Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

19.03.2013

11:24 Uhr

ZEW-Barometer

Gute Aussichten für die deutsche Konjunktur

Börsianer bewerten die Aussichten für die deutsche Wirtschaft deutlich besser als erwartet. Doch trotz der rosigen Aussichten: Der größte Risikofaktor aus Sicht der Analysten bleibt die Schuldenkrise.

Die Konjunktur hat in Deutschland gute Aussichten. dpa

Die Konjunktur hat in Deutschland gute Aussichten.

Das ZEW-Barometer für die Konjunkturentwicklung in den kommenden sechs Monaten stieg im März überraschend um 0,3 auf 48,5 Punkte. Das ist bereits der vierte Anstieg in Folge, teilte das Mannheimer Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) am Dienstag zu seiner Umfrage unter 245 Finanzmarkt-Profis mit. Damit bewerten Anleger und Analysten die Aussichten für die deutsche Wirtschaft besser als erwartet. Von Reuters befragte Ökonomen hatten einen leichten Rückgang auf 48,0 Punkten gerechnet.

"Die Konjunkturlage in Deutschland dürfte sich in den kommenden Monaten verbessern", sagte der neue ZEW-Präsident Clemens Fuest. "Der größte Risikofaktor ist und bleibt die Schuldenkrise im Euroraum." Die politische Lage in Italien und das Hilfspaket für Zypern hätten die Gefahr erhöht, dass sich die Schuldenkrise im Euroraum erneut verschärft. Die Lage bewerteten die Experten trotzdem deutlich besser: Dieses Barometer kletterte um 8,4 auf 13,6 Punkte.

Die neuen Wachstumsmärkte der deutschen Exporteure

Malaysia

Fast fünf Prozent Wachstum jährlich werden dem aufstrebenden Land bis 2025 vorausgesagt. Im gleichen Zeitraum könnte sich das Bruttoinlandsprodukt verdoppeln. Ein Grund dafür ist die wachsende Wettbewerbsfähigkeit. Im internationalen Standort-Vergleich des World Economic Forum belegt Malaysia Platz 25, knapp hinter Deutschlands wichtigstem Handelspartner Frankreich (21), aber noch vor China (29) und Italien (42). "Malaysia ist eine der offensten Volkswirtschaften der Welt", lobt das Prognos-Institut.

Indonesien

Das muslimisch geprägte Land lockt mit einem riesigen Binnenmarkt: Indonesien ist gemessen an der Bevölkerung die Nummer vier der Welt. 240 Millionen Einwohner leben hier. Bis 2060 wird Indonesien zur sechstgrößten Volkswirtschaft der Welt aufrücken und Deutschland überholen, sagt die Industriestaaten-Organisation OECD voraus. "Das rohstoff- und bevölkerungsreiche Land wird 2012 und 2013 um mehr als sechs Prozent wachsen", prognostiziert der Deutsche Industrie- und Handelskammertag (DIHK). "Die Wirtschaft des Inselreichs profitiert von niedrigen Zinsen und einer niedrigen Inflation."

Kolumbien

Reiche Rohstoffvorkommen von Kohle über Öl und Gold bis zu Seltenen Erden, die Öffnung der Volkswirtschaft und nicht zuletzt eine deutlich verbesserte Sicherheitslage durch die Friedensgespräche mit den marxistischen FARC-Rebellen lassen auch hier ein jährliches Wirtschaftswachstum um die fünf Prozent erwarten. Für die Weltbank zählt Kolumbien zur Spitzengruppe in den lateinamerikanischen Staaten, wenn es um den Schutz geistigen Eigentums und Regulierung geht. "Das Land wird damit für ausländische Investoren interessanter", so der DIHK. Zusätzliche Impulse kommen von dem in Kraft getretenen Freihandelsabkommen mit der Europäischen Union. Der DIHK hält deshalb sowohl bei den Importen als auch bei den Exporten Steigerungsraten von mehr als 20 Prozent für möglich.

Peru

Noch mehr Wachstum wird Peru vorausgesagt: Sechs Prozent kann die Wirtschaftsleistung dort pro Jahr zulegen. Auch Peru hat ein Freihandelsabkommen mit der EU unterzeichnet und verfügt über viele Rohstoffe. Der DIHK hält deshalb ein Ausweitung des Handels um mehr als 20 Prozent für möglich. Besonders gefragt sein dürften Fahrzeuge. Dieser Markt lockt dem Prognos-Institut zufolge mit jährlichen Steigerungsraten von sieben Prozent.

Tunesien

Das World Economic Forum hält Tunesien, wo der arabische Frühling begann, für das wettbewerbsfähigste Land Afrikas. "Zu den größten Pluspunkten gehören die geografische Nähe zu Europa, eine belastbare Infrastruktur sowie die günstigen Lohnkosten", betont das Prognos-Institut. "Das Bildungssystem ist im regionalen Vergleich gut ausgebaut. Zudem haben zahlreiche Tunesier im Ausland studiert."

Vietnam

Schon jetzt zählt das asiatische Land mehr Einwohner als Deutschland, 2025 sollen es fast 100 Millionen sein. "Die konsumfreudige und zunehmend kaufkräftige Bevölkerung verspricht ein gewaltiges Absatzpotenzial: In kaum einem anderen Land Asiens wächst die Mittelschicht schneller als in Vietnam", so das Prognos-Institut. Mehr als sechs Prozent jährlich soll das Bruttoinlandsprodukt zulegen. Vietnam verfügt über unzählige billige Arbeitskräfte. Viele Unternehmen haben ihre Produktion deshalb schon aus dem teurer werdenden China in das Nachbarland verlagert.

Die deutsche Wirtschaft ist überraschend schlecht ins Jahr gestartet. Die Industrieaufträge schrumpften im Januar um 1,9 Prozent, weil die Nachfrage insbesondere in den kriselnden Euro-Ländern einbrach. Auch die Industrieproduktion schrumpfte. Die Bundesbank erwartet trotzdem bessere Zeiten. "Der zögerliche Start in das Jahr 2013 stellt nicht die Perspektive einer konjunkturellen Belebung der Wirtschaftstätigkeit infrage", schreibt sie in ihrem aktuellen Monatsbericht.

Von

rtr

Kommentare (5)

Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.  Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.

Account gelöscht!

19.03.2013, 11:57 Uhr

Hallo Ihr ZEW Experten

Selbst Leser der BILD sind schlauer. Wirklich unfassbar, welch ein Stuß aus Mannheim kommt ! Die Schlüsselbranche in D ist auf Talfahrt:

"Europäer können sich keine Autos mehr leisten"

Account gelöscht!

19.03.2013, 12:16 Uhr

die deutsche Konjunktur läuft nur deshalb, weil wir im Export unsere Produkte verschenken.
Die USA haben noch nie bezahlt. Ihr Falschgeld, herausgegeben von einem privaten Bankenkartell, war immer nur ein Versprechen auf die Zukunft. Dieses Versprechen wird permanent gebrochen. Seit der Machtergreifung seitens der FED sind von einem US-Dollar noch 2 Cent Kaufkraft übrig. Sollte wirklich einmal "Zahltag" sein, wird der Rest auch weg sein, außer jemand glaubt, diese -offiziell- 15.000.000.000.000 Staatsschulden würden jemals getilgt.
Die Eurozone zahlt größtenteils auch nicht. Deren Verbindlichkeiten landen im Target-System.
Andere Staaten, z.B. Schweiz, zahlen in Franken heute ein Drittel weniger für den BMW als noch vor 5 Jahren.

Das ist die ganze deutsche Konjunktur. Wir verschenken unsre Güter. Wir betreiben die florierendste Kneipe in der Stadt, weil alle Zecher unbegrenzt anschreiben dürfen.

Wer sich für die wirkliche Lage in der Welt interessiert, jenseits bezahlter Auftragspropaganda, dem sei der Baltic Index empfohlen, nicht "bereinigbar" und deshalb totgeschwiegen:
http://www.investmenttools.com/futures/bdi_baltic_dry_index.htm

klaro

19.03.2013, 12:27 Uhr

Gute Konjunktur!

"Über die ersten beiden Monate des Jahres gesehen fiel der Absatz um 9,3 Prozent auf 1,748 Millionen Autos. In Deutschland sanken die Verkäufe im Februar um 10,5 Prozent und damit noch deutlicher als im Krisenland Spanien (minus 9,8 Prozent)."
autohaus.de 19.03.13

Besonders für die Autobauer!! Hahahahaa!

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×