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23.01.2004

15:11 Uhr

Zinsanhebung in Großbritannien?

Euro-Zone hinkt hinter britischer Wirtschaft her

Großbritannien hat die Eurozone im vergangenen Jahr mit einem Wirtschaftswachstum von mehr als zwei Prozent weiter abgehängt. Nun gehen Volkswirte davon aus, dass die Bank von England (BoE) im kommenden Monat mit einer Zinsanhebung auf die kräftige konjunkturelle Belebung reagieren wird.

HB LONDON. Allein im Schlussquartal 2003 legte das britische Bruttoinlandsprodukt (BIP) so kräftig zu wie seit fast drei Jahren nicht mehr, wie aus am Freitag vorgelegten Daten des Nationalen Statistikbüro (ONS) hervorgeht. Demnach beschleunigte sich das Wachstum stärker als von Analysten vorausgesagt auf 0,9 Prozent, was einer auf das Jahr hochgerechneten Rate von 3,5 Prozent entspricht. Damit erweist sich die weltweit viertgrößte Volkswirtschaft, die beim BIP-Volumen Anfang letzten Jahres vorübergehend von Frankreich überflügelt worden war, weiterhin als Konjunkturlokomotive in Europa. Zugleich bleibt ihr Wachstumstempo aber hinter dem der USA zurück, wo der Anstieg im dritten Quartal aufs Jahr hochgerechnet 8,2 Prozent betrug. Die erste US-BIP-Schätzung für das Schlussquartal wird kommenden Freitag erwartet.

In Großbritannien verbesserte sich das Wirtschaftswachstum im gesamten vergangenen Jahr auf 2,1 Prozent von 1,7 Prozent im Jahr 2002. Die deutsche Wirtschaft - die größte in Europa - war dagegen erstmals seit dem Rezessionsjahr 1993 um 0,1 Prozent geschrumpft.

Neben den britischen BIP-Zahlen nährten auch überraschend starke Einzelhandelsdaten an den Finanzmärkten Spekulationen auf eine baldige Leitzinserhöhung der BoE. Zugleich trieben die Wirtschaftszahlen den Kurs des britischen Pfund nach oben, der zum Dollar rund einen halben Cent zulegte und sich einem Elf-Jahres-Hoch über 1,85 Dollar näherte.

„Die Daten waren insgesamt sehr stark“, sagte Volkswirt Philip Shaw von der Bank Investec in London. „Ich denke, in den nächsten Wochen dürfte es eine weitere Zinsanhebung geben.“ An den Märkten wird für Februar fest mit einer Erhöhung des Schlüsselzinses von derzeit 3,75 Prozent um mindestens 25 Basispunkte gerechnet. Damit will die Notenbank Analysten zufolge eine Überhitzung der Wirtschaft verhindern, deren Wachstum gegenwärtig deutlich über dem langfristigen Trend liegt. Eingepreist ist ein Zinsniveau von 4,75 Prozent zum Jahresende.

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