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17.06.2014

11:04 Uhr

ZEW-Index sinkt zum sechsten Mal

„Luft wird dünner für deutsche Konjunktur“

Der ZEW-Index über die Konjunkturerwartungen von Finanzexperten ist zum sechsten Mal in Folge gefallen. Das ist der niedrigste Stand seit Dezember 2012. Im zweiten Quartal könnte sich das Wachstum abschwächen.

Der Frachter "Rio Madeira" im Hamburger Hafen. Im zweiten Quartal könnte sich das Wachstum der deutschen Wirtschaft abschwächen. dpa

Der Frachter "Rio Madeira" im Hamburger Hafen. Im zweiten Quartal könnte sich das Wachstum der deutschen Wirtschaft abschwächen.

BerlinBörsianer haben die Aussichten für die deutsche Wirtschaft im Juni den sechsten Monat in Folge skeptischer beurteilt. Das Barometer für die ZEW-Konjunkturerwartungen sank überraschend um 3,3 auf 29,8 Punkte, wie das Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) am Dienstag zu seiner monatlichen Umfrage unter 234 Anlegern und Analysten mitteilte. Das ist der niedrigste Stand seit Dezember 2012. Von Reuters befragte Ökonomen hatten hingegen mit einem Anstieg auf 35,0 Zähler gerechnet.

"Zwar läuft die deutsche Konjunktur derzeit sehr gut, doch die Luft nach oben wird dünner", sagte ZEW-Präsident Clemens Fuest. Das Wachstum dürfte sich im zweiten Quartal abschwächen, nachdem es zu Jahresbeginn auch wegen des milden Winters zu einem kräftigen Plus von 0,8 Prozent gereicht hatte.

Konjunkturindikatoren

ZEW-Konjunkturerwartungen

Der vom Mannheimer Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) herausgegebene Index beruht auf der Befragung von 350 Analysten und Finanzmarktexperten. Sie geben dabei ihre Einschätzung über die künftige Wirtschaftsentwicklung ab. Der Index zur mittelfristigen Konjunkturentwicklung ergibt sich aus der Differenz der positiven und negativen Erwartungen über die künftige Wirtschaftsentwicklung. Er wird zur Monatsmitte erhoben.

ifo-Index

Der international beachtete Index basiert auf einer Befragung von etwa 7000 Unternehmen aus Bau, Einzelhandel und Industrie. In einem Fragebogen beurteilen sie ihre gegenwärtige Geschäftslage sowie die Erwartungen für die Zukunft. Beide werden im Geschäftsklima zusammengefasst. Der Index ergibt sich aus dem Saldo der Antworten gut und schlecht.

Einkaufsmanagerindex

Wird von der britischen Forschergruppe Markit erhoben. Er beruht für Deutschland auf Umfragen unter Einkaufsmanagern von 500 repräsentativ ausgewählten deutschen Industrieunternehmen. Bestandteile des Index sind Auftragseingänge, Preise und Beschäftigung. Der Index hat einen relativ kurzen Vorlauf gegenüber der Produktion.

Geldmenge (M1)

Umfasst den Bargeldumlauf und die Sichteineinlagen, wie zum Beispiel Sparbücher. Da die in M1 enthaltenen Bestandteile direkt für Transaktionen zur Verfügung stehen, deutet ein Anstieg darauf hin, dass die Kaufbereitschaft der Konsumenten und Unternehmen steigt. Der Indikator hat einen Vorlauf von zwei bis drei Quartalen.

 

Baltic Dry Index (BDI)

Der BDI ist ein Preisindex für die Verschiffungskosten wichtiger Rohstoffe wie Stahl, Eisenerz, Kohle und Getreide auf Standardrouten. Er wird durch das Angebot an frei stehendem Schiffsladeraum und die Hafenkapazitäten beeinflusst. Da Rohstoffe als Vorprodukte am Anfang der Wertschöpfungskette stehen, ist der BDI ein guter Frühindikator für die Weltkonjunktur.

GfK-Konsumklimaindex

Der Index des Nürnberger Marktforschungsinstituts GfK prognostiziert die Veränderung der monatlichen privaten Konsumausgaben. Hierfür werden 2000 repräsentativ ausgewählte Personen nach ihren Einkommens- und Konjunkturerwartungen befragt.  

 

Die Lage der Wirtschaft bewerten die Experten erneut besser: Das Barometer kletterte um 5,6 auf 67,7 Punkte und damit auf den höchsten Wert seit knapp drei Jahren. Hier waren nur 62,6 Zähler erwartet worden.

Von

rtr

Kommentare (3)

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Account gelöscht!

17.06.2014, 11:52 Uhr

Was nehmen unsere sog. "Wirtschaftsweisen" (Greise) denn an? Dass sich Wirtschaft in einer ewigen Aufwärtsspirale bewegt? So analog zum Deutsche Bank Markenlogo: Von unten links nach oben rechts?

Sehr unrealistisch ...

Account gelöscht!

17.06.2014, 11:57 Uhr

Die Konjunktur ist ein auf u. ab. Da muss man kein wirtschaftsweiser Hellseher sein.
Streicht diesen Kaffeesatzlesern das Gehalt!

Account gelöscht!

17.06.2014, 12:19 Uhr

Sie haben wohl den Artikel nicht gelesen und auch sonst keine Ahnung. Beim ZEW werden keine Wirtschaftsweisen befragt, sondern "Finanzexperten" also Vermögensverwalter, Fondsmanager etc. Erstaunlich aber dass das ZEW jetzt wohl die Freigabe für die Veröffentlichung solche defätistischen Prognosen gekriegt hat, da muss es wirklich schlimm sein

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