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18.06.2013

11:03 Uhr

ZEW-Index für Juni

Deutsche Wirtschaft bekommt etwas Schwung

Finanzexperten bewerten die Aussichten für die deutsche Wirtschaft optimistischer. ZEW-Chef Fuest rechnet mit einer Belebung im zweiten Halbjahr. Sie werde allerdings eher zaghaft verlaufen.

Ein Mitarbeiter des Automobilherstellers Porsche. Der Export schwächelt etwas. Dennoch sind Finanzprofis im Juni wieder etwas optimistischer. dapd

Ein Mitarbeiter des Automobilherstellers Porsche. Der Export schwächelt etwas. Dennoch sind Finanzprofis im Juni wieder etwas optimistischer.

BerlinBörsianer bewerten die Aussichten für die deutsche Wirtschaft optimistischer. Das ZEW-Barometer für die Konjunkturentwicklung in den kommenden sechs Monaten stieg im Juni um 2,1 auf 38,5 Punkte. Das teilte das Mannheimer Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) am Dienstag zu seiner Umfrage unter 257 Anlegern und Analysten mit. Von Reuters befragte Ökonomen hatten lediglich einen Anstieg auf 38,1 Punkte erwartet.

"Die deutsche Konjunktur dürfte im zweiten Halbjahr 2013 an Fahrt aufnehmen", sagte ZEW-Präsident Clemens Fuest. "Die Ergebnisse der Umfrage deuten jedoch darauf hin, dass die Konjunkturbelebung zaghaft verlaufen wird. Fast die Hälfte der Umfrageteilnehmer erwartet, dass es im kommenden Halbjahr keine wesentlichen Konjunkturimpulse geben wird."

Gemessen an den sonst üblichen Ausschlägen habe sich der ZEW-Index kaum bewegt, schreibt Commerzbank-Volkswirt Ralph Solveen in einer Stellungnahme. Neue Informationen erwartet er sich nun vor allem vom Ifo-Geschäftsklima und dem Einkaufsmanagerindex für die Industrie. Die Commerzbank erwartet, dass es bei beiden Indizes einen Rücksetzer geben wird. Das würde das Bild unterstützen, dass die Belebung wegen der ungelösten Probleme im Euroraum und einer bisher nicht richtig in Gang gekommenen Weltwirtschaft eher langsam vonstatten gehen dürfte.

Die derzeitige Lage bewerteten die Finanzprofis etwas schlechter. Das Barometer fiel um 0,3 auf 8,6 Zähler. Hier hatten Ökonomen einen Anstieg auf 9,5 Punkte erwartet.

Konjunkturprognosen der vergangenen Monate

DIHK

Der Deutsche Industrie- und Handelskammertag (DIHK) geht von einem Wachstum von 0,3 Prozent aus. Bislang waren 0,7 Prozent erwartet worden. "Der Aufschwung in Deutschland ist vorerst verschoben", sagte Hauptgeschäftsführer Martin Wansleben. "Die Unternehmen schätzen ihre Lage deutlich schlechter ein als zu Beginn des Jahres." Für 2014 geht das DIHK von einem Wachstum von mehr als einem Prozent aus.

BDI

Der Präsident des Bundesverbands der Deutschen Industrie (BDI), Ulrich Grillo, rechnet mit robustem Wachstum von bis zu 0,8 Prozent. Er ist damit weit optimistischer als die Bundesregierung.

Bundesregierung

Die Bundesregierung geht für 2013 von einem Wachstum von 0,4 Prozent aus.

Sachverständigenrat

Genau wie die Bundesregierung rechneten auch die "fünf Weisen" aus dem Sachverständigenrat zuletzt mit einem Wachstum von 0,8 Prozent. Wegen des starken Einbruchs im vierten Quartal 2012 haben sie den Wert jedoch auf 0,3 Prozent mehr als halbiert.

RWI

Das Rheinisch-Westfälische Institut für Wirtschaftsforschung rechnet für 2013 mit einem Wachstum von 0,3 Prozent. Im Vergleich zur Herbstprognose wurde die Schätzung um 0,7 Punkte zurückgenommen.

Internationaler Währungsfonds

Der Internationale Währungsfonds (IWF) sagt für 2013 ein Plus von 0,3 Prozent voraus. Im Oktober 2012 war er für 2013 noch von einem Wachstum von 0,9 Prozent ausgegangen.

EU-Kommission

Zum Lager der Optimisten gehört die EU-Kommission. Für Deutschland erwartet sie 2013 ein Wachstum von 0,5 Prozent. Das ist besser als die Erwartung für den Euroraum. Hier rechnet sie sogar mit einem Rückgang von 0,3 Prozent. Grund für die langsame Entwicklung sind die schlechte Binnennachfrage einiger Länder und große konjunkturelle Unterschiede zwischen den EU-Mitgliedstaaten.

Bundesbank

Die Deutsche Bundesbank rechnet in ihrem Monatsbericht vom Dezember für 2013 mit einem Wachstum von 0,4 Prozent. 2014 soll dies auf 1,9 Prozent steigen.

DIW

Das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) rechnet für 2013 mit einem Wachstum von 0,7 Prozent. Damit hat es seine Erwartungen nach unten korrigiert. Zuvor war es von einem Plus von 0,9 Prozent ausgegangen. Für 2014 rechnet das DIW mit einem Wachstum von 1,6 Prozent.

Ifo-Institut

Das Münchner Ifo-Institut geht für 2013 von einem Wachstum von 0,7 Prozent aus. Die Spanne der Schätzung reicht von minus 0,6 bis plus 2,0 Prozent.

Von

rtr

Kommentare (3)

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Account gelöscht!

18.06.2013, 11:11 Uhr

"Börsianer bewerten die Aussichten für die deutsche Wirtschaft optimistischer"

LOOOL, na dann.... :D :D

Account gelöscht!

18.06.2013, 11:31 Uhr

Seit wann haben Börsianer Ahnung von der Wirtschaft?
Die haben sich von der Realität längst verabschiedet,hängen an Draghis Gelddruckmaschine wie die Süchtigen an der Nadel
Habe im übrigen gestern auf ntv ganau das Gegenteil gelesen.
Kam allerdings von der Bundesbank.

Der_Uniabsolvent

18.06.2013, 12:19 Uhr

Da kann ich den Börsianern nur zustimmen.
Auch in unseren Firmen brummts. Stellen weiter Hochqualifizierte mit super Gehalt ein.

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