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14.10.2014

11:39 Uhr

ZEW-Index

Börsianer sehen schwarz für Konjunktur

So schlecht wie seit fast zwei Jahren nicht mehr bewerten Börsenprofis die Aussichten für die deutsche Konjunktur. Der Industrie in der Euro-Zone ging schon im August die Puste aus.

Glasröhren eines Lampenherstellers: Die Industrieproduktion in der Euro-Zone ging zurück – die Aussichten für die Konjunktur sind alles andere als glühend. dpa

Glasröhren eines Lampenherstellers: Die Industrieproduktion in der Euro-Zone ging zurück – die Aussichten für die Konjunktur sind alles andere als glühend.

Mannheim/Berlin/BrüsselBörsenprofis bewerten die Aussichten für die deutsche Konjunktur so schlecht wie seit November 2012 nicht mehr. Das Barometer für die ZEW-Konjunkturerwartungen fiel im Oktober um 10,5 auf minus 3,6 Punkte, wie das Zentrum für Europäische Zentrum für Wirtschaftsforschung (ZEW) am Dienstag zu seiner Umfrage unter 223 Anlegern und Analysten mitteilte. Das ist bereits der zehnte Rückgang in Folge. Ökonomen hatten mit einem Wert von plus 1,0 gerechnet.

„Die ZEW-Finanzmarktexperten gehen mittelfristig von einer weiteren Verschlechterung der Wirtschaftslage in Deutschland aus“, sagte ZEW-Präsident Clemens Fuest. Geopolitische Spannungen und die unerwartet schwache Konjunkturerholung „in Teilen der Euro-Zone sorgen weiterhin für Verunsicherung und trüben die deutschen Wachstumsaussichten ein“. Zuletzt enttäuschende Daten von Aufträgen, Produktion und Außenhandel hätten den Pessimismus wohl verstärkt, sagte Fuest.

Die Börsianer bewerteten auch die aktuelle Lage schlechter. Dieses Barometer fiel um 22,2 auf 3,2 Punkte und damit auf den niedrigsten Stand seit Juni 2010. Hier hatten Ökonomen mit 18 Zählern gerechnet.

DWS-Prognose: Konjunktur

Weltwirtschaft: Solides Wachstum

Nach Ansicht der Experten der DWS ist die Weltwirtschaft auf einem guten Weg. 2014 sollte zu einem soliden Jahr für die Anleger an den internationalen Finanzmärkten werden. „Die Bäume wachsen, aber sie wachsen nicht in den Himmel“, sagte Asoka Wöhrmann, Chefstratege und Geschäftsführer der Deutsche Asset & Wealth Management Investment GmbH.

Europa: Auf Erholungskurs

Im vergangenen Jahr habe der Patient Europa die Intensivstation verlassen, nun sei er endgültig auf dem Wege der Besserung - vor allem dank der Wirtschaftserholung in Südeuropa.

EU-Konjunktur: Kaum Inflation

Deswegen dürfte das Bruttoinlandsprodukt im Euro-Raum 2014 um 0,7 Prozent wachsen, so Wöhrmann. „Die Inflation dürfte niedrig bleiben, die Gefahr einer Deflation besteht nicht“, so der Chefstratege.

Deutschland: Keine Blase

„Eine Blase sehe ich nicht – nicht bei deutschen Aktien und auch nicht an den deutschen Immobilienmärkten“, sagte Wöhrmann. Die DWS empfiehlt den Anlegern für das kommende Jahr, ein Schwergewicht auf Aktien zu legen.

USA: Positiver Ausblick

Die Dynamik für höheres Wachstum weltweit dürfte im kommenden Jahr von den entwickelten Volkswirtschaften ausgehen, allen voran von den USA. Steht Amerika sich nicht durch einen Shutdown selbst im Weg, dürfte es den moderaten Wachstumskurs beibehalten.

Asien: Japan gewinnt

Japan wird eine größere Rolle als in den vergangenen Jahren spielen: Hier stehen die Strukturreformen der dritten Phase des Premierministers Shinzo Abe (Abenomics) im Kampf gegen die Deflation auf dem Programm.

China: Positive Impulse

Auch China wird mit einem Wachstum von 7,5 Prozent weiterhin für einen positiven Impuls für das globale Wachstum sorgen.

Nach einem starken Jahresauftakt war das Bruttoinlandsprodukt im zweiten Quartal überraschend um 0,2 Prozent geschrumpft. Viele Ökonomen und die führenden Institute haben in ihren Herbstgutachten ihre Erwartungen für die deutschen Konjunktur 2014 und 2015 kräftig gesenkt.

Passend dazu hat die Industrie in der Euro-Zone ihre Produktion im August deutlich zurückgefahren. Sie schrumpfte um 1,8 Prozent im Vergleich zum Vormonat, wie die Statistikbehörde Eurostat am Dienstag in Brüssel mitteilte. Von Reuters befragte Experten hatten einen Rückgang um 1,6 Prozent erwartet.

Im Juli zog die Fertigung noch um 0,9 Prozent an. Der kräftige Rückgang im August ist vor allem auf die schwindende Nachfrage nach Investitionsgütern wie Maschinen und Fahrzeugen zurückzuführen. Deren Erzeugung ging um 4,8 Prozent zurück. Die Energieproduktion legte hingegen um 1,2 Prozent zu.

Die Industrie in den Euro-Ländern ist laut einer Umfrage des Instituts Markit im September kaum noch gewachsen. Auch der Ausblick auf die nähere Zukunft ist laut Markit-Chefvolkswirt Chris Williamson besorgniserregend. Die Auftragseingänge verringerten sich im vorigen Monat erstmals seit Juni vorigen Jahres.

Von

rtr

Kommentare (7)

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Account gelöscht!

14.10.2014, 15:10 Uhr

EUR-Zone - Game Over

Aber trotz zunehmender Probleme, einer absoluten Rekordverschuldung insb. der EUR-Südländer und Massenarbeitslosigkeit wie seit dem Ende des 2ten Weltkriegs, trägt die herrschende Politik das Dogma EUR immer noch vor sich her wie eine heilige Ikone.

Es wird Zeit für Rationalismus und ergebnisoffene Diskussionen zum Währungsraum. So kann und darf es nicht weitergehen. Die Enteignung von vielen Millionen ehrlichen und rechtschaffenen Bürgern, Sparern, Rentner darf so nicht weitergehen.

Dank auch den verantwortlichen der AFD, die sich nicht zu Schade sind, die Probleme offen anzusprechen, sich zu privat neben der Arbeit für ein besseres Deutschland zu engagieren und sich dafür auch noch regelmäßig demütigen und beleidigen zu lassen. Das sind wirklich noch aufrechte Leute im Gegensatz zu dem herrschenden Politklüngel aus CDUSPDGrüne, der schon seit vielen Jahren den deutschen Wohlstand in aller Welt verschleudert.

Carl Icahn Jr.

14.10.2014, 15:13 Uhr

So ein Quatsch. Mir geht es finanziell exzellent. Auch der jungen First Lady und Muse geht es trotz Uni-Stress dank meiner Kreditkarte auch super.

Mein Fazit: Hier ist nix von Krise zu spüren. In meinem Umfeld (alles auch hochqualifizierte Investmentbanker und Leistungsträger in Deutschland) klagt auch niemand - alles bestens.

Mit Schwarzsehern/malern, Pessimisten und sonstigen chronisch depressiven Jammerlappen und Heulsusen/Schlappschwänzen à la AfD will ich eh nichts zu tun haben.

Beitrag von der Redaktion editiert. Bitte bleiben Sie sachlich.

Herr Thomas Albers

14.10.2014, 15:27 Uhr

"Es wird Zeit für Rationalismus und ergebnisoffene Diskussionen zum Währungsraum."

In dem Moment, wo die Polik ernsthaft ergebnisoffen für die Öffentlichkeit diskutiert, sind wir alle verloren. Keine Chance, dass irgendein EU-Land dann den Spekulanten entkommen kann;) Dann haben Sie auch in Deutschland Arbeitslosenzahlen wie nach dem WK 2. Kein Witz.



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