Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

15.10.2013

11:18 Uhr

ZEW-Konjunkturerwartung

Börsenprofis bleiben optimistisch

Das ZEW-Konjunkturbarometer ist auf den besten Stand seit April 2010 gestiegen. Ein größerer Einfluss des US-Haushaltsstreits sei derzeit nicht absehbar. Doch nicht alle Indikatoren sind positiv.

Baukräne in einem Industriegebiet: Die Stimmung in Deutschland zieht wieder an. dpa

Baukräne in einem Industriegebiet: Die Stimmung in Deutschland zieht wieder an.

Berlin/MannheimBörsenprofis bewerten die Aussichten für die deutsche Wirtschaft trotz des schwelenden Haushaltsstreits in den USA optimistischer. Das ZEW-Barometer für die Konjunkturerwartungen in den kommenden sechs Monaten stieg überraschend um 3,2 auf 52,8 Punkte. Das ist der höchste Stand seit April 2010, wie das Mannheimer Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) am Dienstag zu seiner Umfrage unter 237 Anlegern und Analysten mitteilte. Von Reuters befragte Ökonomen hatten mit einer Stagnation auf dem Vormonatswert gerechnet.

„Die Finanzmarktexperten bleiben optimistisch“, sagte ZEW-Präsident Clemens Fuest. „Ein größerer Einfluss des Streits über die Schuldenobergrenze in den USA ist derzeit nicht sichtbar.“ Einigen sich Demokraten und Republikaner nicht, droht der weltgrößten Volkswirtschaft die Zahlungsunfähigkeit. Das könnte viele Länder in die Rezession stürzen, warnte die Industriestaaten-Organisation OECD.

Geldentwertung: Inflation frisst Lohnerhöhungen auf

Geldentwertung

Inflation frisst Lohnerhöhungen auf

Die Angestellten in Deutschland haben etwas mehr Geld, mehr leisten können sie sich nicht. Denn die Inflation hat die steigenden Löhne der vergangenen Monate pulverisiert. Zudem halten sich Unternehmen mit Boni zurück

Die Lage der heimischen Wirtschaft bewerteten die Finanzprofis etwas schlechter als im Vormonat. Dieses Barometer fiel um 0,9 auf 29,7 Zähler. Hier hatten Experten einen Anstieg auf 31,0 Punkte erwartet. Aus der Wirtschaft waren zuletzt schlechte Nachrichten gekommen: Sowohl die Industrieaufträge als auch die Exporte waren im August gefallen.

„Das ist ein sehr positives Szenario, auch wenn die Konjunkturlage in Deutschland etwas schlechter eingeschätzt worden ist als im Vormonat“, sagt Stefan Kipar von der BayernLB. „Die Haushaltsdiskussion in den USA scheint die Konjunkturerwartungen jedoch nicht einzutrüben. Sie bleiben auf hohem Niveau. Die Luft wird jetzt dünner für den Indikator, der bereits auf einem sehr hohem Stand ist. Das spricht für eine weitergehende Belebung der Konjunktur im weiteren Verlauf des Jahres.“

Thomas Gitzel, Chefvolkswirt der VP Bank, sieht in dem US-Haushaltsstreit dennoch ein Risiko: „Kommt es in Washington in den kommenden Tagen zu einer Lösung, dürften die globalen realwirtschaftlichen Blessuren gering ausfallen. Hält der Konflikt aber noch längere Zeit an, werden die Folgen des politischen Hickhacks jenseits des Atlantiks auch für die deutsche Wirtschaft nicht ohne Folgen bleiben.“

Der viel beachtete Index spiegelt die Erwartungen von institutionellen Anlegern und Finanzmarktanalysten über die wirtschaftliche Entwicklung in einem Zeithorizont von sechs Monaten in Deutschland wider.

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×