Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

17.02.2015

14:04 Uhr

ZEW-Konjunkturindex

Deutsche Wirtschaft im Aufschwung

Zum vierten Mal in Folge ist das Barometer für die Konjunkturerwartungen in Deutschland gestiegen. Das Plus fällt allerdings verhalten aus, Ökonomen hatten mit einem deutlicheren Zuwachs gerechnet.

Die deutsche Wirtschaft ist im Aufschwung. Das entsprechende Barometer für die Konjunkturerwartungen stieg im Februar um 4,6 auf 53,0 Zähler. dpa

Die Konjunktur bleibt in Schwung.

Die deutsche Wirtschaft ist im Aufschwung. Das entsprechende Barometer für die Konjunkturerwartungen stieg im Februar um 4,6 auf 53,0 Zähler.

Mannheim/BerlinImmer mehr Börsenprofis sehen die deutsche Wirtschaft im Aufschwung. Das entsprechende Barometer für die Konjunkturerwartungen stieg im Februar um 4,6 auf 53,0 Zähler, wie das Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) am Dienstag zu seiner Umfrage unter 227 Anlegern und Analysten mitteilte.

Dies ist der höchste Stand seit Februar 2014 und der vierte Anstieg in Folge. Ökonomen hatten allerdings sogar mit 55,0 Zählern gerechnet.

Deutsche Konjunktur 2014

Deutsche Wirtschaft trotzt der Katerstimmung

Die deutsche Wirtschaft hat trotz vieler internationaler Krisen 2014 das stärkste Wachstum seit drei Jahren geschafft. Vor allem die Konsumenten sorgten mit ihren Ausgaben für Schwung, aber auch die Firmen wagten wieder mehr Investitionen und exportierten auch spürbar mehr. Im Folgenden eine Übersicht, wie die Konjunktur im Einzelnen lief:

Wirtschaftsleistung

Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) gilt als bestes Maß, um die Leistung einer Volkswirtschaft zu messen. Es ist die Summe der im Inland hergestellten Waren und Dienstleistungen. Im vorigen Jahr lag sie bei 2,9 Billionen Euro. Inflationsbereinigt entspricht dies einem Anstieg von 1,5 Prozent zum Vorjahr. Damit kletterte die Wirtschaftskraft rund doppelt so stark wie in der gesamten Euro-Zone, wie der Präsident des Statistischen Bundesamtes, Roderich Egeler, sagte.

Treiber der Wirtschaftsentwicklung

Impulse kamen vor allem vom Produzierenden Gewerbe, den Dienstleistern und der Baubranche. Bei Finanz- und Versicherungsdienstleistern hingegen sackte die Wirtschaftskraft um rund 0,5 Prozent ab. Entscheidender Wachstumsmotor waren die Verbraucher. Sie gaben - dank guter Arbeitsmarktlage, geringer Inflation und niedriger Zinsen - 1,1 Prozent mehr aus als 2013. Damit kurbelte der private Konsum die gesamte Wirtschaft kräftig an. Auch die Investitionen zogen spürbar an. Die Unternehmen gaben für Maschinen, Geräte und Fahrzeuge 3,7 Prozent mehr aus.

Investitionen

Die sogenannte Investitionsquote - also der Anteil von Investitionen am BIP - lag 2014 bei 20 Prozent und verbesserte sich damit kaum. Deutschland steht international in der Kritik, sich mit öffentlichen Investitionen zurückzuhalten.

Arbeitsmarkt

Die Zahl der Beschäftigten kletterte auf 42,7 Millionen und erreichte das achte Jahr in Folge einen neuen Höchststand. Die Zahl der Arbeitslosen sank im Jahresschnitt um 52.000 auf 2,9 Millionen. Dies ist der niedrigste Stand seit 1991.

Einkommen

Das Volkseinkommen - zusammengesetzt aus Arbeitnehmerentgelt und den Unternehmens- und Vermögenseinkommen - stieg insgesamt um 3,6 Prozent auf knapp 2,2 Billionen Euro. Dabei kletterten die Arbeitnehmerbezüge einerseits und die Firmen- und Vermögenseinkommen andererseits fast gleich stark. Die Nettolöhne und -gehälter stiegen insgesamt um 2,4 Prozent und damit etwas weniger als die Bruttolöhne.

Lohnstückkosten

Da die durchschnittlichen Löhne und Gehälter 2014 stärker stiegen als die Arbeitsproduktivität, kletterten die Lohnstückkosten der Unternehmen. Für die Wirtschaft ist dies eine wichtige Kennziffer im internationalen Wettbewerb. Die Lohnstückkosten erhöhten sich um knapp zwei Prozent und damit weniger als in den beiden Vorjahren.

Finanzen

Der deutsche Staat hat 2014 das dritte Jahr in Folge schwarze Zahlen geschrieben. Bund, Länder, Kommunen und Sozialversicherung nahmen zusammen 11,9 Milliarden Euro mehr ein als sie ausgaben. Die Summe entspricht einem Überschuss von 0,4 Prozent des BIP. "Seit der deutschen Vereinigung hat es nur im Jahr 2000 einen höheren Überschuss gegeben", sagte Statistikamt-Chef Egeler. Nur die Länder hätten noch ein Defizit verzeichnet.

„Die Geldflut der Europäischen Zentralbank und die überraschend starke wirtschaftliche Entwicklung im vierten Quartal 2014 sorgen für gute Stimmung unter den Finanzmarktexperten“, sagte ZEW-Präsident Clemens Fuest. „Dämpfend auf die Konjunkturerwartungen wirken sich hingegen die Zuspitzung der Ukraine-Krise und der konfrontative Kurs der neuen griechischen Regierung aus.“

Die Börsianer bewerteten auch die Lage besser als zuletzt. Dieses Barometer stieg um 23,1 auf 45,5 Zähler. Hier waren lediglich 30,0 Punkte vorhergesagt worden.

Die deutsche Wirtschaft war Ende 2014 mit 0,7 Prozent mehr als doppelt so stark gewachsen wie die Euro-Zone. Wegen des überraschend kräftigen Rückenwinds gehen viele Experten inzwischen davon aus, dass Europas größte Volkswirtschaft in diesem Jahr um bis zu zwei Prozent zulegen kann. 2014 waren es 1,6 Prozent.

Von

rtr

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×