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19.02.2013

11:18 Uhr

ZEW-Barometer steigt kräftig

Gegenwind durch Euro-Krise lässt nach

Die Aussichten für die deutsche Wirtschaft sind so gut wie seit drei Jahren nicht mehr - zeigt das ZEW-Barometer. Finanzexperten glauben, dass es bald aufwärts geht. Das schlechte vierte Quartal scheint abgehakt.

ZEW-Umfrage: Weitere Lichtblicke für die Wirtschaft

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MannheimDie Stimmung unter den Investoren in Deutschland hat sich im Februar deutlicher verbessert als erwartet. Der Anstieg des vom Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung in Mannheim ermittelten Indexes der Konjunkturerwartungen auf den höchsten Stand seit annähernd drei Jahren ist ein weiteres Anzeichen dafür, dass die größte Volkswirtshaft Europas sich von ihrer Schwäche erholt.

Der ZEW-Index, der die wirtschaftliche Entwicklung der nächsten sechs Monate vorhersagen soll, ist von 31,5 im Januar auf 48,2 im Februar geklettert. Ökonomen hatten mit einem Anstieg auf 35 gerechnet, so die mittlere Prognose von 38 Teilnehmern einer Bloomberg-Umfrage.

Am Montag hatte die Bundesbank bereits erklärt, sie rechne mit einer Rückkehr der deutschen Wirtschaft in die Wachstumszone noch in diesem Quartal. Im vierten Quartal war das deutsche Bruttoinlandsprodukt um 0,6 Prozent gegenüber dem Vorquartal gesunken, mehr als erwartet. Rückläufige Exporte und verschobene Unternehmensinvestitionen bremsten die Wirtschaftstätigkeit.

Die neuen Wachstumsmärkte der deutschen Exporteure

Malaysia

Fast fünf Prozent Wachstum jährlich werden dem aufstrebenden Land bis 2025 vorausgesagt. Im gleichen Zeitraum könnte sich das Bruttoinlandsprodukt verdoppeln. Ein Grund dafür ist die wachsende Wettbewerbsfähigkeit. Im internationalen Standort-Vergleich des World Economic Forum belegt Malaysia Platz 25, knapp hinter Deutschlands wichtigstem Handelspartner Frankreich (21), aber noch vor China (29) und Italien (42). "Malaysia ist eine der offensten Volkswirtschaften der Welt", lobt das Prognos-Institut.

Indonesien

Das muslimisch geprägte Land lockt mit einem riesigen Binnenmarkt: Indonesien ist gemessen an der Bevölkerung die Nummer vier der Welt. 240 Millionen Einwohner leben hier. Bis 2060 wird Indonesien zur sechstgrößten Volkswirtschaft der Welt aufrücken und Deutschland überholen, sagt die Industriestaaten-Organisation OECD voraus. "Das rohstoff- und bevölkerungsreiche Land wird 2012 und 2013 um mehr als sechs Prozent wachsen", prognostiziert der Deutsche Industrie- und Handelskammertag (DIHK). "Die Wirtschaft des Inselreichs profitiert von niedrigen Zinsen und einer niedrigen Inflation."

Kolumbien

Reiche Rohstoffvorkommen von Kohle über Öl und Gold bis zu Seltenen Erden, die Öffnung der Volkswirtschaft und nicht zuletzt eine deutlich verbesserte Sicherheitslage durch die Friedensgespräche mit den marxistischen FARC-Rebellen lassen auch hier ein jährliches Wirtschaftswachstum um die fünf Prozent erwarten. Für die Weltbank zählt Kolumbien zur Spitzengruppe in den lateinamerikanischen Staaten, wenn es um den Schutz geistigen Eigentums und Regulierung geht. "Das Land wird damit für ausländische Investoren interessanter", so der DIHK. Zusätzliche Impulse kommen von dem in Kraft getretenen Freihandelsabkommen mit der Europäischen Union. Der DIHK hält deshalb sowohl bei den Importen als auch bei den Exporten Steigerungsraten von mehr als 20 Prozent für möglich.

Peru

Noch mehr Wachstum wird Peru vorausgesagt: Sechs Prozent kann die Wirtschaftsleistung dort pro Jahr zulegen. Auch Peru hat ein Freihandelsabkommen mit der EU unterzeichnet und verfügt über viele Rohstoffe. Der DIHK hält deshalb ein Ausweitung des Handels um mehr als 20 Prozent für möglich. Besonders gefragt sein dürften Fahrzeuge. Dieser Markt lockt dem Prognos-Institut zufolge mit jährlichen Steigerungsraten von sieben Prozent.

Tunesien

Das World Economic Forum hält Tunesien, wo der arabische Frühling begann, für das wettbewerbsfähigste Land Afrikas. "Zu den größten Pluspunkten gehören die geografische Nähe zu Europa, eine belastbare Infrastruktur sowie die günstigen Lohnkosten", betont das Prognos-Institut. "Das Bildungssystem ist im regionalen Vergleich gut ausgebaut. Zudem haben zahlreiche Tunesier im Ausland studiert."

Vietnam

Schon jetzt zählt das asiatische Land mehr Einwohner als Deutschland, 2025 sollen es fast 100 Millionen sein. "Die konsumfreudige und zunehmend kaufkräftige Bevölkerung verspricht ein gewaltiges Absatzpotenzial: In kaum einem anderen Land Asiens wächst die Mittelschicht schneller als in Vietnam", so das Prognos-Institut. Mehr als sechs Prozent jährlich soll das Bruttoinlandsprodukt zulegen. Vietnam verfügt über unzählige billige Arbeitskräfte. Viele Unternehmen haben ihre Produktion deshalb schon aus dem teurer werdenden China in das Nachbarland verlagert.

“Die Daten aus Deutschland sind weiterhin gut und die Aufwertung des Euro hat bisher noch keine großen Auswirkungen”, sagte Jürgen Michels, Chefvolkswirt Eurozone bei Citigroup Inc. in London. “Die Daten aus dem Rest der Region sind eher durchwachsen, da die Probleme in den Staatshaushalten und bei den Konsumenten weiter anhalten.”

Die Bundesbank rechnet für 2013 mit einem Wachstum von 0,4 Prozent in Deutschland. Für die Eurozone prognostiziert die Europäische Zentralbank eine Schrumpfung des Bruttoinlandsproduktes um 0,3 Prozent. “Die Konjunkturerwartungen in der deutschen Wirtschaft haben sich in den vergangenen drei Monaten recht zügig und in einem bemerkenswerten Ausmaß erholt”, erklärte die Bundesbank in ihrem am Montag veröffentlichten Monatsbericht für Februar. “Für das erste Quartal 2013 kann aus heutiger Sicht mit einem Plus bei der gesamtwirtschaftlichen Erzeugung gerechnet werden.” Für den weiteren Verlauf des Jahres zeichne sich eine allmähliche konjunkturelle Belebung ab, so die Bundesbank.

Kommentare (21)

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Wer_es_glaubt_wird_selig

19.02.2013, 11:27 Uhr

"ZEW-Barometer klettert überraschend deutlich"

Und in der kath. Kirche gab's nie Kindesmißbrauch.

Aha

19.02.2013, 11:35 Uhr

An anderer Stelle steht:

"Das schwache Abschlussquartal 2012 der deutschen Wirtschaft ist nur ein Ausrutscher: Der ZEW-Index weist auf eine deutliche Erholung hin, geschürt vor allem von einem unerwartet optimistischen Ausblick der Finanzexperten. Eine Rezession ist damit vom Tisch."

Richtig. Die Rezession ist vom Tisch, denn wir sind das letzte Euro-Land, was mit in die Depression gerissen wird.

Account gelöscht!

19.02.2013, 11:37 Uhr

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