique Strauss-Kahn als Chef des Internationalen Währungsfonds (IWF) beworben. Allerdings hat er ein Problem.

Israels Zentralbankchef Stanley Fischer. Seine Kandidatur für den IWF-Spitzenposten gilt als wenig aussichtsreich. Quelle: Reuters

Israels Zentralbankchef Stanley Fischer. Seine Kandidatur für den IWF-Spitzenposten gilt als wenig aussichtsreich.

Jerusalem/WashingtonDer israelischen Zentralbank, Stanley Fischer Fischer habe sich am Samstag offiziell beworben. Es handele sich um eine außergewöhnliche und unerwartete Chance, die sich vielleicht nie wieder ergeben werde, erklärte Fischer am Samstag.

Die Chancen von Fischer gegen die französische Finanzministerin Christine Lagarde und den mexikanischen Notenbankchef Agustín Carstens wurden aber als gering eingeschätzt. Eines der Probleme der Kandidatur sei das Alter Fischers, schrieb der israelische Onlinedienst „Ynet“. Fischer, der zwischen 1994 und 2001 stellvertretender IWF-Chef gewesen sei, ist 67 Jahre alt. Den Statuten des IWF zufolge werde jeder Kandidat, der älter als 65 Jahre ist, abgelehnt. Die IWF-Spitze werde die Angelegenheit in kürze diskutieren, schrieb „Ynet“ weiter.

Lagarde ist Favoritin. Viele meine, dass hinter den Kulissen die Würfel schon zu ihren Gunsten gefallen sind. Der Verwaltungsrat will bis zum 30. Juni über den künftigen Geschäftsführenden Direktor der UN-Sonderorganisation entschieden haben.

Strauss-Kahn steht im Verdacht, ein Zimmermädchen in einem New Yorker Hotel sexuell attackiert zu haben und war deshalb zurückgetreten. Auf ihn kommt ein Gerichtsverfahren wegen versuchter Vergewaltigung zu.

Die Unterstützung der Europäer für Lagardes Bewerbung scheint sicher, auch die Länder Afrikas stehen offenbar mittlerweile geschlossen hinter der Französin. Dagegen hielten sich bislang vor allem Indien und China zurück. Die USA als größter Anteilseigner hatten sich bis zuletzt nicht dazu geäußert, wen sie bevorzugen. Nach bisheriger Tradition wird der IWF von einem Europäer geführt, die Weltbank als Schwesterorganisation dagegen von einem US-Amerikaner.

Kommentare (2)

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ralfreinermueller

12.06.2011, 09:52 Uhr

Fischer hat noch ein viel größeres Problem als das Alter. Er ist US-Amerikaner. Es wäre politisch undenkbar, dass sowohl Weltbank als auch IWF von Amerikanern geführt werden.

Beobachter

12.06.2011, 10:21 Uhr

Fischer wäre eine mehr als gute Wahl.Sollte er nicht zum Zuge kommen, gilt : jedermann/frau nur keine Franzosen oder Südländer !!!

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