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27.01.2011

15:52 Uhr

Zinsspekulationen

Inflationssprung alarmiert Euro-Notenbanker

Der jüngste Inflationsanstieg heizt Spekulationen über eine früher als erwartete Zinserhöhung in der Eurozone an. Führende EZB-Notenbanker schürten höchstselbst eine entsprechende Erwartungshaltung an den Finanzmärkten.

Euro-Skulptur vor der EZB in Frankfurt: Angst vor der Inflation. Quelle: dpa

Euro-Skulptur vor der EZB in Frankfurt: Angst vor der Inflation.

FrankfurtDer Kurs des Euro zog am Devisenmarkt kräftig an. Aktuelle Inflationszahlen aus Deutschland scheinen die Alarmstimmung zu bestätigen. Ersten Daten des Statistischen Bundesamtes zufolge zog die Teuerung im Januar um 1,9 (Dezember: 1,7) Prozent an. Parallel warnte der Bankenverband BdB aber vor einer „Inflationshysterie“.

EZB-Direktoriumsmitglied Lorenzo Bini Smaghi machte sich am Donnerstag in Bologna für eine harte Gangart im Kampf gegen die Inflation stark. Er sagte, mit Blick auf die steigenden Preise für Energie und Nahrungsmittel in aller Welt müsse die Teuerung in der Euro-Zone „signifikant stärker eingedämmt“ werden als etwa in Schwellenländern.

EZB-Chefvolkswirt Jürgen Stark hatte bereits am Mittwochabend in Kiel erklärt, die EZB werde angesichts des Preisdrucks falls nötig handeln und sich dabei auch nicht von der Schuldenkrise einiger Euro-Länder abhalten lassen: „Es gibt keine monetäre Finanzierung, das heißt keine Finanzierung öffentlicher Haushalte durch die Zentralbank, und keine Monetisierung der Staatsschulden, das heißt wir lassen keine höhere Inflationsrate zu, die die reale Schuldenlast der Staaten lindern würde.“

EZB-Präsident Jean-Claude Trichet bekräftigte unterdessen beim Weltwirtschaftsforum in Davos, die EZB habe in den ersten zwölf Jahren der Währungsunion bewiesen, dass sie in der Lage ist, die Teuerung in Zaum zu halten. „Wir müssen wir andere Notenbanken in der Welt auch von Zeit zu Zeit mit einem Anstieg der preise von Öl und Rohstoffen umgehen. Wir haben keinen Einfluss auf diese auf dem Weltmarkt gebildeten Preise, aber die Verantwortung, dass nicht dazu kommt, was wir die „zweite Runde' nennen.“ Aufgeschreckt worden waren Politik, Notenbanken, Märkte und Öffentlichkeit schon zum Jahreswechsel, als bekanntgeworden war, dass die Inflationsrate in den 16 Ländern der Währungsunion auf 2,2 Prozent und damit auf den höchsten Wert seit gut zwei Jahren geklettert war.

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