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16.10.2012

11:05 Uhr

ZEW-Index steigt

Draghi sorgt für bessere Stimmung bei Finanzexperten

Die Intervention der EZB hat ihre Wirkung nicht verfehlt. Finanzexperten sehen die Wirtschaftsaussichten wieder optimistischer. Der ZEW-Index legt im Oktober leicht zu.

Ein Daimler-Mitarbeiter der montiert im Werk in Rastatt ein Fahrzeug der A-Klasse. dapd

Ein Daimler-Mitarbeiter der montiert im Werk in Rastatt ein Fahrzeug der A-Klasse.

Berlin/MannheimDas Vertrauen der Finanzprofis in die deutsche Wirtschaft festigt sich. Das ZEW-Barometer für die Entwicklung der Konjunktur in den kommenden sechs Monaten kletterte im Oktober auf minus Zähler 11,5 von minus 18,2 Punkten, wie das Mannheimer Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung am Dienstag zu seiner Umfrage unter Analysten und Anlegern mitteilte. Von Reuters befragte Ökonomen hatten im Schnitt nur mit einer Verbesserung auf minus 15,0 Punkte gerechnet.

ZEW-Präsident Wolfgang Franz wertete den Anstieg als Hinweis, dass sich die konjunkturellen Risiken für Deutschland aus Sicht der Finanzmarktexperten etwas reduziert hätten. Hierzu dürfte beigetragen haben, dass die Unsicherheit an den Finanzmärkten in den vergangenen Wochen abgenommen habe. Zwar würden immer noch etwas mehr Finanzexperten mit einer weiteren Abkühlung als mit einer Verbesserung der deutschen Konjunktur rechnen, im Vergleich zum Vormonat sei ihr Anteil aber erneut zurückgegangen.

"Der gestiegene Saldo des Indikators zeigt, dass sich die konjunkturellen Risiken für Deutschland aus Sicht der Finanzmarktexperten etwas reduziert haben", erklärte das ZEW. "Das sommerliche Stimmungstief scheint überwunden", sagte Postbank-Ökonom Heinrich Bayer. Gleichzeitig sei die aktuelle Lage der deutschen Wirtschaft erneut etwas weniger positiv beurteilt worden.

Die Lage bewerteten die Experten schlechter als im Vormonat: Dieses Barometer fiel um 2,6 auf 10,0 Punkte. Ökonomen hatten 11,3 Zähler vorausgesagt.

Konjunkturprognosen der vergangenen Monate

DIHK

Der Deutsche Industrie- und Handelskammertag (DIHK) geht von einem Wachstum von 0,3 Prozent aus. Bislang waren 0,7 Prozent erwartet worden. "Der Aufschwung in Deutschland ist vorerst verschoben", sagte Hauptgeschäftsführer Martin Wansleben. "Die Unternehmen schätzen ihre Lage deutlich schlechter ein als zu Beginn des Jahres." Für 2014 geht das DIHK von einem Wachstum von mehr als einem Prozent aus.

BDI

Der Präsident des Bundesverbands der Deutschen Industrie (BDI), Ulrich Grillo, rechnet mit robustem Wachstum von bis zu 0,8 Prozent. Er ist damit weit optimistischer als die Bundesregierung.

Bundesregierung

Die Bundesregierung geht für 2013 von einem Wachstum von 0,4 Prozent aus.

Sachverständigenrat

Genau wie die Bundesregierung rechneten auch die "fünf Weisen" aus dem Sachverständigenrat zuletzt mit einem Wachstum von 0,8 Prozent. Wegen des starken Einbruchs im vierten Quartal 2012 haben sie den Wert jedoch auf 0,3 Prozent mehr als halbiert.

RWI

Das Rheinisch-Westfälische Institut für Wirtschaftsforschung rechnet für 2013 mit einem Wachstum von 0,3 Prozent. Im Vergleich zur Herbstprognose wurde die Schätzung um 0,7 Punkte zurückgenommen.

Internationaler Währungsfonds

Der Internationale Währungsfonds (IWF) sagt für 2013 ein Plus von 0,3 Prozent voraus. Im Oktober 2012 war er für 2013 noch von einem Wachstum von 0,9 Prozent ausgegangen.

EU-Kommission

Zum Lager der Optimisten gehört die EU-Kommission. Für Deutschland erwartet sie 2013 ein Wachstum von 0,5 Prozent. Das ist besser als die Erwartung für den Euroraum. Hier rechnet sie sogar mit einem Rückgang von 0,3 Prozent. Grund für die langsame Entwicklung sind die schlechte Binnennachfrage einiger Länder und große konjunkturelle Unterschiede zwischen den EU-Mitgliedstaaten.

Bundesbank

Die Deutsche Bundesbank rechnet in ihrem Monatsbericht vom Dezember für 2013 mit einem Wachstum von 0,4 Prozent. 2014 soll dies auf 1,9 Prozent steigen.

DIW

Das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) rechnet für 2013 mit einem Wachstum von 0,7 Prozent. Damit hat es seine Erwartungen nach unten korrigiert. Zuvor war es von einem Plus von 0,9 Prozent ausgegangen. Für 2014 rechnet das DIW mit einem Wachstum von 1,6 Prozent.

Ifo-Institut

Das Münchner Ifo-Institut geht für 2013 von einem Wachstum von 0,7 Prozent aus. Die Spanne der Schätzung reicht von minus 0,6 bis plus 2,0 Prozent.

Von

rtr

Kommentare (7)

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Numismatiker

16.10.2012, 11:22 Uhr

@HB-Redaktion:

Dieser Artikel ist einfach zu unwichtig, als daß er als Eilmeldung angekündigt wird!

apt3844

16.10.2012, 11:44 Uhr

Wo bleiben die national-chauvinistische Häme-Rufe der
Weidmann-Fans ?

Nexus

16.10.2012, 13:18 Uhr

Der Finanzexperte taugt kaum zur Beurteilung der Lage. Der freut sich offenbar schon, wenn der Super-Gau mal eine kurze Pause einlegt.In der Realwirtschaft ticken die Uhren etwas anders. Da stehen jetzt wieder Kurzarbeit und Entlassungen auf der Agenda.

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