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19.05.2015

13:23 Uhr

ZEW-Konjunkturindex

Börsenprofis weniger optimistisch

Das Barometer für die Konjunkturerwartungen ist auch im Mai gesunken. Es ist bereits der zweite Rückgang in Folge. Ein Grund ist das unerwartet niedrige Wirtschaftswachstum im ersten Quartal.

ZEW-Präsident Clemens Fuest: „Im Mai korrigieren die Finanzmarktexperten ihre zuletzt optimistischen Erwartungen.“ Reuters

ZEW-Präsident Clemens Fuest: „Im Mai korrigieren die Finanzmarktexperten ihre zuletzt optimistischen Erwartungen.“

MannheimDer Optimismus von Börsenprofis in Deutschland nimmt überraschend deutlich ab. Das entsprechende ZEW-Barometer für die Konjunkturerwartungen in den nächsten sechs Monaten sank im Mai zum zweiten Mal in Folge und sackte auf den tiefsten Stand seit Dezember ab. Wie das Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) am Dienstag zu seiner Umfrage unter 225 Anlegern und Analysten mitteilte, gab es einen unerwartet starken Rückgang um 11,4 auf 41,9 Punkte. „Dennoch gehen nach wie vor nur wenige Umfrageteilnehmer von einer tatsächlichen Verschlechterung der wirtschaftlichen Lage aus“, betonte ZEW-Präsident Clemens Fuest.

Im ersten Quartal war die deutsche Wirtschaft mit 0,3 Prozent unerwartet schwach gewachsen. Dies sowie die jüngsten Turbulenzen an den Aktien- und Anleihenmärkten hätten nun viele Finanzmarktexperten dazu veranlasst, ihre zuletzt optimistischen Erwartungen etwas zu dämpfen, sagte Fuest.

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Ökonom Thomas Gitzel von der VP Bank aus Liechtenstein macht für den ZEW-Rückgang auch die zuletzt enttäuschenden Konjunkturdaten aus den USA verantwortlich: „Zeigt die US-Wirtschaft Schwäche, wird auch die deutsche Wirtschaft nicht zur Hochform auflaufen können.“ Das globale Umfeld bleibe schwierig. „Die exportstarke deutsche Industrie wird also nicht mit neuen Wachstumsrekorden glänzen können.“

Holger Sandte von der Nordea Bank räumte ein, „die deutsche Konjunktur könnte sich im Vergleich zum guten Winterhalbjahr leicht abschwächen.“ Dennoch signalisiert der ZEW-Index nach Einschätzung der Banken-Analystin Aline Schuiling von ABN Amro weiter ein robustes Wachstum in den nächsten Quartalen. Für die Verbraucher dürfte es weiter bergauf gehen – unabhängig vom ZEW-Barometer. „Die Beschäftigungssituation im Land ist besser denn je – und das zählt“, ergänzte VP-Bank-Experte Gitzel.

Die Börsianer bewerteten auch die wirtschaftliche Lage etwas ungünstiger als zuletzt. Dieses ZEW-Barometer fiel um 4,5 auf 65,7 Zähler. Hier waren 68,0 Punkte vorhergesagt worden.

Von

rtr

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