Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

01.02.2010

10:44 Uhr

Zinserhöhungen wahrscheinlich

Steigende Inflationsgefahr in China

Die chinesische Wirtschaft steht vor einer neuen Blasenbildung und damit auch vor neuen Inflationsgefahren. Die Notenbank wird nach Einschätzung von Experten bald Gegenmittel ergreifen - sei es eine Zinserhöhung oder eine Anhebung der Mindestreserve.

Kraftwerk in China: Inflation droht. dpa

Kraftwerk in China: Inflation droht.

HB PEKING. China bezahlt seinen Aufschwung mit steigenden Inflationsgefahren. Die Industriefirmen hoben ihre Preise im Januar aufgrund höherer Materialkosten so stark an wie seit anderthalb Jahren nicht mehr, wie aus einer am Montag veröffentlichten HSBC-Einkaufsmanagerindex hervorgeht.

"Steigende Einkaufs- und Verkaufspreise signalisieren größeren Inflationsdruck", sagte der China-Chefvolkswirt von HSBC, Qu Hongbin. Auch dem staatlichen Einkaufsmanagerindex zufolge ziehen die Preise spürbar an. Experten gehen davon aus, dass die Notenbank darauf mit Zinserhöhungen reagieren wird.

Steige die Teuerungsrate über 2,25 Prozent, werde die Zentralbank einschreiten, sagte Regierungsberater Ba Shusong. Die Inflationsrate hatte im Dezember mit 1,9 Prozent nahe dieser Marke gelegen. Einlagen von Banken bei der Zentralbank mit einjähriger Laufzeit werden derzeit mit 2,25 Prozent verzinst.

Andere Experten wiederum erwarten, dass der Leitzins stabil bleibt, die Geschäftsbanken dafür aber mehr Geld bei der Notenbank als Mindestreserve hinterlegen müssen. Zu Jahresbeginn wurde dies schon einmal getan. Auf diese Weise wurden 300 Billionen Yuan (etwa 32 Mrd. Euro) aus dem Verkehr gezogen. Dieses Geld kann nicht mehr als Darlehen an Unternehmen und Verbraucher ausgereicht werden. Dadurch soll die Nachfrage gedrosselt und so die Inflation eingedämmt werden.

Die chinesische Wirtschaft war im Schlussquartal 2009 mit 10,7 Prozent so stark gewachsen wie seit zwei Jahren nicht mehr. Eine Geldentwertung trifft vor allem die Armen: Obwohl China inzwischen die drittgrößte Volkswirtschaft der Welt ist, müssen dort noch immer 150 Mio. Menschen mit weniger als einem Dollar pro Tag auskommen.

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×