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15.11.2011

11:37 Uhr

ZEW-Prognose

Finanzexperten rechnen mit Konjunkturdelle

Auf die positiven Zahlen des Statistischen Bundesamtes folgt prompt der Dämpfer: Finanzexperten des Zentrums für Europäische Wirtschaftsforschung rechnen mit einer noch schwächeren Entwicklung der Wirtschaft als bisher.

Trübe Aussichten im Hamburger Hafen am Dock einer Werft. dapd

Trübe Aussichten im Hamburger Hafen am Dock einer Werft.

MannheimAngesichts der Regierungskrisen in Italien und Griechenland ist unter Finanzmarkt-Experten die Skepsis über die weitere konjunkturelle Entwicklung in Deutschland gewachsen. Im November fiel der vom Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) berechnete Index zur Konjunkturerwartung deshalb zum neunten Mal in Folge, wie das ZEW in Mannheim mitteilte. Diesmal nahm der Index um 6,9 Punkte ab und erreichte minus 55,2 Punkte. Ein noch niedrigerer Wert wurde zuletzt im Oktober 2008 verzeichnet. Für den ZEW-Konjunkturindex werden monatlich rund 300 Analysten und institutionelle Anleger befragt.

Konjunkturindikatoren

ZEW-Konjunkturerwartungen

Der vom Mannheimer Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) herausgegebene Index beruht auf der Befragung von 350 Analysten und Finanzmarktexperten. Sie geben dabei ihre Einschätzung über die künftige Wirtschaftsentwicklung ab. Der Index zur mittelfristigen Konjunkturentwicklung ergibt sich aus der Differenz der positiven und negativen Erwartungen über die künftige Wirtschaftsentwicklung. Er wird zur Monatsmitte erhoben.

ifo-Index

Der international beachtete Index basiert auf einer Befragung von etwa 7000 Unternehmen aus Bau, Einzelhandel und Industrie. In einem Fragebogen beurteilen sie ihre gegenwärtige Geschäftslage sowie die Erwartungen für die Zukunft. Beide werden im Geschäftsklima zusammengefasst. Der Index ergibt sich aus dem Saldo der Antworten gut und schlecht.

Einkaufsmanagerindex

Wird von der britischen Forschergruppe Markit erhoben. Er beruht für Deutschland auf Umfragen unter Einkaufsmanagern von 500 repräsentativ ausgewählten deutschen Industrieunternehmen. Bestandteile des Index sind Auftragseingänge, Preise und Beschäftigung. Der Index hat einen relativ kurzen Vorlauf gegenüber der Produktion.

Geldmenge (M1)

Umfasst den Bargeldumlauf und die Sichteineinlagen, wie zum Beispiel Sparbücher. Da die in M1 enthaltenen Bestandteile direkt für Transaktionen zur Verfügung stehen, deutet ein Anstieg darauf hin, dass die Kaufbereitschaft der Konsumenten und Unternehmen steigt. Der Indikator hat einen Vorlauf von zwei bis drei Quartalen.

 

Baltic Dry Index (BDI)

Der BDI ist ein Preisindex für die Verschiffungskosten wichtiger Rohstoffe wie Stahl, Eisenerz, Kohle und Getreide auf Standardrouten. Er wird durch das Angebot an frei stehendem Schiffsladeraum und die Hafenkapazitäten beeinflusst. Da Rohstoffe als Vorprodukte am Anfang der Wertschöpfungskette stehen, ist der BDI ein guter Frühindikator für die Weltkonjunktur.

GfK-Konsumklimaindex

Der Index des Nürnberger Marktforschungsinstituts GfK prognostiziert die Veränderung der monatlichen privaten Konsumausgaben. Hierfür werden 2000 repräsentativ ausgewählte Personen nach ihren Einkommens- und Konjunkturerwartungen befragt.  

 

Die Schuldenproblematik im Euroraum und in den Vereinigten Staaten lege sich «wie Mehltau» auf die Konjunktur, erklärte ZEW-Präsident Wolfgang Franz. «Diese Risiken könnten noch gewichtiger werden, was das Wachstum in Deutschland weiter beeinträchtigen dürfte.» Die vom ZEW befragten Analysten und institutionellen Anleger bewerteten sowohl die aktuelle konjunkturelle Lage als auch die Aussichten pessimistischer. Der Indikator zur Bewertung der Lage sank im November um 4,2 Punkte auf nun 34,2 Punkten, der Indikator zu den Konjunkturerwartungen fiel sogar um 7,9 Punkte auf nun minus 59,1 Punkte.

Kommentare (6)

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Account gelöscht!

15.11.2011, 11:53 Uhr

Eine einzige Lachnummer. Rauf und runter, rauf und runter. Entweder die Positivexperten lassen sich vor Merkels Karren spannen oder sie sind tatsächlich einfach ahnungslos.

Account gelöscht!

15.11.2011, 12:02 Uhr

Tja, das ist schon schlimm, wenn unser kreditfinanzierter Aufschwung ins Stocken gerät. In den letzten 3 Jahren hat die EZB ca. 340 Mrd. €, und die DBB nochmals ca. 200 Mrd. € (es könnte auch der doppelte Betrag sein, wer weiß das schon, gell) an die Zentralbanken der PIIG(F)S überwiesen, damit die unsere Exportrechnungen auch bezahlen können.

Doch das war alles Peanuts in Relation dessen, was sich in den letzten paar Monaten die EZB geleistet hat, obwohl es ihr durch Gesetze strengstens untersagt ist, die zum Schutze der Deutschen vereinbart wurden, damit sie bei der Aufgabe der D-Mark und der Euroeinführung keinen Aufstand durchführten.

Allein im August und September hat die EZB ca. 107 Mrd. € Staatsanleihen von Spanien und Italien aufgekauft. Im Oktober schaffte sie locker das Doppelte.
Und so lange die EZB entgegen allen europäischen Verträgen das Sparguthaben der Deutschen vernichtet, so lange geht es wirtschaftlich aufwärts.... bis ... bis zur Ketchupinflation/Hyperinflation. Ein Europaabgeordneter klagt mir Prof. Kerber gegen diese Betrügereine vor dem europ. Gerichtshof. Vielleicht sollte man doch wieder die Todesstrafe einführen, mit der Guillotine vollstreckt.

lala

15.11.2011, 12:12 Uhr

was isn ne konjunkturdelle?

erbitte aufklärung.
Sonst mache ich ein Gedicht Leute - das könnt ihr doch nicht wollen^^

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