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12.04.2011

11:40 Uhr

ZEW-Index und DIW-Prognose

Dämpfer für deutschen XXL-Aufschwung

Der Deutschland-Boom bekommt erste Kratzer: Laut dem ZEW-Barometer verliert die Wirtschaft merklich an Schwung. Und auch das DIW erwartet, dass sich das Wachstum im nächsten Jahr halbiert.

Arbeiter am Frankfurter Bahnhof. Quelle: dpa

Arbeiter am Frankfurter Bahnhof.

Mannheim/BerlinDas Barometer für die Konjunkturerwartungen fiel von 14,1 auf 7,6 Punkte, teilte das Mannheimer Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) am Dienstag zu seiner Umfrage unter rund 300 Anlegern und Analysten mit. Von Reuters befragte Experten hatten lediglich mit einem Rückgang auf 11,0 Zähler gerechnet. Die Lage wurde dagegen etwas besser bewertet: Dieses Barometer kletterte um 1,7 auf 87,1 Punkte.

"Trotz der erfreulichen Konjunkturentwicklung ergeben sich Risiken derzeit vor allem aus den steigenden Rohstoffpreisen", sagte ZEW-Präsident Wolfgang Franz. Das könne die Europäische Zentralbank (EZB) dazu veranlassen, die Zinsen weiter zu erhöhen. Die Währungshüter hatten ihren Leitzins am Donnerstag zum ersten Mal seit knapp drei Jahren angehoben. Damit verteuern sich Kredite für Unternehmen und Verbraucher. Risiken ergeben sich dem ZEW zufolge auch durch die Japan-Krise und die Unruhen im arabischen Raum.

Nach Ansicht des DIW-Instituts wird sich das Wachstum der deutschen Wirtschaft im nächsten Jahr halbieren. Die Konjunktur werde 2011 um 2,7 Prozent zulegen und sich dann im kommenden Jahr nur noch um 1,4 Prozent verbessern, erklärten die Berliner Forscher am Dienstag.

"Der Aufschwung büßt zwar an Schwung ein, steht aber auf einer soliden Grundlage", sagte Experte Ferdinand Fichtner vom Deutschen Institut für Wirtschaftsforschung (DIW). Impulse kämen zunehmend von der Inlandsnachfrage. Trotz der jüngsten Zinserhöhung der Europäischen Zentralbank dürften die Firmen dank des immer noch günstigen Zinsumfeldes ihre Investitionen weiter hochfahren. Wegen der guten Lage am Arbeitsmarkt werde sich auch der Konsum der privaten Haushalte positiv entwickeln.

Die Forscher erwarten zunächst kein Abebben der für Deutschland vergleichsweise hohen Inflation. Im März lag die Teuerung wie schon im Februar bei 2,1 Prozent auf damit auf dem höchsten Stand seit zweieinhalb Jahren. Die Verbraucherpreise dürften dem DIW zufolge im Jahresschnitt 2011 um 2,2 und 2012 um 2,0 Prozent steigen. Die Inflationsrisiken aus den Lohnverhandlungen seien derzeit aber gering, erklärte das DIW.

"Die Tarifabschlüsse waren bislang moderat, so dass kein relevanter Preisdruck auf der Lohnseite entstanden ist. Eine Lohn-Preis-Spirale ist damit bislang nicht in Sicht", sagte der DIW-Kuratoriumsvorsitzende und ehemalige Wirtschaftsweise Bert Rürup. Für 2012 sei dieses Risiko dagegen größer. "Dank der kräftigen Produktions- und damit Produktivitätszuwächse seien Lohnsteigerungen von bis zu drei Prozent für die Unternehmen aber gut zu verkraften."

Die Lage am Arbeitsmarkt dürfte sich an DIW-Ansicht zwar weiter verbessern. Allerdings sind die Berliner deutlich weniger optimistisch als die anderen führenden Forschungsinstitute. Die Zahl der Arbeitslosen wird laut DIW 2011 im Jahresschnitt nur auf 3,05 Millionen und 2012 nur auf 3,02 Millionen sinken. In ihrem Frühjahrsgutachten hatten die anderen Institute sogar einen Rückgang auf 2,89 Millionen und 2012 auf 2,71 Millionen vorausgesagt. Sie sind in ihrer gemeinsamen Prognose allerdings auch insgesamt zuversichtlicher und veranschlagen das Wirtschaftswachstum für 2011 auf 2,8 Prozent und für 2012 auf 2,0 Prozent.

Von

rtr

Kommentare (1)

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Account gelöscht!

12.04.2011, 11:58 Uhr

Lasst und jubeln, wen diese Prognose wahr wird. Die Folgen sind nur positiv:
Für die Lebensqualität und das positive soziale Zusammenleben unter den menschen hoffe ich, dass der XXL-"Aufschwung" irgendwann Geschichte ist.

Mir ist freilich bewusst, dass die BRD-Wirtschaft so viele Taschenspielertricks aufkosten des eigenen Volkes benützt, dass der "Aufschwung" aufkosten einer ganzen generation noch weiter gehen könnte.

Gott schütze uns vor Regen und Wind, und vor dem, was sich Aufschwung nennt.

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